KondiTOURei: Backkunst auf vier Rädern

Mit der mobilen Bio-Konditorei KondiTOURei bringt Nanetta Ruf Menschen, Rohstoffe und Handwerk direkt zusammen – im Hofcafé, auf Hoffesten oder direkt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb. Rosen, Nüsse, Früchte und saisonale Zutaten werden zu feinen Törtchen, Tartes und Gebäckstücken verarbeitet.

Standort: 61231 Bad Nauheim

Betriebsbereiche: Mobile Bio-Konditorei, Auftrags- und Lohnverarbeitung für landwirtschaftliche Betriebe, Workshops und Kurse, Event-Catering und Pop-up-Produktion bei Hoffesten, Märkten, Partnerbetrieben

Die KondiTOURei ist eine mobile Bio-Konditorei aus Bad Nauheim, die Konditorkunst bewusst als gastliches, nahbares Handwerk versteht. Nanetta Ruf backt dort, wo die Produkte entstehen oder gebraucht werden: im Hofcafé, auf dem Hoffest, im Gewächshaus, direkt beim landwirtschaftlichen Betrieb. Die Backstube – ein ausgebauter LKW– bringt die Produktion zu den Menschen. Das schafft Nähe zu den Rohstoffen, kurze Wege und echte Wertschöpfung vor Ort. 

Kooperationen – besonders mit der Rosenschule Ruf – prägen das Profil: Rosenblüten werden veredelt, zu Aufstrichen, Gewürzen, Essigen und Sirupen verarbeitet und als Aromen, Dekore und Feinkostbestandteile in Törtchen, Tartes und Gebäck eingesetzt. Dabei ist die Rose kein Parfum, sondern kulinarische Struktur: Rosenessig kann eine Fruchtkomponente anheben, Rosen-Gewürz-Zucker die Nase öffnen, Rosenblüten im Dekor ein haptisch-sensorisches Element setzen. So entsteht ein kulinarischer “roter Faden”, der die KondiTOURei unverwechselbar macht.

“Ich will den Menschen einen schönen Moment bescheren, den sie genießen können – dass sie einfach glücklich sind, wenn sie hier eine schöne Erinnerung mit nach Hause nehmen oder vielleicht noch ein Gebäckstück mitnehmen. Für mich geht es nicht um Wettbewerb oder Schaustücke, sondern darum, mit meinem Handwerk Menschen zu berühren." Nanetta Ruf, Konditorin und Gründerin der KondiTOURei

Weniger Bühne, mehr Begegnung

Die Haltung ist klar: Statt glitzernder Wettbewerbsstücke setzt die KondiTOURei auf Momente des Genusses – den leisen Augenblick, in dem Textur, Aroma und Temperatur “klicken” und Menschen berührt werden. Diese Klarheit spürt man in der Gestaltung: keine künstlichen Farben, keine Dekore, die die Essbarkeit stören, sondern natürliche Akzente – fein geschnittene Zesten, Nusskrokant, frische oder getrocknete (Rosen-)Blüten. Das Ergebnis soll schön sein, weil es gut ist: stimmig in der Balance aus Süße, Säure, Bitterkeit und Duft.

Das Programm wechselt mit der Jahreszeit und den verfügbaren Zutaten. Törtchen und Tartes reichen von Honig-Zwetschge oder Birne-Schoko über Birne-Salzkaramell-Baiser bis zu zarten Fruchtspiegeln mit gerösteten Nussböden. Cookies und Dauergebäck begleiten den Tag, Pralinen und Trüffel werden im Workshop-Format handgerollt. 

Viele Stücke gibt es als vegane Varianten. Mehlfreie Böden aus Mandeln, Cashewkernen oder Haselnüssen liefern Struktur ohne Weizen. Darüber hinaus entstehen in der Auftrags- und Lohnverarbeitung Produkte für Direktvermarkterinnen und Direktvermarkter: Backmischungen aus Hofmehlen, Kuchen im Glas, Eierlikör, Feinkost mit Rosenbezug. So werden Rohstoffe aus der Region zu markenfähigen Hofprodukten, inklusive Rezeptur, Etikett und Geschichte.

Verarbeitung als Kunst: Wie aus Zutaten Törtchen werden

Ein Törtchen ist komponierte Handarbeit. Die Basis ist der Boden: Biskuit und Dacquoise für Leichtigkeit, mürbe Nussböden (Mandel, Haselnuss) für Röstnoten und Biss; knusprige Layer – etwa dünne Krokant- oder Schokoladenplatten – geben das hörbare “Klick” beim Anschnitt. Darauf folgen Cremes und Mousses, deren Aromatisierung präzise gesteuert wird: Fruchtpürees bringen Säure und Duft, Infusionen (zum Beispiel Rosenblüte, Minze, Zitronenzeste) geben Tiefe, Kakao, Zimt oder Kaffee setzen Bitterkeit als Kontrast. Fruchtkerne werden punktuell eingesetzt, um die Süße zu entlasten und die Frucht klar zu zeichnen.

Ein Fruchtspiegel als Glasur schützt Oberfläche und Aroma, ohne das Stück zu beschweren. Das Dekor ist funktional und essbar: Rosenblüten, Nusskrümel, zarte Schokoladenlinien – klein, präzise, charaktervoll. Die Kälteführung strukturiert den Prozess: Stabilisierung, Transportfähigkeit, Mundgefühl – sie wird je nach Rezeptur angepasst. Hygiene und Logistik sind “unsichtbare Stellschrauben” – im mobilen Einsatz werden Strom, Wasser sowie Abwasser vorab geplant, die Kühlkette lückenlos gehalten, und der Platz akribisch ausgenutzt. So funktioniert Konditorkunst auch unterwegs – zuverlässig, sicher, genussorientiert. Denn hier passt alles zusammen: Geschmack, Ästhetik, Technik, Nachhaltigkeit – und der Anspruch, Menschen glücklich zu machen.

Betriebsinfos


Letzte Aktualisierung 21.05.2026

Nach oben
Nach oben