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Bioweingut Rummel – PiWi-Pioniere aus der Pfalz

Im kleinen Winzerdorf Nußdorf in der Pfalz liegt das Bioweingut Rummel – ein Familienbetrieb, der seit Generationen vom Weinbau lebt. Heute führt Sohn Karl Rummel das Weingut mit frischem Engagement, Qualitätssinn und Nachhaltigkeitsgedanken. Dafür wurde er bereits als Jungwinzer des Jahres ausgezeichnet.
Standort: 76829 Landau-Nußdorf
Betriebsbereiche: Bio-Weinbau mit Herstellung von Weinen, Traubensaft, alkoholfreiem Wein, Balsamico und Traubenkernöl, Direktvermarktung über Ab-Hof-Verkauf sowie Versand (Post, Spedition) und eigene Auslieferungstouren
Seit über 30 Jahren ist die Familie Rummel Pionier im Anbau von PiWi-Reben – pilzwiderstandsfähigen Sorten, die für den ökologischen Weinbau besonders wertvoll sind. Diese Reben entstehen aus Kreuzungen europäischer Kulturreben mit wilden Reben, die von Natur aus resistent gegen Pilzkrankheiten sind. Ziel der Rummels ist es, neue PiWi-Reben zu etablieren, die die natürliche Widerstandskraft der Wildreben mit der geschmacklichen Qualität klassischer Sorten vereinen. Jeder Traubenkern kann eine neue Sorte hervorbringen, doch nur die besten Pflanzen werden über Stecklinge vermehrt – nicht über Samen.
Der Prozess ist langwierig und erfordert extreme Geduld: Zuerst muss die Rebe heranwachsen, damit Stecklinge gewonnen werden können. Diese werden dann gepflanzt, und erst nach rund zehn Jahren zeigt sich, ob die Sorte sowohl im Weinberg als auch im Glas überzeugt und sich für den Markt eignet. Erst dann beginnen die eigentliche Weinproduktion und -Vermarktung. Dennoch lohnt sich die Arbeit, da durch den Einsatz von PiWi-Reben der Pflanzenschutz um bis zu 80 Prozent reduziert werden kann. Das bedeutet weniger Traktorüberfahrten, lockere Böden mit besserer Wasserspeicherung, üppige Begrünung, mehr Insekten, Humusaufbau und eine spürbare Verbesserung der CO₂-Bilanz.
PiWi-Weine: Klassik trifft Innovation
Das Weingut Rummel experimentiert seit Jahrzehnten mit den neuen PiWi-Rebsorten und bringt daraus innovative Weine hervor. Karl Rummel selektiert hochwertige Partien, probiert unterschiedliche Ausbauvarianten und kombiniert mehrere Sorten, um ganz neue Weintypen zu entwickeln. Beispiele sind der Pinotin Reserve oder der Cabertin Reserve, die bei Fachverkostungen das Potenzial der PiWi-Reben eindrucksvoll zeigen.
Ein Meilenstein war die Pflanzung der VB 91-26-1 Reben im Jahr 2000 durch Klaus Rummel – die erste Anlage dieser Sorte überhaupt. Heute ist daraus die etablierte Sorte Cabernet blanc entstanden, die in verschiedenen Varianten, vom klassischen Sekt bis zum Barrique-Ausbau, angeboten wird. Auch alkoholfreier Sekt gehört inzwischen zum Sortiment – für Menschen, die auf Alkohol verzichten möchten, aber nicht auf das prickelnde Erlebnis eines Sekts. Mittlerweile sind über 75 Prozent der Weinbergfläche mit PiWi-Sorten bestockt, womit das Weingut ein Pionier und Innovationsbetrieb für Zukunftsweinreben ist.
So gestalten die Rummels Zukunft nachhaltig im Einklang mit der Natur – mit robusten Reben im Weinberg.
“Diese Vision treibt mich seit 1987 an. Ich pflanzte unbekannte PiWi-Reben im Versuchsanbau, baute die Weine aus und stellte sie den Kunden vor”, sagt Klaus Rummel.
Die Familie Rummel lebt Weinbau mit Herz und Hand – sie machen wirklich alles selbst. Für sie ist der Beruf des Winzers ein spannendes Abenteuer, denn jede Jahreszeit bringt neue Aufgaben: Im Frühling und Sommer stehen die Landwirtschaft und die Pflege der Weinberge im Mittelpunkt, während im Herbst die Trauben geerntet und zu hochwertigen Weinen verarbeitet werden. Diese enge Verbindung zu ihren Reben erlaubt es ihnen, höchste Qualität zu erzielen und dabei nachhaltig zu wirtschaften. Jährlich produziert das Weingut so rund 100.000 Liter Wein, die ausschließlich im Direktvertrieb verkauft werden – intensive Arbeit, die Kundennähe erfordert. Weinverkostungen vor Ort ermöglichen es den Gästen, die Qualität und Vielfalt zu erleben und den besonderen Flair des Weinguts zu spüren.
Vom Weinberg bis in die Flasche begleitet die Winzerfamilie also jeden Schritt selbst – vom Anbau über den Ab-Hof-Verkauf, Postversand oder Auslieferungstouren mit dem eigenen LKW, denn weniger als zehn Prozent der Produktion gehen an Wiederverkäufer – der Großteil erreicht die Weinliebhaber direkt.
Bio, Handwerk, Kunst und Wein mit Herz und Hand
Eine weitere Besonderheit des Weinguts sind die liebevoll selbst gestalteten Etiketten von Susanne Rummel. Jedes Etikett ist ein kleines Kunstwerk und gibt schon beim Anblick einen Vorgeschmack darauf, wie der Wein im Glas schmecken könnte. Jede Flasche wird so zum Gesamtkunstwerk.
Ob im historischen Winzerhaus oder im modernen Neubau für Veranstaltungen – überall spürt man die Liebe zum Detail und das gelebte Bio-Verständnis der Familie Rummel. Das Weingut ist zu 100 Prozent bio-zertifiziert, und alle Familienmitglieder bringen sich mit ein: Während Karl und Klaus Rummel die Verantwortung für die Weine tragen, kümmert Susanne Rummel sich um den Vertrieb und die Großmutter um hausgemachte Gelees, die ein Stück Familiengeschichte im Glas bewahren. Daneben entsteht auch ein hochwertiges Traubenkernöl, sodass die Trauben wirklich komplett zu Lebensmitteln veredelt werden. Für 1 Liter Traubenkernöl benötigt man 50 Kilogramm Traubenkerne. Auch ein köstlicher Balsamico ist im Angebot.
Nachhaltigkeit und Verantwortung zeigen sich auch im sozialen Engagement: Auszubildende und duale Winzerausbildungen sind ebenso selbstverständlich wie ein Außenarbeitsplatz in Kooperation mit der Lebenshilfe. Ein besonderer Moment des Tages ist das gemeinsame Mittagessen mit dem Team, das den Zusammenhalt und die familiäre Atmosphäre auf dem Weingut stärkt.
Mit diesem Zusammenspiel aus Tradition, Innovation, Handwerk, Kunst und Nachhaltigkeit macht das Bioweingut Rummel den Bio-Weinbau erlebbar – und lässt Besucherinnen und Besucher spüren, wie es ist, mitten in der Pfalz in einer kleinen Toskana zu stehen.
Betriebsinfos
Bioweingut Rummel – Susanne Rummel
Geißelgasse 36 & Walsheimer Straße 51
76829 Landau-Nußdorf
Webseite: rummel-biowein.de
- Pionierbetrieb im Anbau von PiWi-Rebsorten (ca. 75 % der Rebfläche),
- vollständige Eigenproduktion der Rohstoffe,
- starker Fokus auf Direktvermarktung,
- enge Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Züchtung,
- Integration von Ausbildungs- und sozialen Arbeitsplätzen (z. B. Kooperation mit der Lebenshilfe).
Mehr zur Bio-Verarbeitung auf oekolandbau.de:
Letzte Aktualisierung 13.05.2026







