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Früchteverarbeitung Sohra: Wo Früchte Geschichten erzählen

Seit 2012 verwandelt die Familie Schubert regionale Früchte in naturbelassene Säfte, aromatische Sirupe und innovative Spezialitäten. Auf dem Hof lernen Besucherinnen und Besucher nicht nur, wo ihre Lebensmittel herkommen, sondern erleben auch, wie sie entstehen.
Standort: 09627 Sohra
Betriebsbereiche: Herstellung von Bio-Direktsäften, Fruchtaufstrichen, Fruchtgummis, Früchtetees, Fruchtlikören & Spirituosen, Knoblauch-Spezialitäten
Zwischen Streuobstwiesen und alten Mauern entsteht hier mehr als Saft – es ist ein Ort für Geschmack, Handwerk und Begegnung. Die Früchteverarbeitung Sohra liegt auf einem denkmalgeschützten Dreiseithof, eingebettet in die Landschaft von Bobritzsch-Hilbersdorf. Seit 2012 bewirtschaftet die Familie Schubert den Hof, 2018 startete die erste große Ernte – heute ist Sohra eine kleine Bio-Manufaktur mit großem Anspruch: Regional, nachhaltig und kreativ.
Was als klassische Mosterei begann, ist heute ein vielseitiger Betrieb:
- Bio-Direktsäfte aus Apfel, Aronia, Birne, Quitte und Beeren – naturtrüb, ohne Zusätze
- Fruchtaufstriche und Sirupe für die feine Küche
- Fruchtgummis und Tees aus getrocknetem Trester – farbintensiv und aromatisch
- Fruchtliköre und Spirituosen für besondere Anlässe
- Knoblauch-Spezialitäten aus eigenem Anbau
Im Hofladen finden Besucherinnen und Besucher nicht nur die eigene Produktpalette, sondern auch regionale Köstlichkeiten.
“Uns ist wichtig, dass die Menschen sehen, wo ihre Lebensmittel herkommen. Wer bei uns einkauft, bekommt nicht nur Qualität, sondern auch eine Geschichte”, sagt Alina Tomisch.
Die Produktvielfalt ist das Herzstück des Betriebs: Von klassischen Apfel- und Birnensäften über kreative Mischungen wie Aronia-Birke oder Aronia-Ingwer bis hin zu saisonalen Spezialitäten wie Löwenzahn-Sirup. Alles wird in Handarbeit hergestellt – ohne Wasser, ohne Zucker, ohne Zusätze. “Wasser kann jeder selbst zu Hause hinzufügen”, erklärt Alina Tomisch. “Wir wollen den puren Geschmack der Frucht bewahren.”
Und auch Nischenprodukte wie Stachelbeersaft gehören zum Sortiment – dieser wird sogar in die Niederlande exportiert, wo er als Basis für Limonaden dient. “Wir gehen auf die Wünsche unserer Kunden ein”, betont Alina Tomisch. “Ob klassischer Apfelsaft oder ausgefallene Mischungen – wir finden Lösungen.”
Alle Früchte stammen aus eigenem Bio-Anbau oder von regionalen Partnern: Streuobstwiesen, Beerenplantagen und Knoblauchfelder liegen direkt am Hof.
“Wir wollen die Herkunft transparent machen und zeigen, dass Qualität bei uns beginnt – auf dem Feld”, erklärt Alina Tomisch.
Innovation und Kreativität
Die Früchteverarbeitung Sohra ist ein Ort, an dem Wissen weitergegeben wird. Alina Tomisch ist ein gutes Beispiel dafür, wie Nachwuchskräfte den Betrieb bereichern. Sie startete 2020 mit einem dualen Studium im Bereich Lebensmittelmanagement und ist heute die rechte Hand der Geschäftsführung. Ihr Aufgabenbereich ist breit gefächert:
- Produktmanagement: Koordination der Herstellung, Planung von Produktionsabläufen
- Marketing und Vertrieb: Gestaltung von Etiketten, Organisation von Märkten, Pflege des Online-Shops
- Innovation: Entwicklung neuer Produkte und Rezepturen
“Man lernt hier nicht nur Theorie, sondern erlebt, wie vielfältig Lebensmittelhandwerk ist”, sagt Alina Tomisch. Ihre Arbeit zeigt, wie wichtig junge Fachkräfte für die Zukunft regionaler Betriebe sind. Sie bringt frische Ideen ein, denkt in Kreisläufen und sorgt dafür, dass die Produkte nicht nur gut schmecken, sondern auch gut präsentiert werden.
Ihre Kreativität zeigt sich auch in einem besonderen Projekt: CRUSTBICA – Genuss aus der Kulturregion, denn 2025 war ein besonderes Jahr: Chemnitz als europäische Kulturhauptstadt – und die Früchteverarbeitung Sohra ist ein Teil davon. Alina Tomisch kreierte für den Wettbewerb “So schmeckt die Kulturregion” den einzigartigen Birnen-Stachelbeer-Fruchtaufstrich, verfeinert mit edlem Calvados und einem knusprigen Ackerbohnen-Crunch-Topping. Das Produkt wurde prämiert und trägt stolz das offizielle Label der Kulturhauptstadt. Unter dem Motto “Sohraer goes Kulturhauptstadt Chemnitz” zeigt Alina Tomisch, wie kreativ regionale Verarbeitung sein kann – und wie Genuss zum Botschafter einer ganzen Region wird.
Darüber hinaus bietet das Unternehmen spannende Einblicke in die Lebensmittelverarbeitung durch Ferienarbeit und Praktika und eröffnet auch die Möglichkeit zu einem dualen Studium im Lebensmittelmanagement. Des Weiteren wird hier auch Inklusion gelebt: Drei Mitarbeitende mit Einschränkungen sind fest ins Team integriert – ein Beispiel für soziale Verantwortung im Handwerk.
Hands-on in der Mosterei
Die Produktion ist Handarbeit – vom Waschen über das Pressen bis zur Abfüllung. In der Mostzeit stapeln sich die Kisten, die Tanks füllen sich mit naturtrüben Säften. Aus dem Saft entstehen Sirup, Fruchtgummis und Marmeladen – so bleibt nichts ungenutzt. “Wir denken in Kreisläufen”, betont Alina Tomisch. “Was beim Pressen übrigbleibt, wird getrocknet und zu Tee oder Pulver verarbeitet.”
Neben der Verarbeitung ist der Hof ein Erlebnisort: Ferienwohnungen, Hoffeste, Führungen und sogar Alpakas machen Sohra zu einem Treffpunkt für Familien, Schulklassen und Genießer. Wer einmal hier war, nimmt mehr mit als einen Saft – nämlich das Gefühl, Teil einer nachhaltigen Idee zu sein.
Die Früchteverarbeitung Sohra ist mehr als ein Betrieb – es ist ein Netzwerk aus Menschen, Ideen und Werten. Kooperationen mit Schulen und Projekten zur Umweltbildung gehören ebenso dazu wie die Teilnahme an regionalen Märkten.
“Wir wollen zeigen, dass regionale Lebensmittel mehr sind als ein Trend – sie sind ein Stück Heimat”, betont Alina Tomisch.
Die Zukunft? Noch mehr Vielfalt, noch mehr Kreislaufwirtschaft. Von neuen Mischsäften bis hin zu innovativen Knoblauchprodukten – die Ideen gehen nicht aus. Und mit engagierten Nachwuchskräften wie Alina Tomisch ist klar: Die Früchteverarbeitung Sohra bleibt ein Ort, an dem Handwerk und Innovation Hand in Hand gehen.
Betriebsinfos
Früchteverarbeitung Sohra – Alina Tomisch
Früchteverarbeitung Sohra GmbH
Ortsstraße 28
09627 Sohra (Bobritzsch-Hilbersdorf)
Webseite: www.sohra-fruechte.de
- Denkmalgeschützter Dreiseithof mit eigener Produktion,
- Erhalt alter Obstsorten,
- Kombination aus Manufaktur, Hofladen und Erlebnisangeboten,
- Inklusionsbetrieb und
- praxisnahe Ausbildungsmöglichkeiten.
Mehr zur Bio-Verarbeitung auf oekolandbau.de:
Letzte Aktualisierung 22.05.2026







