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Energieintensive Produktion – Einsparpotenziale für Bäckereien

Die steigenden Energiekosten stellen Lebensmittelverabeitende Unternehmen vor Herausforderungen. MIt den richtigen Maßnahmen lässt sich in verschiedenen Bereichen der Produktion effektiv Energie sparen. Das lohnt sich finanziell und schont die Umwelt!
Einsparpotenziale in einzelnen Bereichen
Die höchsten Einsparpotenziale sind beim Backprozess zu finden, der auch einen großen Kostenpunkt darstellt:
- Öfen möglichst komplett belegen und optimierte Backgutreihenfolge beachten
- Auf ausreichende Dämmung der Backöfen und gute Isolierung der Ofentüren achten
- Ofentüren stets sofort schließen
- Gegebenenfalls Regeltechnik nachrüsten, um Feuchtigkeit und Temperatur exakt zu regeln
- Unnötige Warmhaltezeiten vermeiden und Backöfen rechtzeitig ausschalten
- Energierückgewinnung durch einen Schwadenkondensator oder Wärmetauscher nutzen, wobei die Abwärme als Heizwärme für den Verkaufsraum, die Privat- und Büro-Räume sowie als Nutz-Warmwasser zur Verfügung steht
- Bei Neuanschaffung von Backöfen auf eine Ausrüstung mit Stufenbrenner, Herdtürendämmung und Herdgruppensteuerung achten
Einsparpotenzial für diesen Teilbereich: etwa 15 bis 30 Prozent
Auch bei Kühlgeräten und Kälteanlagen kann Energie eingespart werden:
- Moderne Gärsteuerungsverfahren mit Langzeitführung nutzen, Tiefkühlphasen ver-meiden und mit möglichst kleinen Temperaturdifferenzen abkühlen
- Türen nur kurz öffnen
- Funktionsfähigkeit der Kühlraum-Aggregate und Dichtheit der Türen regelmäßig prü-fen
- Kühlrippen regelmäßig abtauen und reinigen
- Kühlgeräte optimal auslasten und nach Kühlanforderungen sortieren
- Tresen mit Abdeckungen oder Glastüren verwenden
- Kühltresen nicht nahe Wärmequellen, wie beispielsweise Heizungen, Fenster oder Südseite, platzieren
- Abwärme zur Warmwassererzeugung oder Heizungsunterstützung nutzen
Einsparpotenzial für diesen Teilbereich: etwa 15 bis 30 Prozent
Die Beleuchtung gehört in Bäckereien und Konditoreien zwar nicht zu den größten Strom-fressern, dennoch lassen sich auch hier Energiekosten einsparen. Der Tausch der Beleuch-tungsanlage rentiert sich oft bereits innerhalb weniger Jahre.
- Beleuchtungsanlage auf LED-Technologie umrüsten und bedarfsorientiert ausrichten
- Bei der Schaufensterbeleuchtung Halogenstrahler durch effizientere Strahler mit Spie-gel ersetzen
- Bei wenig genutzten Räumen auf Präsenzmelder setzen
- Beleuchtungssystem regelmäßig reinigen
- Bei Schaufenstern und Außenwerbung Dämmerungs- und Zeitschalter einsetzen
Einsparpotenzial für diesen Teilbereich: etwa 20 bis 50 Prozent
Durchschnittlich sind etwa drei Liter Wasser nötig, um ein Kilogramm Mehl zu verarbeiten. Auch hier kann Energie eingespart werden.
- Einbau eines Speichers, der indirekt mit der Heizung betrieben wird
- Temperatur des Speichers auf ein nötiges Maß begrenzen
- Abwärme der Kälteanlage und/oder des Backraumes nutzen
- Zirkulationspumpe mit Thermostat und Zeitschaltuhr ausstatten
- Bei Neuanschaffungen Geräte mit interner Wärmerückgewinnung durch Abluft oder Abwasser einsetzen
Einsparpotenzial für diesen Teilbereich: etwa 15 bis 40 Prozent
Die Druckluftverteilung ist oft das schwächste Glied in der Druckluftbereitstellung. Durch eine optimale Dimensionierung der Leitungen, die passenden Kompressoren und das richtige Druckniveau lässt sich hier viel Geld sparen.
- Anlagen und Filter regelmäßig warten
- Luftmengen auf eigenen Bedarf einstellen
- Leitungen und Anschlüsse auf Leckagen regelmäßig mit Ultraschall-Suchgerät auf Leckagen prüfen
Einsparpotenzial für diesen Teilbereich: etwa 25 – 50 Prozent
Mit einfachen Maßnahmen, die ohne großen Aufwand im Arbeitsalltag eingebunden werden können, lässt sich darüber hinaus Strom sparen:
- Nach Feierabend das Licht ausmachen
- Türen schließen und kleine Geräte und Adapter abends vom Strom trennen
- Energieverbrauch dokumentieren und auswerten
- Energieeinsparmaßnahmen prüfen und gegebenenfalls anpassen
Bei der Herstellung von Backwaren ergeben sich folglich große Einsparpotenziale. Nicht jede Maßnahme eignet sich für jeden Betrieb und muss gegebenenfalls im Einzelfall geprüft werden. Unabhängig von der Energiequelle können jedoch unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden, um Energie einzusparen. Durch einen geringen Energieverbrauch über alle Stufen der Wertschöpfungskette hinweg, lassen sich die Energiekosten schon mit geringem Aufwand deutlich senken. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern leistet zum Umwelt- und Naturschutz auch einen wichtigen Beitrag.
Ruth und Christian Scharwies von der Bio-Bäckerei Backwerk in Hannover setzen auf eine alternative Betriebsweise mit Öko-Schwerpunkt. "Wir wollen ökologischen Wandel gestalten und sehen es als Herausforderung, regionale Biobackwaren so umweltfreundlich wie möglich zu produzieren und zu transportieren", sagt Ruth Schwarwies in der Deutschen Handwerks Zeitung. Aufgrund der begrenzten Energieeinsparmöglichkeiten an ihrem jetzigen Standort haben sie sich dazu entschieden, in einen neuen Produktionsstandort zu investieren. Der Ausbau wurde gemeinsam mit einem Energieberater geplant. Auch den Fuhrpark haben Ruth und Christian Scharwies emissionsfreier gestaltet – mit E-Lastenrädern, betrieben mit Öko-Strom. Mit ihrem Lieferkonzept spart die Bäckerei nach eigenen Angaben jährlich zwei Tonnen CO2 ein und zeigt damit, dass der Transport von Backwaren auch energiesparender möglich ist.
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Letzte Aktualisierung 19.05.2022

