Zu den 13 befragten Mühlen gehören fünf Bio-Getreideerzeugerinnen und -erzeuger mit hofeigener Verarbeitung und ein Betrieb, der auch konventionelle Rohstoffe verarbeitet. Regional sind diese sehr ungleichmäßig verteilt: Nahezu jede dritte Bio-Mühle (30,7 Prozent) befindet sich in Bayern. An zweiter und dritter Stelle rangieren hier Niedersachsen und Baden-Württemberg mit jeweils 23 Prozent, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (15,4 Prozent). Unter den ostdeutschen Bundesländern kommt Brandenburg auf einen Anteil von 7,7 Prozent.
Zusammen vereinen die in der Studie befragten Mühlen für ihre Bio-Produktschiene rund 200 Mio. Euro Umsatz. Im Schnitt erzielte jede Mühle im Geschäftsjahr 2023 15,4 Mio. Euro Umsatz. Der Bio-Umsatz reichte von 500.000 bis zu 68 Mio. Euro. Nahezu jede vierte Mühle erwirtschaftete mehr als 50 Mio. Euro. Gut 15 Prozent der Unternehmen gaben mehr als 10 Mio. Euro Jahresumsatz an und 23 Prozent mehr als eine Mio. Euro. Fast 40 Prozent der Unternehmen setzte weniger als 1 Mio. Euro um.
Bio-Mühlen als Jobmotor
Die befragten Bio-Mühlen beschäftigten 2023 insgesamt 757 Menschen. Von den 13 befragten Unternehmen machten elf Angaben dazu: Im Schnitt beschäftige jede Mühle 69 Menschen. In den beiden größten Bio-Mühlen arbeiteten 250 Personen, der kleinste Betrieb beschäftigte lediglich drei Mitarbeitende. 61,5 Prozent der Mühlen bilden aus, gut dreimal so viel wie in der Gesamtwirtschaft. Insgesamt boten sie 21 Ausbildungsplätze, und zwar vor allem für kaufmännische und technische Berufe. Unter den Ausbildungsberufen waren Müller/-in, Fachkraft für Lebensmitteltechnik, Fachkraft für Lagerlogistik, Elektroniker/-in für Betriebstechnik, Industriekaufleute, Laboranten/-innen und Studierende von dualen BWL-Studiengängen.
Vielfältige Vermarktungswege
Bio-Mühlen nutzen vielfältige Absatzwege: 69 Prozent vermarkten über den Bio-Fachhandel und über Direktvermarktung, 61,5 Prozent betreiben einen eigenen Online-Shop. Die Auswertung der Studie ergab aber auch, dass auch weitere Verkaufswege wie der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) (38,5 Prozent) oder der Export (23 Prozent) immer wichtiger geworden sind. Nicht zu unterschätzen ist auch der Absatz an den Außer-Haus-Markt und der Online-Handel (jeweils 15,4 Prozent) über andere Anbieter.
Regionalität wird bei den meisten befragten Bio-Mühlen großgeschrieben: 76,5 Prozent beziehen ihre Rohstoffe aus einem Umkreis von bis zu 200 km. Jede zehnte Mühle verarbeitet ausschließlich deutsche Rohstoffe. Nur bei gut 13 Prozent stammt das Getreide aus der EU.
Auch in puncto Energie sind Bio-Mühlen zukunftsweisend: 93 Prozent nutzen Strom aus Wind, Sonne, Wasserkraft oder Biogas. Über 60 Prozent der Mühlen decken ihren Strombedarf sogar komplett aus erneuerbaren Energiequellen. Und über Zweidrittel der Bio-Mühlen erzeugen selbst Strom, primär aus Solarenergie, und können so im Durchschnitt rund 40 Prozent ihres Strombedarfs decken.