Öko-Modellregionen: Erfolgsmodell für Stadt, Land und regionale Wertschöpfung

Öko-Modellregionen sind ein erfolgversprechender Ansatz, um die regionale und ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft voranzubringen. Jetzt ist sogar die Millionenstadt München Teil einer neu anerkannten Öko-Modellregion geworden. Damit werden Öko-Modellregionen zunehmend zu einem wichtigen Baustein für die Zusammenarbeit von Städten und den umliegenden Regionen.

Was genau ist eigentlich eine Öko-Modellregion?

Kommunen schließen sich freiwillig zu regionalen Bündnissen zusammen, um die Erzeugung, Verarbeitung, Vermarktung und den Konsum regionaler Bio-Lebensmittel zu stärken. Ihr Ziel: Aufbau regionaler Bio-Wertschöpfungsketten und gleichzeitiges Voranbringen ökologischer Landwirtschaft sowie nachhaltiger Ernährungsstrukturen. Die Regionen entwickeln konkrete Vorhaben und erhalten Unterstützung für das Projektmanagement und die Umsetzung.

Stadt und Land gemeinsam stärken

Eine besondere Stärke von Öko-Modellregionen liegt in der engen Vernetzung von Stadt und Land. Im ländlichen Raum findet die landwirtschaftliche Produktion statt, während Großstädte mit Privathaushalten, Gastronomie, Lebensmitteleinzelhandel und Gemeinschaftsverpflegung über große Absatzpotenziale für regionale Bio-Produkte verfügen. Durch die systematische Verbindung von Erzeugung und Nachfrage entstehen regionale Wertschöpfungsketten – zum Vorteil von Landwirtschaft, Lebensmittelhandwerk, Wirtschaft und Kommunen.

Regionale Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg in Franken

Diese systematische Verbindung hat die seit 2015 aktive Öko-Modellregion Nürnberg, Nürnberger Land und Roth als einen ihrer zentralen Arbeitsschwerpunkte definiert. Somit soll der stark wachsende Bedarf an regional erzeugten Bio-Produkten vermehrt aus der Region gedeckt, das Lebensmittelhandwerk gestärkt und die Ernährungsbildung ausgebaut werden. Gleichzeitig unterstützt die Zusammenarbeit die Erreichung kommunaler Ziele in den Bereichen Regionalentwicklung, Wirtschaftsförderung, Klimaschutz und nachhaltige Ernährung.

Ein weiterer Mehrwert liegt in der engen Zusammenarbeit regionaler Akteure. Landwirtschaft, Lebensmittelhandwerk, Gastronomie, Verwaltung, Bildungseinrichtungen und Zivilgesellschaft entwickeln gemeinsam nachhaltige Lösungen für die Region. Fördermittel unterstützen dabei unter anderem Kleinprojekte, Bildungsangebote, Vermarktungsinitiativen und den Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten. So entstehen konkrete Impulse – von der Gemeinschaftsverpflegung über die Direktvermarktung bis hin zur Stärkung regionaler Verarbeitungsstrukturen.

Praxisbeispiel: Öko-Modellregion Münsterland

Wie erfolgreich die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Umland funktionieren kann, zeigt die Öko-Modellregion Münsterland. Die Stadt Münster und die umliegenden Kreise entwickeln dort gemeinsam die regionale Land- und Ernährungswirtschaft weiter. Ein Schwerpunkt liegt darauf, den Anteil bioregionaler Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung, der Gastronomie und im Handel zu erhöhen und gleichzeitig regionale Erzeuger zu stärken.

Ein konkretes Beispiel ist die Begleitung öffentlicher Einrichtungen auf dem Weg zu einer stärkeren Bio-Ausrichtung. So wurde die Kantine des Kreises Borken mit Unterstützung der Öko-Modellregion erfolgreich bio-zertifiziert. Solche Projekte zeigen, wie Öko-Modellregionen Kommunen dabei unterstützen können, Nachhaltigkeitsziele praktisch umzusetzen und gleichzeitig regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken.

Auch Kommunen, die selbst nicht Teil einer Öko-Modellregion sind, können von den Erfahrungen profitieren. Erfolgreiche Projekte lassen sich häufig auf andere Städte und Landkreise übertragen. Der Austausch zwischen erfahrenen und neu interessierten Kommunen bietet großes Potenzial, um regionale Ernährungssysteme gemeinsam weiterzuentwickeln.

Städte mit Bezug zu Öko- oder Bio-Modellregionen

Zu den größeren Städten, die selbst Teil einer Öko-Modellregion oder vergleichbarer Bio-Regionalinitiativen sind, gehören unter anderem:

  • Augsburg,
  • Freiburg im Breisgau (Bio-Musterregion),
  • Goslar,
  • Heidelberg (Bio-Musterregion),
  • Ingolstadt,
  • Karlsruhe (Bio-Musterregion),
  • München,
  • Münster,
  • Nürnberg,
  • Oldenburg und
  • Regensburg.

Vertiefende Informationen zu den Ökomodellregionen:


Letzte Aktualisierung 17.08.2026

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