Das Konzept des Betriebs lebt aber nicht zuletzt von einer sehr intakten Familienstruktur. Die beiden Kinder Paul und Eva Bird haben sich frühzeitig entschieden, in den Betrieb einzusteigen und ihn später zu übernehmen. Das machte die heutigen professionellen Strukturen erst möglich. Denn nur wegen der gesicherten Nachfolge lohnte es sich für Klaus Bird und seine Frau Bärbel, in einen modernen Hofladen zu investieren und eine eigene Gastronomie aufzubauen.
Der Einstieg in die eigene Bio-Fleischverarbeitung mit einer breiten Produktpalette wurde nur möglich, weil sich Bärbel Bird im Jahr 2006 für eine Ausbildung zur Metzgermeisterin entschied. Davor konnte der Hof nur Rinderviertel vermarkten. Auch Tochter Eva Bird ist Metzgermeisterin. Sie tüftelt laufend an neuen Spezialitäten und entwickelt den Hofladen weiter. Sohn Paul hat Freilandschweinehaltung mit Ferkelaufzucht mit etwa 150 Tieren selbstständig entwickelt und auf dem Hof etabliert. Davor gab es keine Schweine.
"Wir sind uns absolut bewusst, wie wertvoll dieser Familienzusammenhalt ist", sagt Klaus Bird. Dass sich daran auch nach vielen Jahren der Zusammenarbeit nichts geändert hat, liegt an einigen geschickten Regelungen. „Jeder hat seinen eigenen Bereich, von dem die anderen nur wenig Ahnung haben“, sagt Bird. „So vermeiden wir unnötige Diskussionen und Besserwisserei.“ Außerdem gibt es keinen gemeinsamen Haushalt. Eva hat eine eigene, abgetrennte Wohnung auf dem Betrieb, Paul wohnt außerhalb des Hofs.
Für die notwendigen Entscheidungen, die rund um den Betrieb getroffen werden müssen, trifft sich die Familie regelmäßig mindestens alle zwei Monate an einem "neutralen Ort". Auch hier wird immer ein Protokoll geführt und es gibt klare Arbeitsaufträge für jedes Familienmitglied.
Der neueste, gemeinsam erarbeitete Plan für den Betrieb ist die Anschaffung von Tiny Houses als Ferienwohnungen für die Gäste. Die Häuser sollen direkt am idyllischen Hofweiher stehen. Wahrscheinlich keine schlechte Idee, denn so bekommen die Besucher nicht nur zufriedene Nutztiere zu sehen, sondern vielleicht auch einen echten Biber.