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EU-Bio-Tag: Feiertag für den ökologischen Landbau

Die EU-Kommission hat den 23. September zum EU-Bio-Tag erklärt. Auch dieses Jahr ist das ein Grund zum Feiern! In Brüssel werden die Gewinnerinnen und Gewinner der EU Organic Awards ausgezeichnet. Auf zahlreichen Demobetrieben finden bundesweit Veranstaltungen statt. Und auf Oekolandbau.de schauen wir uns an, wie es um den Ökolandbau in der EU und in Deutschland steht.
Um den ökologischen Landbau zu fördern, hat die EU 2021 den 23. September zum EU-Bio-Tag erklärt. Das Datum ist nicht zufällig gewählt: Am 23. September sind Tag und Nacht gleich lang (auch Herbst-Äquinoktium genannt). Für den damaligen EU-Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski ein perfektes Symbol für das Gleichgewicht zwischen Landwirtschaft und Umwelt in der ökologischen Produktion. Der Tag soll die Menschen somit nicht nur für die ökologische Produktion sensibilisieren, sondern auch ihre Schlüsselfunktion beim Übergang zu nachhaltigen Lebensmittelsystemen in den Fokus rücken.
Öko-Fläche in Europa
Der europäische Bio-Sektor wächst weiterhin, allerdings deutlich langsamer als in den vergangenen Jahren. 2024 wurden in der EU-27 rund 17,8 Millionen Hektar oder auch 11,1 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche ökologisch bewirtschaftet. Spanien, Frankreich, Italien und Deutschland verfügen zusammen über mehr als die Hälfte der Bio-Fläche Europas und prägen damit maßgeblich den europäischen Ökolandbau.
Auch der Bio-Markt entwickelt sich weiter positiv: 2024 gaben die Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa rund fünf Prozent mehr Geld für Bio-Lebensmittel aus. Der Gesamtumsatz belief sich damit auf 58,7 Milliarden Euro. Deutschland ist innerhalb der EU ganz vorne mit dabei: 201 Euro gaben die Deutschen pro Kopf für Bio-Ausgaben aus – damit gehört Deutschland zu den Ländern mit einem hohen Bio-Konsum und ist zugleich der größte Bio-Markt Europas. Insgesamt betrachtet legte der deutsche Bio-Markt 2024 um 5,7 Prozent zu und trug damit wesentlich zum Wachstum des europäischen Gesamtmarktes bei. Bemerkenswert ist dabei vor allem, dass das Umsatzplus in erster Linie durch höhere Einkaufsmengen und nicht allein durch gestiegene Preise entstand.
Insgesamt zeigt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Während insbesondere Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern weiterhin eine hohe und teilweise wachsende Nachfrage von Bio-Produkten zu verzeichnen ist, kommt die Ausweitung der ökologischen Anbauflächen zunehmend langsamer voran. Die zentrale Herausforderung für den Bio-Sektor besteht daher darin, die Marktnachfrage in weiteres Flächen- und Produktionswachstum umzuwandeln.
Lesen Sie mehr über den Bio-Markt in Deutschland und Europa:
Was die europäische Bio-Branche 2026 bewegt hat
Die europäische Bio-Branche wurde 2026 vor allem durch zwei regulatorische Entwicklungen geprägt: Mit den neuen EU-Regeln zu neuen genomischen Techniken (NGT) werden NGT-1-Pflanzen ab 2028 grundsätzlich konventionell gezüchteten Pflanzen gleichgestellt. Im Ökolandbau bleiben jedoch alle mit NGT erzeugten Pflanzen verboten. Für Bio gewinnt damit vor allem die Frage an Bedeutung, wie sich NGT-freie Wertschöpfungsketten sichern lassen, da NGT-1-Produkte grundsätzlich nicht gekennzeichnet werden müssen.
Gleichzeitig tritt am 27. September 2026 die Empowering Consumers Richtlinie (EmpCo-RL) in Kraft: Sie verschärft die Regeln gegen irreführende Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen und stärkt damit die Bedeutung glaubwürdiger, nachvollziehbarer Kennzeichnungen. Für den Ökolandbau ist das besonders relevant, den die Begriffe “biologisch” und “ökologisch” dürfen wohl weiterhin verwendet werden, wenn die Anforderungen der EU-Öko-Verordnung erfüllt sind. Damit kann sich Bio nun klarer von allgemeinen, schwer belegbaren "grünen" Versprechen abgrenzen.
Bio in Deutschland: Bundesprogramm Ökologischer Landbau und das Bio-Siegel feiern Jubiläum

2026 gibt es gleich doppelten Grund zum Feiern: Das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) und das deutsche Bio-Siegel werden 25 Jahre alt! Beide wurden 2001 ins Leben gerufen und gelten als wichtige Meilensteine für den ökologischen Landbau in Deutschland. Das BÖL ermöglichte erstmals eine gezielte Förderung von Öko-Forschung mit engem Praxisbezug, während das Bio-Siegel für eine einheitliche Kennzeichnung von Bio-Produkten sorgte. Von anfänglich 14 Unternehmen und 45 Produkten ist das Siegel inzwischen auf über 115.000 Produkte von knapp 7.400 Unternehmen angewachsen und hat dazu beigetragen, Bio-Produkte in der breiten Öffentlichkeit und im Lebensmittelhandel zu etablieren.
Wie die aktuelle Stimmung und Lage des deutschen Ökolandbaus ist, darüber hat Oekolandbau.de in einem Interview mit Prof. Jürgen Heß gesprochen. Er ist Vorstandsvorsitzender des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) Deutschland.
Wie funktioniert der Ökolandbau?
Die Grundlage des ökologischen Landbaus ist die Kreislaufwirtschaft – aber was bedeutet das? Und warum ist sie für den Ökolandbau so wichtig? In unseren Erklärvideos erfahren Sie alles über die wichtigsten Aspekte des ökologischen Landbaus:
Filme: Die Grundlagen des Ökolandbaus erklärt!
So geht Kreislaufwirtschaft: die Grundlage ökologischer Landwirtschaft
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So funktioniert die Düngung im ökologischen Landbau
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So funktioniert eine artgerechte Tierhaltung im ökologischen Landbau
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Was bedeutet fruchtbarer Boden im Ökolandbau?
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Wie erkenne ich Bio-Lebensmittel im Supermarkt?
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Was leistet der Ökolandbau?
Der Ökolandbau leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Biodiversität und Insekten. Viele Bio-Betriebe schaffen mit Wildhecken, Streuobstwiesen, Waldweiden oder Tiny Forests wichtige Strukturen und Rückzugsräume für verschiedene Arten.
Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Art und Weise, wie Pflanzenschutz im Ökolandbau betrieben wird: Da die chemisch-synthetische Bekämpfung von Schädlinge und Krankheiten tabu ist, setzen Bio-Betriebe in erster Linie auf Vorbeugung – beispielweise durch vielfältige Fruchtfolgen, robuste Sorten, Bodenpflege und die Förderung natürlicher Gegenspieler – sowie, wenn nötig, auf biologischen Pflanzenschutz. Dadurch bleiben Lebensräume und Nahrungsquellen für Bestäuber und andere Nützlinge erhalten. Der Ökolandbau kann mit all diesen Maßnahmen aktiv Lebensräume schaffen und die Vielfalt in der Agrarlandschaft erhöhen – und so einen Beitrag leisten, dem Insektensterben und Biodiversitätsverlust entgegenzuwirken.
Der Extremsommer 2026 hat noch einmal eindrücklich gezeigt, wie wichtig eine widerstandsfähige Landwirtschaft angesichts von Hitze, Trockenheit und Wetterextremen ist. All die Prinzipien auf die der Ökolandbau setzt, wie beispielsweise Bodenfruchtbarkeit, vielfältige Fruchtfolgen, Biodiversität und Wasserschutz, sind für eine klimaangepasste Landwirtschaft relevant. Dabei ist ökologische Wirtschaftsweise kein Schutz vor Extremwetterereignissen selbst, sondern bietet vielfältige Ansätze, die Resilienz von Agrarsystemen langfristig zu stärken.
Gerade der Blick auf die Ressource Wasser wird in diesem Kontext nochmal bedeutender. Umso wichtiger ist es zu verstehen, wie viel Wasser wir als Gesellschaft verbrauchen, wie wir unser Grundwasser schützen, was Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft damit zu tun haben und was der Ökolandbau und Wasserversorger heute schon tun, um Wasser langfristig und nachhaltig zu sichern.
Auch bei der Tierhaltung verbindet der Ökolandbau Umwelt- und Tierschutz. Die Tiere werden möglichst mit regional erzeugtem oder eigenem Futter gefüttert. Die Futterpflanzen werden dabei ohne den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel und Dünger erzeugt. Die EU-Öko-Regeln schreiben verschiedene Maßnahmen für eine artgerechtere Haltung vor, unter anderem mehr Platz oder auch Zugang zu Auslauf oder Weide. Die Tiere sollen ihre natürlichen Verhaltensweisen möglichst ausleben können.
Der Ökolandbau versteht Tierwohl damit nicht nur als Vermeidung von Leid, sondern als Teil eines ganzheitlichen Systems: Tierhaltung, Boden, Pflanzenbau und Kreislaufwirtschaft werden miteinander verbunden. Sie wollen nun wissen, wie die ökologische Tierhaltung im Detail aussieht? Werfen Sie hier einen Blick auf unsere Beiträge rund Rind, Schwein, Geflügel & Co.:
Einblicke in die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft

Woher kommen eigentlich unsere Lebensmittel? Was macht ökologische Produktionsweise aus? Immer mehr Menschen möchten wissen, wo und wie Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst, Käse und Co. erzeugt werden. Antworten auf diese Fragen bieten die Höfe des bundesweiten Netzwerks Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau: Kleine Gemischtbetriebe, Gärtnereien, große Ackerbaubetriebe, Weinbaubetriebe und Imkereien sind zum Beispiel ebenso vertreten wie Betriebe, die nach dem Modell der solidarischen Landwirtschaft arbeiten. Alle Betriebe des Netzwerks eint das gemeinsame Ziel, den Ökolandbau zu stärken und der Bevölkerung vor Ort näherzubringen.
Nicht nur am EU-Bio-Tag finden zahlreiche Hoffeste und Führungen statt, die die Vielfalt des Ökolandbaus eindrücklich zeigen. Ein Besuch lohnt sich! Zu den Veranstaltungen auf den Demobetrieben.
EU-Bio-Award: Auszeichung für innovative Projekte

Am 23. September 2026 gibt die Kommission die sieben Gewinnerinnen und Gewinner des EU-Bio-Preises bekannt. Mit den Preisen werden hervorragende, innovative, nachhaltige und inspirierende Projekte ausgezeichnet, die einen echten Mehrwert für die ökologische Erzeugung und den ökologischen Verbrauch schaffen. Auch dieses Jahr sind wieder deutsche Bewerbungen nominiert.
Wer ist dabei? Und wer gewinnt dieses Jahr? Bleiben Sie auf unserer Seite zum EU-Bio-Preis auf dem Laufenden!
Frauen in der (Bio-)Landwirtschaft: Geschlechtergerechtigkeit in Agrar- und Ernährungssystemen weltweit
Das Internationale Jahr der Landwirtin 2026 macht sichtbar, welchen Beitrag Frauen zu Landwirtschaft und Ernährungssicherung leisten – nicht nur in Deutschland und Europa, sondern weltweit. Gleichzeitig zeigt es, wo noch Lücken bestehen: Frauen sind in Agrar- und Ernährungssystemen stark vertreten, führen aber deutlich seltener Betriebe und haben vielfach schlechteren Zugang zu Land, Kapital und Technologien.
Auch der Ökolandbau bildet dabei keine Ausnahme. Zwar übernehmen Frauen hier etwas häufiger Betriebsleitung, Eigentum oder Hofnachfolge als im Durchschnitt der Landwirtschaft. Viele Herausforderungen bleiben jedoch bestehen – von der Einkommens- und Altersabsicherung bis zur Verteilung von Haus- und Carearbeit.
Um diesem Thema genug Raum zu geben, haben wir im Jahresverlauf verschiedene Frauen aus der deutschen und europäischen Bio-Branche porträtiert. Lesen hier mehr dazu:
Weitere Infos im Web:
Letzte Aktualisierung 18.09.2026






























