Welt-Tofu-Tag

Am 25. August ist Welt-Tofu-Tag!

Der Welt-Tofu-Tag ist eine gute Gelegenheit, unsere täglichen Essgewohnheiten zu hinterfragen. Denn wer mehr Tofu und andere pflanzliche Eiweißquellen in seinen Speiseplan integriert, tut nicht nur sich selbst, sondern auch der Umwelt etwas Gutes – ganz im Sinne der Planetary Health Diet. Alle, die den Welt-Tofu-Tag dieses Jahr aktiv zelebrieren möchten, erfahren in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung von BIOSpitzenköchin Mayoori Buchhalter, wie einfach Tofu selbst hergestellt werden kann.

Tofu ist eine hervorragende pflanzliche Eiweißquelle und damit eine sinnvolle Alternative zu Fleisch, Eiern und Milchprodukten. Das auch als Bohnenquark bekannte Sojaprodukt kann eine ausgewogene Ernährung fördern und sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Gleichzeitig ist seine Herstellung im Vergleich zu tierischen Eiweißquellen ressourcenschonender und umweltfreundlicher: Für die Produktion von Soja werden weniger Land und Wasser benötigt, und die Treibhausgasemissionen sind erheblich geringer als bei der Tierhaltung – besonders, wenn der Tofu aus heimischen Sojabohnen hergestellt wird.

Zur Studie des Bundesumweltamtes: Die Zukunft im Blick: Fleisch der Zukunft

Warum nicht einfach mal Tofu in der eigenen Küche herstellen?

Selbstgemachter Tofu ist frisch, individuell anpassbar und lässt sich perfekt je nach Geschmack würzen! Unsere BIOSpitzenköchin Mayoori Buchhalter zeigt Schritt für Schritt, wie man Tofu von Grund auf selber machen kann. Mit praktischen Tipps und anschaulichen Bildern führt die BIOSpitzenköchin durch den gesamten Prozess. Wenn man Tofu selbst herstellt, leistet man gleichzeitig einen bedeutenden Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit: Es fällt weniger Verpackungsmüll an, und die Transportwege sind kürzer. Nicht zu vergessen ist auch, dass der nahrhafte Pressrückstand Okara vielseitig weiterverwendet werden kann. Zudem kann man sich bewusst für die Verwendung von heimischen Sojabohnen entscheiden. Denn der Anbau von Soja kann je nach Anbauregion negative Auswirkungen auf die Umwelt haben.

Fertiger Tofublock wird in Scheiben geschnitten.

25.08.2025Bio im Alltag

Tofu selber machen

Erfahren Sie, wie Sie mit Sojabohnen und wenigen Zutaten Tofu selber machen können. Mit Anleitung der BIOSpitzenköchin Mayoori Buchhalter.

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Sojaanbau: Herkunft, Nutzung und Kritik

Brasilien ist der weltweit größte Sojaproduzent, gefolgt von den USA, Argentinien und China. Der Großteil der dort angebauten Sojabohnen wird allerdings als Tierfutter verwendet und nicht für die direkte Lebensmittelproduktion, beispielsweise für Tofu. Soja für den menschlichen Verzehr stammt meist aus Europa, da hier gentechnikfreie Anbaumethoden vorgeschrieben sind. Dennoch steht der Import von Soja aus Brasilien – auch nach Deutschland – zurecht in der Kritik. Denn der Anbau ist häufig mit der Abholzung des Regenwaldes, Monokulturen, Konflikten um Landnutzungsrechte sowie dem Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen verbunden. Laut internationaler Agrarstatistik sind rund 80 Prozent der weltweit angebauten Sojabohnen gentechnisch verändert, womit Soja die am weitesten verbreitete gentechnisch veränderte Nutzpflanze ist.

Die Lösung: Sojabohnen aus Deutschland!

In Deutschland wächst der Trend zum Anbau von Soja – auch von Bio-Soja – stetig. Immer mehr Landwirtinnen und Landwirte setzen auf die regionale Produktion, um die Nachfrage nach nachhaltig und gentechnikfrei erzeugtem Soja zu decken. Das heimische Bio-Soja wird vor allem als proteinreiches Tierfutter in der ökologischen Landwirtschaft eingesetzt. Daneben wird es auch für die Herstellung von Bio-Lebensmitteln wie Tofu genutzt. Der zunehmende Sojaanbau in Deutschland stärkt somit regionale Wertschöpfungsketten und macht die Landwirtschaft nachhaltiger.

Der heimische Anbau von Soja bietet viele Vorteile wie den Schutz des Regenwaldes, kurze Transportwege, mehr Transparenz sowie Rückverfolgbarkeit und Gentechnikfreiheit. An der Ausweitung des Soja-Anbaus in Deutschland war unter anderem das "Soja-Netzwerk" beteiligt. Das Projekt ist Teil der Eiweißpflanzenstrategie der Bundesregierung. Ziel des Netzwerkes ist die Ausweitung und Verbesserung des Anbaus und der Verwertung von Sojabohnen in Deutschland. Durch verschiedene Maßnahmen soll der heimische Sojaanbau gefördert werden.

Demo-Betriebe mit Soja-Anbau

Auch einige Demonstrationsbetriebe des ökologischen Landbaus haben die Vorteile des Bio-Sojanbaus für sich entdeckt, wie zum Beispiel das Hofgut Holland in Baden-Württemberg:

Sojabohnen sind eine wertvolle Ergänzung in Bio-Fruchtfolgen. Ihr Anbau ist heute technisch gut umsetzbar, sie haben einen hohen Vorfruchtwert und liefern in vielen Regionen stabile Erträge. Die Ausweitung ihres Anbaus ist jetzt vor allem eine Frage des Marktpreises, da die vergleichsweise hohen Kosten für unter anderem Saatgut und mechanische Unkrautregulierung gedeckt werden müssen. Bio-Soja verdient mehr Wertschätzung im Lebensmittelmarkt!

Hans Holland, Betriebsleiter auf dem Demonstrationsbetrieb Hofgut Holland.

Wer sich den Sojaanbau einmal aus der Nähe anschauen möchte, sollte einen der folgenden Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau besuchen:

Tofu macht den Boden fruchtbar

Leguminosen binden mit Hilfe sogenannter Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft, was den Einsatz von Düngemitteln reduziert und die Bodenfruchtbarkeit fördert. Insbesondere für die Stickstoffversorgung der Pflanzen im ökologischen Landbau sind Leguminosen ein elementarer Bestandteil der Fruchtfolge, da die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau den Einsatz von mineralischem Stickstoff verbieten. Welche Rolle Leguminosen bei der Düngung im Öko-Landbau spielen, zeigt unser Erklärfilm.


Film ab: So funktioniert die Düngung im ökologischen Landbau


Tofu – ein Beitrag zur Planetary Health Diet

Die Umstellung auf mehr pflanzliche Proteine wie Tofu ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigen Ernährung, die sowohl die Gesundheit als auch die Umwelt schont. Dies wird durch das neue WBAE-Gutachten bestätigt, das betont, dass eine Ernährungsweise mit einem höheren Anteil pflanzlicher Proteinquellen nicht nur positive gesundheitliche Effekte hat, sondern auch wesentlich zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und zum Schutz natürlicher Ressourcen beiträgt.

Die Planetary Health Diet, entwickelt von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der EAT-Lancet Kommission, verfolgt genau dieses Ziel: Sie soll eine gesunde Ernährung für eine wachsende Weltbevölkerung sicherstellen und gleichzeitig die Umweltauswirkungen unseres Ernährungssystems minimieren. Ein zentrales Element der Planetary Health Diet ist die drastische Reduktion von tierischen Produkten und eine verstärkte Hinwendung zu pflanzlichen Proteinquellen wie Hülsenfrüchten, Nüssen und Tofu.

Das WBAE-Gutachten unterstreicht, dass durch die Umsetzung solcher Empfehlungen nicht nur individuelle Gesundheitsrisiken reduziert werden können, sondern auch globale Herausforderungen wie die Klimakrise und der Verlust von Biodiversität wirksam adressiert werden. Somit stellt die verstärkte Integration pflanzlicher Proteine in die Ernährung einen zentralen Baustein für eine zukunftsfähige und resiliente Ernährung dar.

Was das neue WBAE-Gutachten für die Außer-Haus-Verpflegung bringen kann, hat Prof. Achim Spiller, Vorsitzender des WBAE, im Interview mit Oekolandbau.de erklärt.

Wer wissen will, wie groß der CO2-Fußabdruck seiner Lebensmittel und Ernährungsgewohnheiten ist, kann das mit dem "CO2-Rechner Essen" von GoClimate herausfinden.

Welche Sorten von Tofu gibt es ?

Tofu wird aus Sojamilch hergestellt, die durch Gerinnung mit Salzen oder Säuren zu festen Blöcken gepresst wird. Das Verfahren ähnelt der Käseherstellung. Es gibt verschiedene Arten von Tofu, die sich in Konsistenz, Geschmack und Herstellungsprozess unterscheiden:

Bei der Tofuherstellung fallen zudem Nebenprodukte an, nämlich Sojamolke und Sojapülpe, auch Okara genannt. Okara besteht aus den Pflanzenfasern und Schalenstoffen der Sojabohnen, die nach dem Einweichen, Vermahlen und Aufkochen und dem anschließenden Sieben in der Tofuproduktion übrigbleiben.

Okara ist keineswegs ein Abfallprodukt, sondern ein hochwertiges Lebensmittel, das reich an Proteinen, Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen ist. Es eignet sich besonders für Low-Carb-Gerichte und ist ideal zum Backen, für Bratlinge oder Aufstriche. Der neutrale Geschmack ist ein weiterer Vorteil, sodass es sich sowohl für süße als auch für herzhafte Gerichte verwenden lässt.

Tofu ist vielseitig einsetzbar in der Küche

Auch Tofu ist ein wahres Multitalent in der Küche, denn er nimmt den Geschmack der Zutaten, mit denen er zubereitet wird, leicht an. Er kann in einer Vielzahl von Gerichten verwendet werden, von herzhaft bis süß. Fester Tofu kann in Pfannengerichten knusprig gebraten werden, während Seidentofu Cremesuppen oder Desserts wie veganem Käsekuchen eine cremige Textur verleiht.

Ein weiterer Vorteil von Tofu ist, dass er in Marinaden eingelegt werden kann, was ihn ideal für pikante Gerichte macht. Tofu kann gegrillt, gebraten, gebacken, gekocht oder sogar roh gegessen werden. Diese Vielseitigkeit macht ihn zu einem beliebten Produkt für mehr Kreativität in der Küche.

Rezepte mit Tofu von Biospitzenköchin Mayoori Buchhalter

Für alle, die den Welt-Tofu-Tag als Anlass nehmen möchten auf eine pflanzenbasierte Ernährung umzusteigen, finden hier hilfreiche Webseiten und Apps:


Letzte Aktualisierung 25.08.2025

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