Der Welt-Tofu-Tag ist eine gute Gelegenheit, unsere täglichen Essgewohnheiten zu hinterfragen. Denn wer mehr Tofu und andere pflanzliche Eiweißquellen in seinen Speiseplan integriert, tut nicht nur sich selbst, sondern auch der Umwelt etwas Gutes – ganz im Sinne der Planetary Health Diet. Alle, die den Welt-Tofu-Tag dieses Jahr aktiv zelebrieren möchten, erfahren in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung von BIOSpitzenköchin Mayoori Buchhalter, wie einfach Tofu selbst hergestellt werden kann.
In Deutschland wächst der Trend zum Anbau von Soja – auch von Bio-Soja – stetig. Immer mehr Landwirtinnen und Landwirte setzen auf die regionale Produktion, um die Nachfrage nach nachhaltig und gentechnikfrei erzeugtem Soja zu decken. Das heimische Bio-Soja wird vor allem als proteinreiches Tierfutter in der ökologischen Landwirtschaft eingesetzt. Daneben wird es auch für die Herstellung von Bio-Lebensmitteln wie Tofu genutzt. Der zunehmende Sojaanbau in Deutschland stärkt somit regionale Wertschöpfungsketten und macht die Landwirtschaft nachhaltiger.
Der heimische Anbau von Soja bietet viele Vorteile wie den Schutz des Regenwaldes, kurze Transportwege, mehr Transparenz sowie Rückverfolgbarkeit und Gentechnikfreiheit. An der Ausweitung des Soja-Anbaus in Deutschland war unter anderem das "Soja-Netzwerk" beteiligt. Das Projekt ist Teil der Eiweißpflanzenstrategie der Bundesregierung. Ziel des Netzwerkes ist die Ausweitung und Verbesserung des Anbaus und der Verwertung von Sojabohnen in Deutschland. Durch verschiedene Maßnahmen soll der heimische Sojaanbau gefördert werden.
Demo-Betriebe mit Soja-Anbau
Auch einige Demonstrationsbetriebe des ökologischen Landbaus haben die Vorteile des Bio-Sojanbaus für sich entdeckt, wie zum Beispiel das Hofgut Holland in Baden-Württemberg:
Wer sich den Sojaanbau einmal aus der Nähe anschauen möchte, sollte einen der folgenden Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau besuchen:
Tofu – ein Beitrag zur Planetary Health Diet
Die Umstellung auf mehr pflanzliche Proteine wie Tofu ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigen Ernährung, die sowohl die Gesundheit als auch die Umwelt schont. Dies wird durch das neue WBAE-Gutachten bestätigt, das betont, dass eine Ernährungsweise mit einem höheren Anteil pflanzlicher Proteinquellen nicht nur positive gesundheitliche Effekte hat, sondern auch wesentlich zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und zum Schutz natürlicher Ressourcen beiträgt.
Die Planetary Health Diet, entwickelt von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der EAT-Lancet Kommission, verfolgt genau dieses Ziel: Sie soll eine gesunde Ernährung für eine wachsende Weltbevölkerung sicherstellen und gleichzeitig die Umweltauswirkungen unseres Ernährungssystems minimieren. Ein zentrales Element der Planetary Health Diet ist die drastische Reduktion von tierischen Produkten und eine verstärkte Hinwendung zu pflanzlichen Proteinquellen wie Hülsenfrüchten, Nüssen und Tofu.
Das WBAE-Gutachten unterstreicht, dass durch die Umsetzung solcher Empfehlungen nicht nur individuelle Gesundheitsrisiken reduziert werden können, sondern auch globale Herausforderungen wie die Klimakrise und der Verlust von Biodiversität wirksam adressiert werden. Somit stellt die verstärkte Integration pflanzlicher Proteine in die Ernährung einen zentralen Baustein für eine zukunftsfähige und resiliente Ernährung dar.
Was das neue WBAE-Gutachten für die Außer-Haus-Verpflegung bringen kann, hat Prof. Achim Spiller, Vorsitzender des WBAE, im Interview mit Oekolandbau.de erklärt.
Tofu ist vielseitig einsetzbar in der Küche
Auch Tofu ist ein wahres Multitalent in der Küche, denn er nimmt den Geschmack der Zutaten, mit denen er zubereitet wird, leicht an. Er kann in einer Vielzahl von Gerichten verwendet werden, von herzhaft bis süß. Fester Tofu kann in Pfannengerichten knusprig gebraten werden, während Seidentofu Cremesuppen oder Desserts wie veganem Käsekuchen eine cremige Textur verleiht.
Ein weiterer Vorteil von Tofu ist, dass er in Marinaden eingelegt werden kann, was ihn ideal für pikante Gerichte macht. Tofu kann gegrillt, gebraten, gebacken, gekocht oder sogar roh gegessen werden. Diese Vielseitigkeit macht ihn zu einem beliebten Produkt für mehr Kreativität in der Küche.