Wir verwenden Cookies, um Ihnen die optimale Nutzung unserer Webseite zu ermöglichen. Es werden für den Betrieb der Seite nur notwendige Cookies gesetzt. Details in unserer Datenschutzerklärung.
Tag des Käses: Genuss mit Verantwortung

Am 4. Juni feiern Käseliebhaberinnen und -liebhaber weltweit den Tag des Käses – ein Tag, der nicht nur den Genuss, sondern auch die Vielfalt dieses Milchprodukts würdigt. Ob von Kuh, Schaf oder Ziege – Käse ist in seinen zahlreichen Varianten nicht aus der Küche wegzudenken. Viele fragen sich heute, wie ihr Käse hergestellt wird und welche Auswirkungen die Produktion sowie der Konsum auf Umwelt und Klima haben. Genau hier punktet Bio-Käse!
Wissenswertes über Käse:
- Weltweit gibt es über 5.000 Käsesorten.
- Jährlich werden rund 15,5 Millionen Tonnen Käse aus Kuhmilch produziert.
- Der beliebteste Käse weltweit ist der Mozzarella.
- In Deutschland verzehren wir pro Person durchschnittlich rund 26,4 Kilogramm Käse im Jahr.
- Der Selbstversorgungsgrad mit Käse liegt in Deutschland bei 125 Prozent.
Wie klimaschädlich ist Käse?
Unsere Ernährung ist für rund ein Viertel aller mit Konsum in Verbindung stehenden deutschen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Dabei werden die Emissionen von der landwirtschaftlichen Produktion bis zum privaten Konsum zusammengerechnet. Weitere Emissionen entstehen durch Lebensmittelverschwendung entlang der Wertschöpfungskette.
Etwa 70 Prozent der Emissionen, die durch unsere Ernährung verursacht werden, entstehen durch tierische Produkte wie Fleisch, Milch und Käse. Bei Rindern enstehen die Emissionen vor allem durch die Futtermittelproduktion und die Verdauung der Wiederkäuer, bei der das klimaschädliche Gas Methan ausgestoßen wird. Wenn Kühe aber auch Ziegen und Schafe Grünland beweiden, kann sich das jedoch auch positiv auf Klima und Umwelt auswirken, da Grünland als CO2-Senke dienen kann. Darüber hinaus sind Wiesen und Weiden wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt von Wiesenpflanzen, Insekten und Vögeln. Besonders die ökologische Grünlandwirtschaft punktet hier.
Ökologische Käseproduktion: Was bedeutet das?
Ökologisch hergestellter Käse unterscheidet sich von konventionellem Käse vor allem durch die Haltungsbedingungen der Tiere und die zugelassenen Zusatzstoffe bei der Käseherstellung. Hier stehen Tierwohl und Ressourcenschonung im Mittelpunkt:
Ökologische Tierhaltung
Milchkühe, Ziegen oder Schafe in ökologischer Haltung müssen mit biologisch angebautem Futter gefüttert werden. Dieses stammt zum überwiegenden Teil aus eigenem Anbau. Gentechnisch verändertes Futter ist tabu. Bio-Landwirtinnen und Landwirte setzen auf eine artgerechte Haltung. Die Tiere müssen zum Beispiel Zugang zu Weideflächen und zu einem Laufhof haben, insbesondere wenn die Witterungsbedingungen den Weidegang nicht erlauben. Im ökologischen Futteranbau sind chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Düngemittel nicht zugelassen. Der Antibiotika-Einsatz ist streng geregelt. Konzepte wie die Kuhgebundene Kälberaufzucht finden immer häufiger Anwendung auf ökologischen Milchvieh-Betrieben.
Handwerkliche Verarbeitung
Bei der Käseherstellung setzt die Bio-Branche auf traditionelle, handwerkliche Methoden. Die Milch, die aus ökologischer Tierhaltung stammen muss, wird mit möglichst schonenden Verfahren weiterverarbeitet. Der Einsatz von Zusatz- und Verarbeitungshilfsstoffen ist dabei durch die EU-Öko-Verordnung streng geregelt. Die etwas größeren mittelständischen Bio-Molkereien arbeiten arbeiten zwar im industriellen Maßstab, behalten aber dennoch bewusst handwerkliche Aspekte bei.
Aktuell verarbeiten in Deutschland rund 50 milchwirtschaftliche Unternehmen Bio-Milch zu Bio-Milchprodukten, zudem gibt es etwa 356 Bio-Hofmolkereien beziehungsweise Bio-Hofkäsereien. Auch Mobile Käsereien sind im Einsatz. Sie kommen direkt auf die Höfe und und verarbeiten die Milch vor Ort zu verschiedenen Käsesorten. Da der der Begriff "Hofkäse" nicht geschützt ist, kann er auch von Großmolkereien genutzt werden. Der Verband für handwerkliche Milchverarbeitung e.V. hat daher ein Gütesiegel für Hofkäse und Hofmolkerei-Produkte entwickelt, das eine handwerkliche und traditionelle Herstellung auf dem Hof garantiert.
BÖL-Projekt: "Wertschöpfungskette für Frischmilch, Käse aus Bio-Heumilch und Ziegenfrischkäse"
Das vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) geförderte Projekt zielt darauf ab, nachhaltige und regionale Wertschöpfungsketten für Milchprodukte aus biologischer Heumilch und Ziegenfrischkäse in Süddeutschland aufzubauen. Dabei sollen unter anderem die Produktvielfalt, die Transparenz der Produktionsprozesse und die regionale Vermarktung gestärkt werden. Im Fokus stehen kurze Lieferketten und die Vernetzung der Betriebe und Akteure entlang der Wertschöpfungskette.
Projektlaufzeit: 01.12.2024 bis 30.11.2027
Tipps für bewussten Käsekonsum
Auf Bio-Logos achten:
Das EU-Bio-Logo,das deutsche Bio-Siegel sowie die Logos der Bio-Anbauverbände garantieren den ökologischen Standard.
Regional einkaufen:
Lokale Käsereien sparen Transportwege und unterstützen die Region. Welche Bio-Molkereien es in Deutschland gibt und wo diese ihren Standort haben, finden Sie in unserer interaktiven Karte. Auch im Bio verarbeiten – Praxis-Netzwerk finden Sie Betriebe, die sich das Lebensmittelhandwerk auf die Fahne schreiben. Ein spannendes Beispiel aus dem Bereich der Käseherstellung ist die Gönnamühle in der Nähe von Jena. Olaf Möller verarbeitet in seiner Käserei Schaf- und Ziegenmilch zu Bio-Käse. Auch zahlreiche Betriebe aus dem Netzwerk Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau haben eine eigene Milchverarbeitung aufgebaut. Lernen Sie hier eine Auswahl näher kennen:
Vielfalt probieren:
Unterschiedliche Milchsorten (Kuh, Schaf, Ziege) und handwerklich hergestellte Sorten entdecken.
Reste clever verwerten:
Käse kann sehr gut in Salaten, Suppen oder Aufläufen verarbeitet werden, um Verschwendung zu vermeiden. Lassen Sie sich dazu gerne inspirieren von den Rezepten unserer BIOSpitzenköchinnen und -köchen:
Vegane Käse-Alternativen:
Wer bewusst auf den Konsum von Milchprodukten verzichtet, kann heute auf eine Vielzahl an Alternativen zurückgreifen. Lesen Sie in unserem Artikel "Veganer Käse-Ersatz in Bio-Qualität", welche Ersatzprodukte es inzwischen schon in Bio-Qualität gibt.
Mehr dazu auf Oekolandbau.de:
Weitere Infos im Web:
Letzte Aktualisierung 01.06.2026
































