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Verbesserung des Bio-Kontrollsystems und der Betrugsverhinderung in Lieferketten

Das Ziel des Vorhabens DIGICHECK war es, ein umsetzbares Konzept für die Verbesserung von Kontrolle und Betrugsbekämpfung bei Bio-Produkten am Beispiel der Getreidekette zu entwickeln. Signifikante Lücken im Kontroll- und Zertifizierungssystem wurden identifiziert, evaluiert und Maßnahmen vorgeschlagen, um diese zu schließen.
Empfehlungen für die Praxis
Digitale Erfassung von Daten für die Öko-Kontrolle
Eine digitale Infrastruktur für Kontrolle und Zertifizierung hat viele Vorteile: Neben der Verschlankung der Bürokratie sorgt
sie für einen verbesserten Datenaustausch im Kontroll- und Zertifizierungssystem und leistet so einen Beitrag zur Betrugsbekämpfung durch mehr Transparenz in den Wertschöpfungsketten. Dazu können bereits vorhandene digitale Daten genutzt werden.
Durchführung von betrieblichen Massenbilanzen entlang von Produktketten
Massenbilanzen von Warenflüssen entlang der Lieferkette sind ein einfaches und verlässliches Instrument zur Betrugsverhinderung und -bekämpfung. Dazu sind digitale Flächen-, Kultur- und Mengendaten sowie Transaktionsdaten der gehandelten Produkte erforderlich. Eine aufwändige Labortechnik und Analytik oder Chargenrückverfolgbarkeit ist nicht erforderlich.
Einführung eines digitalen Systems für Kontrolldaten und Massenbilanzierung
Die verpflichtende Einführung eines digitalen Systems würde dazu beitragen, den Betrug mit Bio-Produkten zu verhindern und die Markttransparenz zu verbessern. Aber auch die freiwillige Einführung durch Kontrollstellen und Unternehmen der Lieferkette bietet umfassende Vorteile.
Die Integration von digitalisierten Daten in Check Organic anhand eines GIS spart uns ca. 25 Prozent Aufwand bei der Administration und Kontrolle. Die Massenbilanzierung ist einfach und nachvollziehbar.
Ronald Wesner, Kiwa BCS Öko-Garantie GmbH
Informationen zum Projekt
Eine wachsende Zahl von Verbraucherinnen und Verbrauchern ist bereit, für Bio-Produkte einen höheren Preis zu zahlen. Die Preisdifferenz bringt die Gefahr von Betrug mit sich. Daraus ergibt sich die Verpflichtung für alle Beteiligten, die Integrität von Bio-Produkten zu gewährleisten. Eine der wesentlichen Schwachstellen des Bio-Kontrollsystems ist die fehlende digitale Erfassungder relevanten Daten (Lage und Größe von Flächen, Kultur, Ertrag, gehandelte Mengen). Die digitale Verfügbarkeit der Daten würde es ermöglichen, die Produkttransaktionen vom Feld mit der gesamten Produktkette zu verknüpfen. Dabei wird zwischen Rückverfolgbarkeit von Zertifizierungs- und Produkttransaktionsdaten unterschieden. Die digitale Verfügbarkeit und Verknüpfung von Daten spielen hierfür und für die Betrugsverhinderung die entscheidende Rolle.
Die Umsetzung von DIGICHECK erfolgte in drei inhaltlichen Arbeitspaketen:
- Analyse des bestehenden Kontroll- und Zertifizierungssystems
- Umsetzung eines Massenbilanzsystems am Beispiel von Getreide und Entwicklung eines Prototyps von Check Organic mit einem integrierten geografischen Informationssystem (GIS)
- Abschätzung von Nutzen und Kosten dieser Anwendung
Zusammenfassende Ergebnisse
- Kontrollstellen können bereits Kontroll- und Zertifizierungsdaten mittels der betrieblichen Shape Files aus dem Integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystems (InVeKoS) erheben, wenn sie über ein GIS zur Darstellung der Flächen und Informationen verfügen.
- Der Prototyp der Integration eines GIS mit Check Organic wurde entwickelt und kann programmiert werden.
- In Check Organic können Massenbilanzen unter Berücksichtigung des Datenschutzes (Log-in, Rollen und Rechte) auch entlang von Produktketten (national und international) und für verschiedene Standards/Verordnungen abgebildet werden.
Weitere Empfehlungen
- Die verpflichtende Einführung von Massenbilanzen (auch entlang von Lieferketten) ist nur durch eine rechtliche Regelung auf EU-, Bundes- oder Landesebene möglich. DIGICHECK schlägt dafür Lösungen vor:
- Klärung der rechtlichen Grauzone von personenbezogenen und nicht -personenbezogenen Daten
- Offene und standardisierte Schnittstellen von und zu staatlichen Antrags -und Meldesystemen (InVeKoS, HIT, TRACES usw.)
- Systematische Erfassung von Öko-Betrieben in der besonderen Ernteerhebung (BEE)
- Gerald A. Herrmann, Projektleitung, Organic Services GmbH, Tutzing
- Dr. Susanne Padel, Thünen-Institut für Betriebswirtschaft, Braunschweig
Organic Services GmbH
Hauptstraße 47
82327 Tutzing
Gerald A. Herrmann
E-Mail: g.herrmannorganic-servicescom
Telefon: 08 158 / 922 93 06
02/2021 – 04/2023
Die Inhalte dieser Seite finden Sie hier auch in einem Praxismerkblatt als PDF-Datei.
Letzte Aktualisierung 11.12.2023
