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Wirtschaftlichkeit von Ackerbohnen und Körnererbsen

Ziel des Demonstrationsnetzwerks Erbse/Bohne war es, den Anbau und die Verwertung der Körnerleguminosen wieder stärker in die Praxis zu bringen. Mit Hilfe der betriebswirtschaftlichen Auswertungen der Praxisdaten von den ökologisch und konventionell wirtschaftenden Demonstrationsbetrieben konnte die ökonomische Ertragsfähigkeit von Ackerbohne und Erbse erfasst und für die Beratung genutzt werden.
Schlussfolgerungen für die Praxis
Körnerleguminosen sind eine pflanzenbaulich und zunehmend auch eine ökonomisch hochwertige Alternative zu anderen Hauptkulturen, besonders zu relativ intensiv geführtem Stoppelweizen. Der Vorfruchtwert für konventionelle Ackerbohnen wird auf circa 170 Euro pro Hektar geschätzt, für konventionelle Erbsen auf circa 120 Euro pro Hektar. Die Gründe liegen in einem Mehrertrag der Folgefrucht, in Stickstoff-Einsparungen (kalkuliert mit 0,73 Euro pro Kilogramm Stickstoff) und Einsparungen bei Maschinenkosten. Unberücksichtigt dabei sind phytosanitäre Aspekte, Einsparungen beim Pflanzenschutz, optimierte Arbeitszeitverteilung bzw. Maschinenauslastung, Ökosystemleistungen und vieles mehr.
Ertrag und Preis sind die Hauptparameter für den ökonomischen Erfolg. Deshalb ist es wichtig, große Sorgfalt walten zu lassen bei der Standortwahl, beim Anbau und bei der Vermarktung!
Zusatzeinnahmen aus Greening bzw. Agrarumweltmaßnahmen sind nicht zu unterschätzen.
Empfehlungen für die Vermarktung
- Die Vermarktung über den Handel oder die inner- bzw. zwischenbetriebliche Verwertung vorausschauend planen.
- Eine gute Logistik für eine kontinuierliche Anlieferung trockener und gereinigter Körnerleguminosen zur aufnehmenden Hand steigert die Attraktivität.
- Vorkontrakte und Anbauverträge sichern den Warenfluss und ermöglichen Abstimmung zwischen Landwirtinnen/Landwirten und der Abnehmerseite.
- Warenkontaktbörsen nutzen, zum Beispiel Karte der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. oder Leguminosenmarktplatz.
Der Markt für heimische Körnerleguminosen erfährt aktuell einen enormen Aufschwung, besonders durch eine steigende Nachfrage aus dem Lebensmittelsektor.
Petra Zerhusen-Blecher
Informationen zum Projekt
Die Integration von Körnerleguminosen in die Fruchtfolge bedeutet zum einen, dass eine weitere Kultur ihre ökonomische Ertragsfähigkeit unter den sich ständig ändernden Anbaubedingungen beweisen muss. Zum anderen kann die Erweiterung der Fruchtfolge mit Körnerleguminosen zu verschiedenen positiven pflanzenbaulichen und ökonomischen Effekten führen, die deren Anbau rechtfertigen.
Für die ökonomische Bewertung wurde das Berechnungssystem der Direkt- und arbeitserledigungskostenfreien Leistung (DAL) gewählt, da hier die Wechselbeziehungen in Anbausystemen mit Leguminosen (Arbeitszeitverteilung, Maschinenauslastung etc.) berücksichtigt werden. Der von den Landwirtinnen und Landwirten geschätzte Vorfruchtwert (siehe Tabelle 1) wurde als Leistung eingerechnet.
| Ackerbohne | Erbse | |
|---|---|---|
| monetärer Mehrertrag der Folgefrucht (€/ha) | 116 | 90 |
| Mehrertrag der Folgefrucht (GE/ha) | 7 | 5,6 |
| N-Einsparung zur Folgefrucht (kg/ha) | 29 | 28 |
| N-Einsparung zur Folgefrucht (€/ha) | 21 | 20 |
| Vorfruchtwert (€/ha) | 168 | 124 |
Ackerbohnen
Im Mittel der vier Anbaujahre (2016 bis 2019) erzielten 90 Prozent der konventionellen und 92 Prozent der ökologischen Betriebe eine positive Direkt- und arbeitserledigungskostenfreie Leistung (DAL). Mit einem durchschnittlichen Ackerbohnenertrag von 41,3 Dezitonnen pro Hektar ergab sich für konventionelle Ackerbohnen eine durchschnittliche DAL von 411 Euro pro Hektar. Im Vergleich zu den konventionellen Betrieben lag das Ertragsniveau der ökologischen Betriebe um durchschnittlich 12,4 Dezitonnen pro Hektar Ackerbohnen niedriger. Aufgrund des deutlich höheren Preisniveaus erzielten die ökologischen Betriebe mit Ackerbohnen in Reinsaat eine durchschnittliche DAL von 855 Euro pro Hektar. Der ökologische Gemengeanbau von Ackerbohnen mit Hafer oder Triticale war mit einer durchschnittlichen DAL von 985 Euro pro Hektar erfolgreicher als der Anbau von Ackerbohnen in Reinsaat.
Erbsen
Im Mittel der vier Anbaujahre erzielten annähernd 80 Prozent der konventionellen und 67 Prozent der ökologischen Betriebe mit der Erbsen-Reinsaat und 91 % der Öko-Betriebe mit Erbsengemengebeständen eine positive DAL. Im Durchschnitt aller konventionellen Betriebe errechnete sich für Erbsen im Mittel eine DAL von 281 Euro pro Hektar bei einem Ertrag von 38,2 Dezitonne pro Hektar und einem betrieblichen Wert von 21,43 Euro pro Dezitonne. Die Öko-Betriebe erwirtschafteten mit Erbsen in Reinsaat im Durchschnitt eine im Vergleich zu den konventionellen Betrieben doppelt so hohe DAL. Zwar lagen die durchschnittlichen Erträge 40 Prozent niedriger als im konventionellen Bereich, aber mit einem um ca. 27 Euro pro Dezitonne höheren betrieblichen Wert von 48,78 Euro pro Dezitonne. Eine Gegenüberstellung der ökonomischen Leistung der ökologisch angebauten und witterungsresilienteren Sommer- und Wintererbsengemenge verdeutlicht die ökonomische Leistungsfähigkeit der Wintergemenge von Erbsen mit Triticale oder Roggen. Bei gleichen Produktionskosten konnten annähernd 80 Prozent der untersuchten Wintererbsen-
Gemengebestände eine DAL von über 500 Euro pro Hektar erwirtschaften, während diese DAL lediglich 65 Prozent der Sommererbsen-Gemenge erreichten.
Zum Abschlussbericht des Projekts
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Projekt-Webseite unter:
www.legunet.de
- Prof. Tanja Schäfer, Petra Zerhusen-Blecher, Dennis Köpp, Fachhochschule Südwestfalen, FB Agrarwirtschaft Soest
- Prof. Jürgen Braun, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen
Fachhochschule Südwestfalen, Fachbereich Agrarwirtschaft
Lübecker Ring 2
59494 Soest
Petra Zerhusen-Blecher
E-Mail: zerhusen-blecher.petrafh-swfde
Telefon +49 (0)2921 379 3196
01/2016 – 12/2021
Die Inhalte dieser Seite finden Sie hier auch in einem Praxismerkblatt als PDF-Datei.
Letzte Aktualisierung 13.05.2022
