Wir verwenden Cookies, um Ihnen die optimale Nutzung unserer Webseite zu ermöglichen. Es werden für den Betrieb der Seite nur notwendige Cookies gesetzt. Details in unserer Datenschutzerklärung.
Kosten und Nutzen von Nährstoffmanagementmaßnahmen im Öko-Gemüsebau

Ziel des Projektes KuN_Gemüse war eine ökonomische Analyse des Nährstoffmanagements im Öko-Gemüsebau auf unterschiedlich strukturierten Gemüsebetrieben. Was kosten einzelne Dünge- und Nährstoffmanagementmaßnahmen? Und wie kann das Nährstoffmanagement in mehrjährigen Fruchtfolgen kostengünstig organisiert werden?
Empfehlungen für die Praxis
Kostenstrukturen für Maßnahmen sind sehr unterschiedlich
- Handelsdünger sind teuer im Einkauf, aber einfach in der Ausbringung.
- Wirtschaftsdünger sind meist günstig im Einkauf oder Tausch, aber nicht überall verfügbar. Der wesentliche Kostenfaktor sind die Arbeitserledigungskosten.
- Kleegras und Gründüngung werden in die Fruchtfolge integriert. Durch die Flächenbelegung fallen Opportunitätskosten an, da keine Marktfrüchte geerntet werden können.
Unterschiedliche Nährstoffverfügbarkeiten einplanen
- zeitliche Pflanzenverfügbarkeit: Je kurzfristiger Stickstoff durch Dünger bereitgestellt wird, desto höhere Kosten fallen an.
- Nährstoffzusammensetzung: Phosphorgehalte in Wirtschaftsdüngern beachten.
Nährstoffmanagement über mehrjährige Fruchtfolgen optimieren
Durch die Kombination verschiedener Maßnahmen können Kosten gesenkt werden. Dadurch verringert sich der Bedarf an teuren, schnell wirksamen Düngemaßnahmen. Um über mehrere Jahre den Großteil des verfügbaren Gesamtstickstoffes nutzen zu können, sind Managementmaßnahmen zur Mobilisierung und Förderung des Bodenlebens erforderlich.
"Düngung ist elementar! Klar ist das auch ein Kostenfaktor, aber, wenn man nichts erntet, ist nichts gewonnen."
"Kleegras ist der Motor der Fruchtfolge."
Betriebsleitungen zur Frage: "Was ist Ihnen bei der Düngung von Gemüse wichtig?"
Informationen zum Projekt
Im Projekt wurde das Nährstoffmanagement im Öko-Gemüsebau aus betriebswirtschaftlicher Perspektive untersucht. Modellrechnungen zeigen die Kostenstrukturen für verschiedene Nährstoffmanagementmaßnahmen auf. 23 Öko-Gemüsebetriebe mit zwischen zwei und 400 Hektar Anbaufläche gaben Auskunft über Düngung, Nährstoffmanagement und Fruchtfolgen – von intensivem Feingemüse bis hin zum Feldgemüsebau.
Typische Nährstoffmanagementsysteme wurden untersucht: Diese umfassen alle Dünge- und Nährstoffmanagementmaßnahmen innerhalb einer mehrjährigen Fruchtfolge. Wichtige Merkmale sind die Stickstoffquellen, die Gesamtzufuhr an Stickstoff und Phosphor, die durchschnittlichen Kosten und der Anteil von Gemüse an der Fruchtfolge.
Kosten von Nährstoffmanagementmaßnahmen
Die Kosten je kg Gesamt-Stickstoff (Nges) und für den kurzfristig pflanzenverfügbaren Stickstoff sind sehr unterschiedlich:
Bei Handelsdüngern: 8-21 € / kg Nges
Bei Wirtschaftsdüngern: 1-4 € / kg Nges
Bei Kleegras oder anderen Leguminosen: 5-18 € / kg Nges
Nährstoffmanagement besteht aus vielfältigen Maßnahmen
Alle befragten Betriebe nutzen mehrere Nährstoffquellen und -managementmaßnahmen. Fast alle bauen Kleegras und Zwischenfrüchte an und setzen tierische oder pflanzliche Handelsdünger ein. Als Wirtschaftsdünger wird Mist – soweit verfügbar – bevorzugt. Betriebsfremde Stoffe wie Kompost, Champost oder Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie
(z. B. Vinasse, Kartoffelfruchtwasser) werden zum Teil kritisch gesehen und sind oft nur lokal verfügbar.
Gründüngungen und Leguminosen werden in vielen individuellen Varianten angebaut: verschiedene Gemenge, Leguminosen als Dichtsaaten oder Kurzkulturen zur Bodenvorbereitung.
Charakterisierung von Nährstoffmanagementsystemen
Verfügbarkeit von Wirtschaftsdüngern senkt die Kosten:
- Beispiel A: Extensiver Gemüsebau mit Kleegras und Getreide, Wirtschaftsdüngern als Hauptnährstoffquelle, Kosten je kg Nges: 6,32 €
- Beispiel B: Feld und Feingemüse, Kleegras und Getreidejahr, 46 % der Gesamt-N-Zufuhr aus Wirtschaftsdüngern, Kosten je kg Nges: 6,66 €
Bei höheren Anteilen von Gemüse in der Fruchtfolge werden mehr Handelsdünger genutzt:
- Beispiel C: Hohe N-Zufuhr und Haarmehl als Hauptnährstoffquelle, Kosten je kg Nges: 9,49 €
- Beispiel D: Pflanzliche Handelsdünger und N-Fixierung aus Kleegras und Ackerbohnendichtsaaten, Kosten je kg Nges: 12,81 €
Wirtschaftsdünger durch Kooperationen
Die Verfügbarkeit von Wirtschaftsdüngern kann durch Kooperationen mit tierhaltenden Betrieben verbessert werden. Die Kooperationspartner liefern Mist und erhalten dafür z. B. Kleegras, Putz- oder Sortierabfälle als Futter.
- Hanna Wildenhues
- Dr. Barbara Heinrich
- Dr. Henriette Burger
(Projektmitarbeiterinnen am Thünen-Institut für Betriebswirtschaft, Braunschweig)
Thünen-Institut für Betriebswirtschaft
Bundesallee 63
38116 Braunschweig
Hildegard Garming
E-Mail: Hildegard.garmingthuenende
Telefon: +49 (0) 531 59 65 11 3
04/2019 – 12/2022
Die Inhalte dieser Seite finden Sie hier auch in einem Praxismerkblatt als PDF-Datei.
Letzte Aktualisierung 30.09.2024
