Als wahre "Baumeisterin" unter den Wildbienen verwendet das Weibchen der Einhöckrigen Mauerbiene zerkaute Pflanzenteile für ihre Nester. Diese bestehen aus zwei bis sechs Brutzellen, angelegt in vorhandenen Hohlräumen wie alten Käferfraßgängen im Holz. Erfreulicherweise nutzt sie auch künstliche Nisthilfen mit einem Lochdurchmesser von vier bis fünf Millimetern.
Die Entwicklung ihrer Nachkommen dauert bis zu zwei Jahre. Manche Larven überwintern als sogenannte "Ruhelarve". Als typische Sommerform können wir die Einhöckrige Mauerbiene von Juni bis Juli hinein beobachten. Ihre Nahrung besteht vor allem aus Pollen von Korbblütlern, den sie mit ihrer markanten backsteinroten Bauchbürste hauptsächlich von Disteln sammelt. Zudem besucht sie gern Flockenblumen und Bitterkraut.
Die Einhöckrige Mauerbiene hat natürliche Gegenspieler, sogenannte "Kuckucksbienen". Zu den bekanntesten gehören die Schwarzflüglige Düsterbiene (Stelis phaeoptera) und möglicherweise auch die Punktierte Düsterbiene (Stelis punctulatissima), die ihre Eier heimlich in die Nester der Mauerbiene legen. Um diese seltene Wildbiene effektiv bei ihrem Brutgeschäft zu unterstützen, können wir ihr kleine, trockene Nistplätze wie Röhrchen aus Bambus oder Holz mit Bohrungen anbieten. Offene sandige oder kiesige Flächen sowie Trockenmauern und Steinhaufen bieten ebenfalls ideale Bedingungen für ihre Nistplätze.
Empfehlenswerte heimische Pflanzen für trockene Standorte sind Wilde Resede (Reseda lutea), Färber-Resede (Reseda luteola), Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare), Gewöhnliches Bitterkraut (Picris hieracioides), Rispen-Flockenblume (Centaurea stoebe), Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus), Wegwarte (Cichorium intybus) und Wilde Möhre (Daucus carota). Darüber hinaus machen der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und der Erhalt naturnaher Strukturen wie altes Holz oder abgestorbene Pflanzenstängel den Garten zu einem optimalen Lebensraum für diese beeindruckende Wildbienenart. Weitere Tipps, wie Sie bienenfreundliche Strukturen schaffen, erhalten Sie unter www.deutschland-summt.de.
Text: Dominik Jentzsch, Stiftung für Mensch und Umwelt