Die Rainfarn-Seidenbiene ist von Juni bis September unterwegs und fliegt bevorzugt bei sonnigem Wetter auf blütenreichen Flächen. Im Hochsommer, wenn der intensiv duftende Rainfarn (Tanacetum vulgare) mit seinen leuchtend gelben "Goldknöpfchen" am Wegrand blüht, sind auch Wildbienen wie die Rainfarn-Seidenbiene nicht weit entfernt. Wie ihr Name bereits verrät, hat sie eine Vorliebe für diese trockenheitsverträgliche Pionierpflanze. Zudem fliegt sie häufig und gern auf Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium), Färber-Kamille (Anthemis tinctoria) und Weiden-Alant (Inula salicina). "Hauptsache Korbblütler" ist ihre Devise. Doch wo Blütenreichtum ist, bleibt sie selten allein: Die Gewöhnliche Filzbiene (Epeolus variegatus) legt ihre Eier in den Nestern der Rainfarn-Seidenbiene ab. Ihre Larven bedienen sich dann am sorgfältig gesammelten Pollenvorrat der Wirtsbiene.
Wer der Rainfarn-Seidenbiene helfen möchte, muss nicht gleich eine Binnendüne anlegen, oft reicht schon ein kleiner Schritt in Richtung "Wildnis". Ob im Garten oder auf dem Balkon: Entscheidend ist, Räume nicht vollständig zu gestalten, sondern auch etwas Unordnung zuzulassen. Offenliegende, sandige Stellen, der Verzicht auf Mulch oder Pestizide, und ein paar heimische Korbblütler – all das kann helfen. Jeder Quadratmeter zählt, denn selbst kleine Strukturen können in einem Biotopverbund zum wertvollen Trittstein werden. Wer Vielfalt zulässt, lädt auch faszinierende Spezialisten wie die Rainfarn-Seidenbiene in seine unmittelbare Nachbarschaft ein.
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Text: Dominik Jentzsch, Stiftung für Mensch und Umwelt