Die Malven-Langhornbiene bevorzugt warme, offene Lebensräume mit lockeren Böden, zum Beispiel Ruderalstellen, Lösslehmhänge, Sandgruben oder Binnendünen. Selbst in naturnahen Gärten kann sie vorkommen, sofern dort ihre Futterpflanzen wachsen. Ihre Nester gräbt sie in sandige oder lehmige Böschungen. Gern nistet sie in Gruppen mit bis zu hundert Nachbarinnen, oft über mehrere Jahre hinweg an derselben Stelle. Alte Gänge verwendet sie wieder.
Von Mitte Juli bis Ende September ist die Malven-Langhornbiene aktiv. Während dieser Zeit fliegen die Weibchen unermüdlich zwischen Malvenblüten und ihren Nestern hin und her. Nach Abschluss der Brutentwicklung überwintern die Larven als Ruhelarven im Boden, bis sie im folgenden Sommer schlüpfen. Ähnlich zu zahlreichen anderen Wildbienenarten hat auch die Malven-Langhornbiene einen parasitischen Begleiter: die Filzbiene Epeolus tristis. Diese legt ihre Eier in die Brutzellen der Malven-Langhornbiene, sodass deren sorgfältig angelegte Vorräte der parasitischen Brut zugutekommen. In Deutschland konnte Epeolus tristis bisher jedoch nicht nachgewiesen werden.
Wer der Malven-Langhornbiene helfen möchte, kann mit einfachen Mitteln viel bewirken: Pflanzen Sie heimische Malvenarten wie Rosen- und Moschus-Malve. Schaffen Sie offene, sonnige Bodenstellen und verzichten Sie auf Pestizide. Auch Trockenmauern, sandige Wegränder oder kleine Böschungen sind wertvolle Nistplätze. Wer verblühte Stängel stehen lässt, bietet zusätzlichen Unterschlupf für zahlreiche weitere Insekten. Mit ihrer eleganten Erscheinung und ihrer engen Bindung an die Malvenpflanzen steht diese Wildbiene sinnbildlich für die empfindliche Balance in unseren Ökosystemen. Jede Pflanze zählt und mit ihr die Biene, die auf sie angewiesen ist.
Weitere Tipps, wie Sie bienenfreundliche Strukturen schaffen, erhalten Sie unter www.wir-tun-was-fuer-bienen.de und www.deutschland-summt.de.
Text: Dominik Jentzsch, Stiftung für Mensch und Umwelt