Vorwerk Podemus – Verarbeitung, die Kreisläufe sichtbar macht

Vom Rohstoff bis zum fertigen Lebensmittel bleibt bei Vorwerk Podemus nahezu jeder Verarbeitungsschritt in einer Hand. Mit eigener Molkerei, Fleischerei, Obstverarbeitung und Direktvermarktung schafft der Bio-Betrieb im Dresdner Umland einen geschlossenen Wertschöpfungskreislauf – und macht sichtbar, wie viel Arbeit, Know-how und Verantwortung hinter regionalen Lebensmitteln stecken.

Standort: 01156 Dresden

Betriebsbereiche: Landwirtschaft mit Ackerbau und Tierhaltung sowie Obstbau und Vermarktung über eigene Bio-Märkte

Im Umland von Dresden liegt der Vierseithof Vorwerk Podemus. Ein Betrieb, der zeigt, wie weit sich die Idee “vom Hof auf den Tisch” tatsächlich denken lässt. Darin liegt ein großer Unterschied zu vielen anderen landwirtschaftlichen Betrieben, der Vorwerk Podemus zu etwas besonderem macht. 

Die eigene Milch wird nicht nur verkauft, sondern auch weiterverarbeitet. Tiere werden nicht abgegeben, sondern im eigenen Betrieb geschlachtet und veredelt. Obst wird nicht nur geerntet, sondern zu Saft, Fruchtaufstrichen, Mark und Passata verarbeitet.

Diese Struktur ermöglicht eine außergewöhnlich tiefe Wertschöpfung im eigenen Betrieb:

  • Eigene Molkerei mit Joghurt, Quark, Frischkäse, Brat-& Grillkäse, Magerquark und Sahne
  • Eigene Fleischerei mit Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung für jeweils Geflügel und Rind, Schwein und Schaf 
  • Eigene Obstverarbeitung für Säfte, Fruchtaufstrich, Mark und Passata
  • Direktvermarktung über eigene Läden

Das bedeutet: Jeder Produktionsschritt bleibt nachvollziehbar – und beeinflussbar.

Vom Rohstoff zum Produkt – bewusst weiterverarbeitet

In der Molkerei wird aus der eigenen Milch ein breites Sortiment entwickelt. Dabei liegt der Fokus nicht auf Masse, sondern auf handwerklicher Verarbeitung und dem Einsatz regionaler Erzeugnisse:

  • Joghurt mit eigener Fruchtzubereitung
  • Magerquark, Sahne, Frischkäse und Quark, Brat- und Grillkäse
  • handgeschöpfte Frischkäsevarianten, die exklusiv in den eigenen Läden erhältlich sind. 

Gerade dieser Frischkäse steht exemplarisch für das Konzept: Er ist nicht standardisiert, sondern variiert – jede Woche neu, je nach Idee, Rohstoff und Saison. Für die Zukunft überlegt Familie Probst die Käseverarbeitung weiter auszubauen, um so auch gereiften Käse aus eigener Hand anbieten zu können. 

Auch in der Fleischverarbeitung kann sich das Unternehmen auf die Kundenwünsche konzentrieren: Zweimal pro Woche wird geschlachtet und danach wird direkt weiterverarbeitet – zu Frischfleisch, Wurstwaren oder Konserven. 

Ein wachsender Bereich zeigt sich besonders deutlich: verzehrfertige Produkte und haltbare Spezialitäten wie Brühen oder Konserven werden immer wichtiger – als Antwort auf veränderte Essgewohnheiten der Kundinnen und Kunden. 

Entscheidend ist dafür auch, dass die Verarbeitung nicht im Verborgenen bleibt, denn Vorwerk Podemus bringt seine Produkte konsequent direkt zu den Menschen.

Direkt zur Kundschaft – ohne Umwege 

Über den Hofladen und über ein Netz von weiteren eigenen Märkten in Dresden und der Region. Die Standorte reichen von zentralen Stadtlagen bis ins Umland – etwa nach Bautzen, Pirna oder Freiberg – und schaffen so eine direkte Verbindung zwischen Hof und Stadt. 

Hier trifft Produktion unmittelbar auf Konsum. Kundinnen und Kunden stehen vor den Produkten und können jederzeit nachfragen, woher sie kommen und wie sie hergestellt wurden. 

Gerade diese Nähe ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts, denn die Besonderheiten in Landwirtschaft und Verarbeitung enden nicht im Betrieb, sondern können direkt an die Kundinnen und Kunden weitergetragen werden. 

Wertschöpfung bedeutet Arbeit – und Verantwortung

Was nach einem klaren System klingt, ist in der Praxis komplex – und arbeitsintensiv. Denn Verarbeitung heißt hier:

  • eigene Rezepturen entwickeln
  • Abfüllprozesse organisieren
  • Verpackungssysteme aufbauen
  • Kundenkommunikation
  • gesetzliche Anforderungen erfüllen

Allein das Thema Verpackung zeigt den Anspruch von Vorwerk Podemus: Eine Vielzahl der Produkte wird in Pfandgläsern abgefüllt, mit einem Rücklauf von über 80 Prozent – ein System, das sowohl logistisches und organisatorisches Know-how, als auch gute Kommunikation mit den Kunden erfordert. 

Auch bei der Umsetzung von Vorschriften oder Etikettierung wird deutlich, wie viel unsichtbare Arbeit hinter jedem Produkt steht. “Der Aufwand, der in den Produkten steckt, ist vielen gar nicht bewusst”, beschreibt Clara Probst die Juniorchefin des Unternehmens die Realität. 

Mit dem Einstieg von Clara Probst in die Geschäftsführung kommt eine neue Perspektive ins Unternehmen – eine Generation, die das gewachsene System versteht, hinterfragt und weiterentwickelt. Nach Stationen im In- und Ausland bringt sie bewusst neue Impulse ein, ohne den Kern aus den Augen zu verlieren: ein funktionierender Kreislauf, getragen durch eigene Verarbeitung und direkte Vermarktung. Dafür bewegt sich Clara Probst bewusst durch alle Bereiche – von der Molkerei bis in die Filialen.

“Ich mache überall mit, um zu verstehen, wie alles zusammenhängt. Denn wer Verarbeitung und Bio weiterentwickeln will, muss sie in ihrer ganzen Tiefe begreifen”, beschreibt Clara Probst ihren Ansatz. 

Betriebsinfos


Letzte Aktualisierung 28.07.2026

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