Biofach 2026: Neuheiten, Trends und Highlights der Bio-Branche

Biofach 2026: Neuheiten, Trends und Highlights der Bio-Branche

Auf der Biofach 2026, der Weltleitmesse für Bio-Produkte, zeigt die Branche ihre neuesten Entwicklungen. Wir haben für Sie farbenfrohe Lebensmittel, ballaststroffreiche Trinkmahlzeiten und innovative fermentierte Produkte getestet. Deutlich wird: Die diesjährigen Trends setzen einen verstärkten Fokus auf die Darmgesundheit. Lesen Sie hier den aktuellen Bio-Trendbericht:

Was ist die Biofach 2026?

Einmal jährlich trifft sich die Bio-Branche in Nürnberg auf der Biofach. Das ist die weltweit größte Messe für Bio-Produkte. Hier stellen Bio-Unternehmen ihre Produkte und Neuheiten aus. Vertreterinnen und Vertreter der Öko-Anbauverbände, der Wissenschaft und von Behörden diskutieren über politische Herausforderungen im Ökolandbau und die Zukunft der Ernährungswirtschaft. 2026 gab es auf der Fachmesse für den Biohandel über 2.000 Ausstellende aus 90 Ländern. Verbraucherinnen und Verbraucher können die Bio-Messe leider nicht besuchen. Deshalb berichtet oekolandbau.de jedes Jahr live über die Trends und Highlights der Biofach.

Megatrend: Klasse trotz Masse und einfach gut (weniger Zusatzstoffe)

Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland stieg 2025 um 6,7 Prozent auf 18,23 Milliarden Euro. Bio-Produkte begegnen uns überall. Mit dem Einzug von Bio in den Mainstream wird es umso wichtiger, den ursprünglichen Werten treu zu bleiben. Da Bio-Produkte nur aus natürlichen Zutaten bestehen dürfen, braucht es viel Kreativität, um immer wieder neue Produkte zu erfinden. In diesem Jahr steht der gesundheitliche Mehrwert bei vielen Lebensmitteln ganz oben. Besonders Start-ups spüren aber auch interessante Rohstoffe aus aller Welt auf und entwickeln mit ungewohnten Verfahren überraschende Geschmackserlebnisse.

Das spiegeln die vier aktuellen Produkttrends der Biofach-Trendjury:

Produkttrend Nummer 1: Colourful by nature – Bio wird bunt

Weg mit dem langweilig grauen Ökoimage! Die Bio-Branche will auffallen: mit blauer Nussbutter, farbenfrohen Pfannkuchen und roter Erdbeersüße. Selbstverständlich stammen die Farben bei Bio-Lebensmitteln alle aus der Natur. Beispielsweise bietet das Pfälzer Start-up Farolina vierfarbige Teigmischungen für Pfannkuchen an. Die Alge Spirulina färbt blau, Rote Beete rot, Matcha grün und Kurkuma gelb. "Mit unseren bunten Pfannkuchen möchten wir ein jüngeres Publikum ansprechen und mehr Farbe in den Bio-Markt bringen", erklärt Geschäftsführerin Daniela Fründ. Der Mut zur Farbe spiegelt sich auch in den Verpackungen wider. Schließlich müssen Bio-Produkte sich auch im klassischen Lebensmittelhandel durchsetzen.

Produkttrend Nummer 2: Precision meets tradition – Fermentation mit moderner Technik

Fermentierte Produkte sind seit Kimchi und Kombucha in aller Bio-Munde. Die bewährte Methode zur Haltbarmachung und Nährstoffgewinnung bringt besonders junge Bio-Unternehmen auf frische Ideen. Mit innovativen Zutaten und Technologien kreieren sie völlig neue Produkte. Bestes Beispiel ist das Choruba-Pulver von Foreverlands. Das italienische Start-up fermentiert die Schoten vom Johannesbrotbaum und Reste aus der Lebensmittelherstellung wie Traubenkerne zu einem Pulver. Das kann die Süßwarenindustrie zu einer kakaofreien alternativen Schokolade weiterverarbeiten! Die ersten Schokounternehmen haben bereits angebissen.

Aus der hessischen Wetterau stammt das Wurzelgemüse von Verrano. Sellerie und Rote Bete werden geräuchert und reifen innerhalb von fünf Wochen zu einem leckeren Gemüse-Brotbelag heran. Beim Produktionsprozess gehen zwei Drittel des Gewichts verloren. Umso konzentrierter ist der Geschmack. Das gilt nicht nur für die hippe Rote Bete, sondern auch für Gemüsestiefkinder. "Wir bringen die Steckrübe zurück auf den Teller", verspricht Mitgründer Manuel Siskowski.

Produkttrend 3: Wellbeing in a bottle – auf die Schnelle Gesundheit trinken

Wie wäre es mit einem Ballaststoff-Shot zum Kaffee oder einem Wasserkefir statt Bier am Feierabend? Mit gesunden Getränken können auch gestresste Zeitgenossen sich schnell etwas Gutes tun. Und sich zum Beispiel in der Mittagspause biovegan flüssig ernähren. "Unser Purya ist die erste echte Trinkmahlzeit in Bio-Qualität auf dem Markt. Die Basis bildet Erbsenprotein, eine Fülle an Pflanzen liefert Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamine", erläutert Christin Wörsdörfer von der etablierten Biovegan GmbH.

Klassiker wie Kaffee und Tee lassen sich mit interessanten neuen Zutaten aufpeppen. So enthält der Keto Kaffee von der ersten spanischen Fairtrade Rösterei Alternativa 3 Kardamom für den weihnachtlich wärmenden Geschmack. Plus spezielle Fettsäuren, die das belebende Koffein langsamer, aber länger wirken lassen. Beruhigen soll dagegen der Früchtetee Organic Very Berry von Basilur Tea. Der kombiniert Bio-Früchte mit Ashwagandha (Schlafbeere), einer bedeutenden Heilpflanze aus dem Ayurveda.

Produkttrend 4: Oh my gut! – Mehr tun für´s Mikrobiom

Das Interesse an der Darmgesundheit wächst, aber nach der Nationalen Verzehrstudie essen wir durchschnittlich nur 18 statt der erwünschten 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag. Daher reichern trendige Bio-Unternehmen ihr Porridge und ihre Snacks gezielt mit Ballaststoffen an. Zum Beispiel deckt ein Frubiotic-Fruchtriegel vom Bonner Bio-Hersteller Solinest 25 Prozent des Tagesbedarfs an Ballaststoffen ab. Hinzu kommen Probiotika. Diese lebenden Mikroorganismen sollen unsere Darmflora fördern.

Bei den neuen Drinks des tschechischen Herstellers Wild & Coco stehen verdauungsfreundliche Bakterienstämme ebenfalls auf der Zutatenliste. Hauptbestandteile sind jedoch das Püree von jungen Kokosnüssen, Kokosmilch und Erbsenprotein. Alles in allem eine üppige Proteinquelle, besonders für Veganer und Vegetarierinnen. Oder wie es der Gründer Atrey Rae ausdrückt: "The three products with C Coconut, Coffee und Cacoa makes us happy."

Text: Jutta Schneider-Rapp

Weitere Infos im Web:

Letzte Aktualisierung 17.02.2026

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