Wie entwickelt sich der europäische Markt für Bio-Eier und deren Preise?

Wie entwickelt sich der europäische Markt für Bio-Eier und deren Preise?

Bio-Eier sind seit Jahren ein fester Bestandteil des deutschen Öko-Marktes. Sie gehören zu den am häufigsten gekauften Bio-Produkten und weisen eine vergleichsweise hohe Marktdurchdringung auf. Doch wie sieht es in anderen europäischen Ländern aus? Und wie entwickelt sich der Preis für Bio-Eier?

Der Bio-Eiermarkt in Deutschland war 2025 von einem Spannungsfeld aus wachsender Produktion und dennoch begrenztem Angebot gekennzeichnet. Die nachweisbare Produktion von Bio-Eiern in Deutschland übertrifft 2025 die Vorjahreswerte. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stieg die durchschnittliche Zahl der Bio-Legehennen in Beständen mit mehr als 3.000 Hennen im Jahr 2025 um 3,3 Prozent oder 215.000 Stück auf 6,7 Millionen Tiere. Damit einhergehend stieg die Zahl der Öko-Eier aus Beständen mit mehr als 3.000 Hennen um 4,1 Prozent oder 79 Millionen auf 2,0 Milliarden. Damit wurden 14,6 Prozent aller Eier in Deutschland im letzten Jahr unter ökologischen Bedingungen produziert. Zusätzlich werden noch Eier in Kleinbeständen und Mobilställen erzeugt.

Marktinfos rund um Bio-Eier

Ab Hof sind die Bio-Eier am günstigsten

Zehn Bio-Eier kosteten 2025 über alle Einkaufsstätten gesehen im Schnitt 3,75 Euro, so der AMI-Verbraucherpreisspiegel auf Basis von YouGov CP Germany. Etwas über der 4 Euro-Marke lagen die Vollsortimenter, minimal unter 4 Euro kosteten 10 Bio-Eier im Naturkostfachhandel. Dahinter folgen die Discounter mit 3,60 Euro. Am günstigsten sind Bio-Eier im Hofladen, mit etwa 3,38 Euro/10 Stück Von allen genannten Einkaufsstätten hoben insbesondere die Discounter und Vollsortimenter die Preise für Bio-Eier an, während sie im Naturkostfachhandel oder bei den Erzeugerinnen und Erzeugern stagnierten.

Eier mit der höchsten Teuerungsrate

Aufgrund der grassierenden Vogelgrippe gibt es deutlich weniger Eier als in den letzten Jahren. Von den größeren Ausbrüchen ist der Bio-Sektor seit Jahresbeginn aber verschont geblieben. Seit dem Jahreswechsel 2025/26 sind die Erzeuger- und Packstellenpreise für Eier gestiegen. Der Preisanstieg resultierte weniger aus Kostenimpulsen als aus einer außergewöhnlich knappen Marktversorgung bei gleichzeitig hoher Nachfrage. Die gestiegenen Einstandspreise gab der LEH an die Verbraucher weiter, für Bio und konventionelle Eier. Da die Kontrakte in der Regel für das ganze Jahr gelten, dürfte das Niveau der Teuerungsrate für diese Warengruppe in den kommenden Monaten anhalten. Die Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen seit Januar 2026 um bis zu 60 Cent mehr für die 10er-Packung Bio-Eier. Angesichts einer fortgesetzt lebhaften Nachfrage dürfte das Angebot weiter knapp sein. 

Oekolandbau.de fragt Marktanalystin Margit Beck von der Marktinfo Eier & Geflügel zum Bio-Eiermarkt.

Oekolandbau.de: Wie stellt sich der deutsche Bio-Eiermarkt aktuell dar, insbesondere mit Blick auf das Ostergeschäft 2026?

Beck: Eine verlässliche Prognose zur Marktentwicklung ist zurzeit schwierig. Externe Faktoren wie erneute Ausbrüche der Vogelgrippe oder der jüngsten Ausbrüche Newcastle Disease als auch der Rückgang von Betrieben in den Niederlanden können sich auf den Markt auswirken. Bei der Versorgung mit Bio-Eiern für das Osterfest könnte es zu Lücken in den Regalen kommen.

Oekolandbau.de: Welche Auswirkungen hat die Vogelgrippe derzeit auf Angebot, Marktstimmung und Planungssicherheit?

Beck: Die Vogelgrippe führt aktuell zu einem strukturell knappen, störanfälligen Angebot, einer angespannten, aber stabilen Marktstimmung und vor allem zu einer deutlich eingeschränkten Planungssicherheit. Während die Versorgung insgesamt gewährleistet ist, bleibt der Markt stark von kurzfristigen Entwicklungen und Unsicherheiten geprägt.

Aufgrund der zunehmenden Lücken in den Regalen des Einzelhandels wird von den Verbraucherinnen und Verbrauchern gelegentlich auch schon auf Vorrat gekauft, um Eier zum Färben zu haben. Auch die Verarbeitungsunternehmen würden gern mehr kaufen, können aber nicht immer wunschgemäß beliefert werden.


Letzte Aktualisierung 26.03.2026

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