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Wie entwickelt sich der europäische Markt für Bio-Eier und deren Preise?

Bio-Eier sind seit Jahren ein fester Bestandteil des deutschen Öko-Marktes. Sie gehören zu den am häufigsten gekauften Bio-Produkten und weisen eine vergleichsweise hohe Marktdurchdringung auf. Doch wie sieht es in anderen europäischen Ländern aus? Und wie entwickelt sich der Preis für Bio-Eier?
Der Bio-Eiermarkt in Deutschland war 2025 von einem Spannungsfeld aus wachsender Produktion und dennoch begrenztem Angebot gekennzeichnet. Die nachweisbare Produktion von Bio-Eiern in Deutschland übertrifft 2025 die Vorjahreswerte. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stieg die durchschnittliche Zahl der Bio-Legehennen in Beständen mit mehr als 3.000 Hennen im Jahr 2025 um 3,3 Prozent oder 215.000 Stück auf 6,7 Millionen Tiere. Damit einhergehend stieg die Zahl der Öko-Eier aus Beständen mit mehr als 3.000 Hennen um 4,1 Prozent oder 79 Millionen auf 2,0 Milliarden. Damit wurden 14,6 Prozent aller Eier in Deutschland im letzten Jahr unter ökologischen Bedingungen produziert. Zusätzlich werden noch Eier in Kleinbeständen und Mobilställen erzeugt.
Marktinfos rund um Bio-Eier
Innerhalb Europas war Deutschland 2024 das Land mit der größten Produktion von Bio-Eiern und löst damit Frankreich an der Spitze ab. Über die Hälfte aller Bio-Eier in Europa werden in diesen beiden Ländern produziert. Dabei liegt auf Platz 3 das wichtigste Herkunftsland für Bio-Eier für Deutschland: Die Niederlande. Über 95 Prozent der importieren Bio-Eier stammen von dort. Allerdings ging der Importanteil aus den Niederlanden um 5 Prozent zurück. Dort haben etliche Bio-Betriebe auf konventionelle Freilandhaltung umgestellt. Dennoch liegt der Selbstversorgungsgrad laut der AMI-Importerhebung mit 89 Prozent höher als der von konventionell produzierten Eiern. An den gesamten Eier-Importen in Deutschland machen Bio-Eier mit 3 Prozent einen eher geringen Anteil aus.
Trotz gestiegener deutscher Erzeugung war der Bio-Eiermarkt 2025 knapp versorgt. Der immer noch grassierende Seuchenzug der Aviären Influenza („Vogelgrippe“) begrenzte zudem das Angebot an Eiern insgesamt. Von größeren Ausbrüchen war der deutsche Bio-Sektor aber verschont geblieben.
Die Nachfrage nach Bio-Eiern ist 2025 erstmals in den letzten Jahren wieder um drei Prozent gestiegen. Ohne bestehende Angebotsknappheit wäre der Zuwachs sicherlich noch größer ausgefallen. Vor allem der konventionelle Lebensmitteleinzelhandel (LEH) profitierte in besonderen Maßen vom Marktwachstum. Mittlerweile werden über 70 Prozent der gesamten Bio-Eiereinkäufe von Discountern und Vollsortimentern generiert. Der Gang zu Erzeugerinnen und Erzeuger hat aber im Bio-Eierbereich weiterhin eine große Bedeutung. Immerhin 16 Prozent der Bio-Eiereinkäufe wurden 2025 bei den Hofläden und auf Wochenmärkten getätigt.
Die Packstellenpreise bewegten sich 2025 seitwärts auf einem weiterhin hohen Niveau. Die Preisfeststellung von AMI und Marktinfo Eier & Geflügel (MEG) für Bio-Eier im erzeugernahen Handel im vierten Quartal 2025 zeigt für die vermarktungsstarke Gewichtsklasse L eine leichte Preisfestigung gegenüber dem Vorquartal. So lag der Preis für 100 Bio-Eier dieser Klasse bei 32,72 Euro – ein Anstieg um 0,21 Euro je 100 Eier im Vergleich zum Vorquartal, jedoch ein Rückgang um 0,09 Euro gegenüber dem Zeitraum Oktober bis Dezember 2024. Auch bei den ebenfalls stark nachgefragten Eiern der Gewichtsklasse M zeigte sich ein differenziertes Bild: Im Durchschnitt des vierten Quartals 2025 kosteten 100 Eier 31,98 Euro. Das entspricht einem Rückgang von 0,09 Euro je 100 Eier gegenüber dem Vorquartal und einem deutlich stärkeren Minus von 0,43 Euro im Vergleich zum vierten Quartal 2024.
Ab Hof sind die Bio-Eier am günstigsten
Zehn Bio-Eier kosteten 2025 über alle Einkaufsstätten gesehen im Schnitt 3,75 Euro, so der AMI-Verbraucherpreisspiegel auf Basis von YouGov CP Germany. Etwas über der 4 Euro-Marke lagen die Vollsortimenter, minimal unter 4 Euro kosteten 10 Bio-Eier im Naturkostfachhandel. Dahinter folgen die Discounter mit 3,60 Euro. Am günstigsten sind Bio-Eier im Hofladen, mit etwa 3,38 Euro/10 Stück Von allen genannten Einkaufsstätten hoben insbesondere die Discounter und Vollsortimenter die Preise für Bio-Eier an, während sie im Naturkostfachhandel oder bei den Erzeugerinnen und Erzeugern stagnierten.
Eier mit der höchsten Teuerungsrate
Aufgrund der grassierenden Vogelgrippe gibt es deutlich weniger Eier als in den letzten Jahren. Von den größeren Ausbrüchen ist der Bio-Sektor seit Jahresbeginn aber verschont geblieben. Seit dem Jahreswechsel 2025/26 sind die Erzeuger- und Packstellenpreise für Eier gestiegen. Der Preisanstieg resultierte weniger aus Kostenimpulsen als aus einer außergewöhnlich knappen Marktversorgung bei gleichzeitig hoher Nachfrage. Die gestiegenen Einstandspreise gab der LEH an die Verbraucher weiter, für Bio und konventionelle Eier. Da die Kontrakte in der Regel für das ganze Jahr gelten, dürfte das Niveau der Teuerungsrate für diese Warengruppe in den kommenden Monaten anhalten. Die Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen seit Januar 2026 um bis zu 60 Cent mehr für die 10er-Packung Bio-Eier. Angesichts einer fortgesetzt lebhaften Nachfrage dürfte das Angebot weiter knapp sein.

Oekolandbau.de fragt Marktanalystin Margit Beck von der Marktinfo Eier & Geflügel zum Bio-Eiermarkt.
Oekolandbau.de: Wie stellt sich der deutsche Bio-Eiermarkt aktuell dar, insbesondere mit Blick auf das Ostergeschäft 2026?
Beck: Eine verlässliche Prognose zur Marktentwicklung ist zurzeit schwierig. Externe Faktoren wie erneute Ausbrüche der Vogelgrippe oder der jüngsten Ausbrüche Newcastle Disease als auch der Rückgang von Betrieben in den Niederlanden können sich auf den Markt auswirken. Bei der Versorgung mit Bio-Eiern für das Osterfest könnte es zu Lücken in den Regalen kommen.
Oekolandbau.de: Welche Auswirkungen hat die Vogelgrippe derzeit auf Angebot, Marktstimmung und Planungssicherheit?
Beck: Die Vogelgrippe führt aktuell zu einem strukturell knappen, störanfälligen Angebot, einer angespannten, aber stabilen Marktstimmung und vor allem zu einer deutlich eingeschränkten Planungssicherheit. Während die Versorgung insgesamt gewährleistet ist, bleibt der Markt stark von kurzfristigen Entwicklungen und Unsicherheiten geprägt.
Aufgrund der zunehmenden Lücken in den Regalen des Einzelhandels wird von den Verbraucherinnen und Verbrauchern gelegentlich auch schon auf Vorrat gekauft, um Eier zum Färben zu haben. Auch die Verarbeitungsunternehmen würden gern mehr kaufen, können aber nicht immer wunschgemäß beliefert werden.
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Letzte Aktualisierung 26.03.2026




