"Eier, wir brauchen Eier" – dieser Spruch vom ehemaligen Torhüter Oliver Kahn wird regelmäßig hervorgeholt, häufig mit einem Augenzwinkern. Schließlich ging es ihm eher um eine sportliche Talfahrt als um eine reichhaltige Ernährung. Doch dieses Frühjahr schien es auch in der Ernährungsfrage ernst zu werden: Einige Stimmen riefen schon eine Eierknappheit aus, unter anderem weil in den USA Millionen Legehennen der Vogelgrippe zum Opfer fielen und geschlachtet werden mussten. Größere Hilfssendungen voller Eierkartons Richtung USA blieben aber aus.
Wie sieht der Eiermarkt in Deutschland aus?
Der sogenannte Selbstversorgungsgrad – also wie gut die inländische Produktion den heimischen Bedarf decken kann – liegt bei Eiern bei etwa 73 Prozent. Die restlichen Eier werden zum größten Teil aus den Niederlanden und aus Polen importiert, um die gesamte Nachfrage zu decken. Und die wächst kontinuierlich, bieten Eier doch eine kostengünstige Quelle für tierisches Eiweiß.
So wurden in Deutschland im Jahr 2024 pro Kopf 249 Eier verbraucht und damit – statistisch gesehen – zehn Eier mehr als 2023. Das macht insgesamt 20,8 Milliarden Eier, die 2024 in Deutschland konsumiert wurden. Damit stieg der Verbrauch um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was unter anderem auf eine zunehmend flexitarische Ernährungsweise zurückgeführt werden kann.
"Diesen erhöhten Bedarf wird der Lebensmitteleinzelhandel bestmöglich bedienen. Knapp werden könnte vor Ostern die Verfügbarkeit besonders bei den preisgünstigen Einstiegssegmenten der jeweiligen Haltungsformen", schätzt Dr. Josef Goos, Leiter des Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) die Lage ein. "Das ist aber jedes Jahr vor Ostern so und die Regale werden anschließend zeitnah wieder gefüllt sein."