Beim verarbeiteten Kohlgemüse sticht der tiefgekühlte Bio-Grünkohl deutlich hervor. Die Nachfrage nach gefrorenem Grünkohl wächst stetig, was den Ausbau des heimischen Bio-Grünkohlanbaus in den letzten Jahren gefördert hat. Ein Großteil der Ernte wird direkt für die Verarbeitung genutzt, da sich das nährstoffreiche Gemüse so besonders gut haltbar machen lässt. Der Trend zu gesunder, pflanzlicher Ernährung und der Hype um grüne Smoothies haben das Interesse an dem "Power-Kohl" zusätzlich gestärkt.
Bio-Grünkohl wird überwiegend tiefgekühlt angeboten und stammt meist aus regionalem Anbau, wo er nach der Ernte schonend blanchiert und ohne Zusätze verarbeitet wird. Neben der klassischen TK-Ware entstehen zunehmend innovative Produkte wie getrocknete Grünkohlchips, Pulver oder fermentierte Gemüsevarianten, die den modernen Ernährungstrends entsprechen. Da frischer Grünkohl nur in einem kurzen Winterzeitraum erhältlich ist, ermöglicht die Tiefkühlung ganzjährigen Genuss und Versorgung mit wertvollen Nährstoffen.
Am Frischmarkt ist Bio-Grünkohl nicht nur wegen der kurzen Saison weniger präsent. Vielmehr dürfte dies an den Absatzstrukturen liegen. Im Gegensatz zu Brokkoli oder Spitzkohl wird frischer Grünkohl mehr über die landwirtschaftliche Direktvermarktung und weniger über die konventionellen Absatzkanäle, wie die Discounter und die Vollsortimenter, an die Verbraucherinnen und Verbraucher gebracht.
Die Naturkostfachgeschäfte sind hier eine Ausnahme. Der Bezug zur Region und zu den Erzeugerinnen und Erzeugern ist stärker ausgeprägt, allerdings zeigen sich in den Haushaltsverkäufen auch sich verändernde Ess- und Kochgewohnheiten sowie eine allgemein schwächere Nachfrage in den Bio-Supermärkten. Durch die Abwanderung der Verbraucherinnen und Verbraucher in die Discounter, kann Grünkohl im Gegensatz zu Brokkoli oder Spitzkohl nicht vom wachsenden Bio-Konsum profitieren.
Perspektiven für Bio-Kohl
Für die kommenden Jahre ist von einer weiteren Professionalisierung und Diversifizierung des Bio-Kohlanbaus auszugehen. Mit innovativen Produktideen, regionaler Wertschöpfung und nachhaltigen Verpackungslösungen bietet der Bio-Kohlmarkt großes Potenzial, seine Position im wachsenden Bio-Segment weiter auszubauen.
Text: Gabriele Held, AMI