Preise für frische Bio-Lebensmittel im Jahr 2025

Preise für frische Bio-Lebensmittel im Jahr 2025

Auch 2025 sind die Preise für Lebensmittel in Deutschland erneut gestiegen. Wie entwickelten sich die Preise von frischen Bio-Lebensmitteln? Gab es Unterschiede zwischen verschiedenen Produktkategorien? Ein Blick in den AMI-Verbraucherspiegel zeigt die Preisentwicklung des vergangenen Jahres. 

Die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland haben 2025 im Schnitt 2,2 Prozent mehr für frische Bio-Lebensmittel gezahlt als im Vorjahr. Moderater stiegen die Verbraucherpreise für konventionelle Lebensmittel. Insgesamt hat sich im Jahr 2025 der Anstieg der Lebensmittelpreise deutlich beruhigt, vor allem im Vergleich zu den stark inflationsgeprägten Jahren 2022 bis 2023. Über das Jahr betrachtet lag die Lebensmittelinflation im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Damit waren Lebensmittel zwar weiterhin teurer als im Vorjahr, die Preissteigerungen fielen aber deutlich geringer aus als in den Vorjahren, in denen Energiekrisen, Lieferkettenprobleme und geopolitische Unsicherheiten starke Ausschläge verursacht hatten.

AMI-Verbraucherpreisspiegel

Ein wichtiges Instrument der AMI-Verbraucherforschung ist der AMI-Verbraucherpreisspiegel. Hier werden durchschnittliche Verbraucherpreise für 450 Nahrungsmitteln aus den Produktgruppen Brot und Brotgetreide, Zucker, Kartoffeln, Obst und Gemüse, Milch und Milcherzeugnisse, pflanzliche Fette und Öle, Fleisch und Fleischwaren, Eier und Geflügel sowie vegane und vegetarische Alternativen zu tierischen Erzeugnissen berechnet. Dabei wird nach konventioneller und ökologischer Erzeugung unterschieden.
Darüber hinaus existieren produktabhängige Spezifikationen wie Angebotsformen bei Fleisch und Wurst, in- oder ausländische Herkunft bei Erdbeeren, Spargel und weiteren Obst- und Gemüsearten oder auch Gewichtsklassen bei Eiern. Der AMI-Verbraucherpreisspiegel wird auf Basis von YouGov CP Germany erstellt. Die Panelhaushalte von YouGov CP Germany fungieren dabei als Preismelder für die AMI. Erklärtes Ziel des AMI-Verbraucherpreisspiegels ist die zeitnahe Ermittlung realistischer absoluter Preise.

Deutlich mehr haben Verbraucherinnen und Verbraucher für Bio-Rindfleisch bezahlt. Der insgesamt angespannte und weltweit knappe Rindermarkt hat auch die Bio-Rinderpreise in die Höhe gezogen. Das Angebot war bio wie konventionell knapp, der Preisabstand zwischen beiden ist weiter geschrumpft. Bei Bio-Schweinefleisch zahlten die Kundinnen und Kunden geringfügig weniger.

Wie entwickelten sich die Preise für Bio-Molkereiprodukte?

Auch Milch, Milchprodukte und Käse aus ökologischer Erzeugung kosteten 2025 im Schnitt mehr als im Vorjahr. Bei guter Nachfrageentwicklung und knappen heimischen Rohstoffen haben die Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem für Bio-Milchgetränke, Bio-Quark und Bio-Milchrahmerzeugnisse mehr gezahlt als im Jahr zuvor. Auch die Ladenpreise für Bio-Milch stiegen im Juli 2025, weil höhere Auszahlungspreise für Bio-Rohmilch infolge gestiegener Erzeugungskosten und begrenzter Milchmengen an den Handel weitergegeben wurden. Bio-Butter war bereits 2024 aufgrund knapper Fettmengen teurer geworden. Im Laufe des Jahres 2025 wurden die Preise für Bio-Butter vom Handel in mehreren Runden gesenkt.

Wie entwickelten sich die Preise für Bio-Obst?

Bio-Obst kostete die Verbraucherinnen und Verbraucher im Jahr 2025 etwas mehr als im Vorjahr. Zwar fiel die Apfelernte 2025 insgesamt umfangreich aus, doch in der ersten Jahreshälfte war der Markt noch von einer vergleichsweise knapperen Versorgung geprägt, was sich in höheren Preisen niederschlug. Bei Steinobst kam es infolge von Spätfrösten im Frühjahr sowie anschließenden Trockenphasen und regionalen Starkniederschlägen zu Ertragseinbußen. Bio-Bananen waren im Jahresverlauf ebenfalls knapper verfügbar; wiederkehrende Logistikprobleme, Einschränkungen im Schiffsverkehr und sturmbedingte Ausfälle im Atlantik wirkten sich dämpfend auf das Angebot und somit preistreibend aus.

Wieviel kostete Bio-Speiseöl im Jahr 2025?

Demgegenüber waren bei anderen Produktgruppen rückläufige Preise zu beobachten. So gaben Verbraucherinnen und Verbraucher im Jahr 2025 deutlich weniger für Bio-Speiseöl aus. Ausschlaggebend hierfür war vor allem der Vorjahresvergleich, da die Preise 2024 infolge einer knappen Olivenernte außergewöhnlich hoch gelegen hatten. Mit der Entspannung der Angebotslage wurde Bio-Speiseöl 2025 wieder spürbar erschwinglicher. Auch für Bio-Kartoffeln haben Kundinnen und Kunden weniger bezahlt als im Jahr zuvor. Eine sehr gute Ernte im Jahr 2025 führte zu einem erhöhten Angebot und entsprechend niedrigeren Preisen.

Wie entwickelte sich der Preis für Bio-Gemüse?

Andere Produktgruppen wie Bio-Geflügel oder Brot/Kleingebäck entwickelten sich vergleichsweise stabil. Auch für Bio-Gemüse haben die Kundinnen und Kunden im vergangenen Jahr im Schnitt nur wenig mehr gezahlt als 2024. Die Bio-Gemüseernte 2025 verlief insgesamt uneinheitlich. Während die Erntemengen in einigen Kulturen zufriedenstellend ausfielen, kam es bei anderen – insbesondere bei Freilandgemüse – regional zu Ertragseinbußen. Ursache waren vor allem witterungsbedingte Belastungen wie frühe Trockenphasen, Starkniederschläge im Sommer und teils wechselhafte Temperaturen, die den Ernteverlauf erschwerten. Insgesamt stand zwar ausreichend Gemüse zur Verfügung, einzelne Sorten waren jedoch zeitweise knapper, was sich punktuell auch auf die Preise auswirkte.

Wie werden sich die Preise für Bio-Lebensmitteln 2026 entwickeln?

Für 2026 wird erwartet, dass sich die Verbraucherpreise für Lebensmittel weiter beruhigen und nur noch moderat steigen, nachdem die starken Preisschübe der letzten Jahre ausgelaufen sind. Vor dem Hintergrund einer erwarteten Kerninflationsrate von 2,6 Prozent und einer Gesamtinflation von 2,1 Prozent ist davon auszugehen, dass neben deutlich rückläufigen Energiepreisen auch die Teuerung bei Lebensmitteln nur moderat ausfällt. Die Prognosen gehen davon aus, dass die Lebensmittelpreise etwa im Bereich der allgemeinen Inflation liegen werden – also grob um 2 Prozent oder leicht darunter.

Text: Christine Rampold, AMI


Letzte Aktualisierung 03.02.2026

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