Wie schneiden vegane Ersatzprodukte im Veganuary ab?

Wie schneiden vegane Ersatzprodukte im Veganuary ab?

Der Veganuary bringt jedes Jahr Bewegung in den Markt für pflanzliche Alternativen. Doch wie stark profitieren Bio-Produkte von diesem Trend? Ein Blick auf Werbung, Nachfrage und Marktanteile im Januar 2025 zeigt interessante Zusammenhänge und Unterschiede zwischen Bio und konventionellen Alternativen. 

Der Veganuary ist eine internationale Kampagne, die Menschen dazu ermutigt, im Januar eine rein pflanzliche Ernährung ohne tierische Produkte auszuprobieren. Der Begriff setzt sich aus den beiden Wörtern "vegan" und "january" zusammen. Ziel der im Jahr 2013 gegründeten Initiative ist es, das Bewusstsein für die Vorteile einer veganen Lebensweise in Bezug auf Umwelt, Gesundheit und Tierschutz zu fördern.

Seit der ersten Durchführung im Jahr 2014 hat der Veganuary weltweit an Popularität gewonnen und wird sowohl von Verbraucherinnen und Verbrauchern als auch von Unternehmen unterstützt. Doch wie stark spiegelt sich der Einfluss der Kampagne in Statistiken wider? Und welche Auswirkungen zeigen sich im Bio-Segment von pflanzlichen Alternativprodukten?

Im Januar 2025 wurden sowohl pflanzliche Milch- als auch Fleischalternativen überdurchschnittlich häufig beworben, so eine Analyse der AMI-Aktionspreise im Lebensmitteleinzelhandel. So entfielen 91 (16 Prozent) der 568 Angebotsaktionen für Milchalternativen im Jahr 2025 in die ersten fünf Kalenderwochen, bei den Fleischalternativen waren es sogar 189 von 776 (24 Prozent).

Unter der Annahme, dass sich die Werte gleichmäßig über den Zeitraum verteilen, würde man für fünf Wochen einen Anteil von etwa zehn Prozent erwarten. Allerdings wurden Bio-Produkte dabei nicht häufiger beworben als im Rest des Jahres. Bei Fleischalternativen war der Anteil minimal höher, bei Bio-Milchalternativen jedoch sogar etwas geringer als im Jahresdurchschnitt. Hauptsächlich wurden höherpreisige Handelsmarken beworben, wobei die Eigenmarken im Markt für vegane Ersatzprodukte häufiger mit einem Bio-Siegel versehen sind als Handelsmarken. Der Fokus der Werbung lag folglich eher auf konventionellen Produkten, obwohl Bio-Produkte insbesondere bei den Milchalternativen einen relevanten Marktanteil haben. 

Obwohl Bio-Produkte nicht im Fokus der Werbeaktivitäten standen, hatte der Aktionsmonat Veganuary dennoch Auswirkungen auf die Nachfrage der Privathaushalte in Deutschland nach Bio-Ersatzprodukten. So war der Januar 2025 der absatzstärkste Monat für Bio-Milchalternativen und Bio-Fleischalternativen. Während Bio-Milchalternativen im Januar den höchsten Bio-Anteil des Jahres am Gesamtmarkt für Milchalternativen erreichten, war dies bei Bio-Fleischalternativen nicht der Fall. Hier verzeichneten konventionelle Produkte eine stärkere Absatzsteigerung als ihre Bio-Pendants.

Auffällig ist zudem, dass Bio-Milchalternativen (insbesondere Bio-Sojamilch) im Januar 2025 leicht günstiger angeboten wurden, während Bio-Fleischalternativen teurer waren. Dafür konnte der Januar hinsichtlich der Käuferreichweite von Bio-Fleischalternativen punkten, denn diese war im Januar höher als in allen anderen Monaten. Bei Bio-Milchalternativen war die Käuferreichweite im Januar knapp nicht am höchsten, lag jedoch acht Prozent über dem Durchschnittswert der anderen Monate. 

Die Käuferre­­ichweite beschreibt den Anteil der Haushalte, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums, zum Beispiel innerhalb eines Monats, ein bestimmtes Produkt mindestens einmal gekauft haben. Sie wird in Prozent angegeben und gibt Aufschluss darüber, wie weit ein Produkt oder eine Produktkategorie in der Zielgruppe verbreitet ist.

Insgesamt zeigt sich, dass der Veganuary die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen deutlich ankurbelt – jedoch nicht unbedingt mit einem Fokus auf Bio-Produkte. Teilweise fällt der Zuwachs bei konventionellen Alternativen stärker aus. Dennoch profitiert auch der Bio-Sektor von der gesteigerten Aufmerksamkeit für pflanzliche Ernährung. Der Trend dürfte also auch für den Veganuary 2026 anhalten, für den aber noch keine aktuellen Zahlen vorliegen.

Text: Madita Finke, AMI


Weitere Infos im Web:

Letzte Aktualisierung 31.01.2026

Nach oben
Nach oben