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Einsatzmöglichkeiten des mechanischen Schnitts in der Öko-Apfelproduktion

Im Projekt wurden umfangreiche Untersuchungen zum mechanischen Schnitt bei verschiedenen wichtigen Apfelsorten in Praxisanlagen durchgeführt. Auch wurde eine zusätzliche mechanische Ausdünnung mittels Darwin-Fadengerät untersucht.
Diese gewonnenen Erkenntnisse sollen Öko-Betrieben eine Entscheidungshilfe über den Mechanisierungsprozess des Handschnitts und der Handausdüngung geben.
Empfehlungen für die Praxis
Die Mechanisierung verschiedener Arbeitsschritte im Obstbau kann zur Reduzierung von Handarbeitszeiten und den damit verbundenen Lohnkosten führen.
- Die manuelle Schnittzeit kann durch den mechanischen Schnitt um bis zu 60 Prozent reduziert werden. Ein manueller Ergänzungsschnitt zum mechanischen Schnitt ist unbedingt erforderlich!
- Durch den mechanischen Schnitt ist auch bei der ökologischen Wirtschaftsweise kein erhöhtes Aufkommen von Schaderregern und Schädlingen zu erwarten.
- Die mechanische Ausdünnung kann die Arbeitszeit für die Handausdünnung reduzieren und zur Vorbeugung von Ertragsschwankungen beitragen.
- Im Ertrag zeigten sich keine eindeutigen Unterschiede zwischen dem praxisüblichen Handschnitt und dem mechanischen Schnitt.
"Der mechanische Schnitt führt zu keinem höheren Schädlings- und Krankheitsaufkommen. Vielmehr kann die Handschnittzeit um bis zu 60 Prozent reduziert werden." (Jürgen Zimmer)
Informationen zum Projekt
Durch den mechanischen Schnitt kann die Arbeitszeit für den praxisüblichen Winterhandschnitt deutlich reduziert werden. Damit verbundene Lohnkosten können gesenkt werden. Die durch den mechanischen Schnitt entstandene Fruchtwand bietet außerdem Vorteile für weitere Mechanisierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel die mechanische Ausdünnung mit dem Darwin-Fadengerät. Bislang gab es in der ökologischen Apfelproduktion kaum Erfahrungen zum mechanischen Schnitt. Es gab Bedenken hinsichtlich unerwünschter Nebenwirkungen auf die Schädlingspopulation, insbesondere der Blutlaus. Es wurden Freilandversuche an den Sorten Jonagold, Elstar, Topaz, Gala, Pinova und Natyra durchgeführt.
Wachstum, Ertragsverhalten, Fruchtausfärbung und Fruchtqualität
Das vegetative Wachstum, abgeleitet vom Zuwachs des Stammdurchmessers, wurde bei allen Sorten jährlich ermittelt. Bei keiner Sorte gab es signifikante Unterschiede zwischen den Winterhandschnittvarianten und dem mechanischen Schnitt. Lediglich bei "Pinova" war zu beobachten, dass die maschinell ausgedünnten Varianten einen etwas stärkeren Zuwachs aufwiesen, verglichen mit der jeweiligen Schnittvariante ohne mechanische Ausdünnung.
Effekt auf Ertragsschwankungen der Bäume
Das Darwin-Fadengerät hatte hierauf einen größeren Einfluss als der mechanische Schnitt. Denn durch die frühe maschinelle Ausdünnung mittels Darwin-Fadengerät konnte im Folgejahr der Blütenansatz gesteigert werden.
Auswirkungen einer zusätzlichen mechanischen Ausdünnung auf Ertragsverhalten
Eine zusätzliche mechanische Ausdünnung konnte den Anteil vermarktungsfähiger Früchte, begründet durch größere Fruchtgrößen, steigern.
Schädlingsbefall und Krankheiten - Unterschiede zwischen dem Einsatz von Mähbalken und Sägeblättern
Generell konnte in keinem Versuchsjahr ein höherer Schädlings- und Krankheitsdruck in den mechanisch geschnittenen Varianten festgestellt werden. Es gab keine Unterschiede zwischen Mähbalken und Kreissägeblatt. In keiner der untersuchten Sorten konnte ein Blutlausbefall festgestellt werden. Auffällig war jedoch, dass die mit der Hand geschnittenen Varianten einen höheren Mehltaubefall aufwiesen als die maschinell geschnittenen Varianten.
Lagerverhalten
"Topaz" und "Pinova" sind besonders anfällig für die Gloeosporiumfruchtfäule, die zu den wichtigsten Lagerfäulen zählt. Bei "Topaz" war auffällig, dass die mit dem Fadengerät ausgedünnten Varianten einen tendenziell höheren Befall aufwiesen. Bei "Pinova" bestätigte sich die Beobachtung allerdings nicht.
Lohnkosten
Bei allen untersuchten Sorten konnte die benötigte Handschnittzeit durch den mechanischen Schnitt deutlich bis zu circa 60 Prozent reduziert werden.
Jürgen Zimmer, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz Kompetenzzentrum Gartenbau, Rheinbach
Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz
Campus Klein-Altendorf 2
53359 Rheinbach
Jürgen Zimmer
E-Mail: juergen.zimmerdlr.rlpde
Telefon: 02225 / 9808731
02/2015 – 01/2020
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