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Unzureichende Nährstoffversorgung trägt zur Kleemüdigkeit bei

Das Projekt "TriSick" befasst sich mit der Erforschung der Ursachen für die sogenannte "Kleemüdigkeit". Diese führt in Klee- und Luzernebeständen zu Wachstumsdepressionen, vermehrter Lückigkeit und weiteren unspezifischen Symptomen. Als Ursache wurde unter anderem die Rolle der Nährstoffversorgung als möglicher Einflussfaktor untersucht.
Empfehlungen für die Praxis
Nicht nur auf P, K und Mg achten
Neben den Makronährstoffen sollten bei der Bodenuntersuchung auch Mikronährstoffgehalte von Zeit zu Zeit analysiert werden. Besonders Bor (siehe Abbildung) und Kupfer liegen häufig im Mangel vor und stehen im Verdacht, das Auftreten von Kleemüdigkeit zu begünstigen.
Komposte, aber auch Gülle bieten eine breite Grundversorgung an Mikronährstoffen. Zudem gibt es auch im Ökolandbau zugelassene Mittel zur Düngung von Bor oder Kupfer. Auch eine mangelnde Schwefelversorgung kann das Auftreten von Kleemüdigkeit begünstigen. Da hier die Einschätzung der Versorgung auf Basis von Boden-Analysewerten schwierig ist, kann ein Schwefelmangel in der Praxis stattdessen über die Anlage eines Schwefelfensters nachgewiesen werden. Dabei werden auf einer Fläche von einigen Quadratmetern schnell verfügbare Sulfatdüngemittel wie beispielsweise Kieserit oder Granugips aufgebracht. Zeigt die Maßnahme positive Effekte im Vergleich zur unbehandelten Fläche, kann von einem Mangel ausgegangen werden.
Der pH-Wert ist ebenfalls entscheidend: Zu hohe oder zu niedrige Werte beeinträchtigen die Nährstoffverfügbarkeit. Zu geringe pH-Werte können zudem das Wachstum von Schadpilzen fördern. Entsprechend sollte die empfohlene pH-Wert-Klasse C angestrebt werden. Bei zu sauren pH-Werten (Klasse A oder B) ist eine regelmäßige Kalkung sinnvoll.
Mangel oder auch Ungleichgewichte in der Nährstoffversorgung können das Wachstum negativ beeinflussen und erhöhte Krankheitsanfälligkeit hervorrufen, (…), Jürgen Müller
Informationen zum Projekt
Im Zentrum der Diskussionen um Kleemüdigkeit stehen verschiedene pilzliche Krankheitserreger, Nematoden und Schadinsekten. Diese können sich bei zu häufigem Anbau ihrer Wirtspflanzen an einem Standort zahlreich etablieren. Bekannte Vorbeugemaßnahmen beziehen sich daher vorwiegend auf die Fruchtfolge. Eng beieinander liegende Bereiche mit und ohne Symptome (siehe Abbildung) deuten jedoch darauf hin, dass nicht nur Schaderreger die Ursache von Kleemüdigkeit sind.
Im Fokus des Projektes stand daher die Identifikation weiterer Faktoren, die das Auftreten der Kleemüdigkeit bei Rotklee und Luzerne begünstigen. Ziel war es, zusätzliche Vorbeugemaßnahmen abzuleiten. Ein wichtiger Faktor ist eine ausreichende und ausbalancierte Versorgung mit Nährstoffen.

Nährstoffmangel als mögliche Ursache von Kleemüdigkeit
Nährstoffmangel kann zu einer direkten Hemmung des Pflanzenwachstums führen. Darüber hinaus kann ein Mangel auch die Anfälligkeit für Krankheiten erhöhen. Im Laufe des Projektes wurden 71 Bodenprobenpaare gesammelt. Diese bestanden jeweils aus einer Probe einer wuchsschwachen (="kleemüden") Fläche und einer Probe von einer nahegelegenen wüchsigen (= "gesunden") Fläche.
Auf den beprobten Flächen lagen die Bodengehalte an Phosphor, Bor und Zink häufig unter dem Zielbereich (Gehaltsklasse C). Der direkte Vergleich nahegelegener wüchsiger und wuchsschwacher Flächen zeigte zudem kleinräumige Unterschiede in der Nährstoffversorgung auf. Für Schläge mit Verdacht auf Kupfer- oder Bormangel fanden sich Tendenzen zu geringeren Bodengehalten auf den wuchsschwachen Flächen (siehe Abbildung, Kreuze zeigen den Mittelwert, Querlinien den Median).
Entsprechend könnte ein größerer Bor- oder Kupfermangel eine Ursache für die Wuchsunterschiede sein. Auch bei pflanzenverfügbarem Schwefel (CAT-Methode) fanden sich auf den wuchsschwachen Flächen geringere Gehalte. Es liegen für diesen Parameter jedoch keine Richtwerte vor, an denen man sich orientieren kann.
Der Einfluss des Boden-pH-Wertes
Der pH-Wert des Bodens beeinflusst die Verfügbarkeit von Nährstoffen sowie die Vitalität und das Vorkommen von Pilzen, Nematoden und Bakterien. Problematisch sind vor allem zu niedrige pH-Werte. Bei der Luzerne zeigte sich auf den wuchsschwachen Flächen eine Tendenz zu besonders niedrigen pH-Werten. Für Rotklee gab es ebenfalls einzelne Beispiele mit besonders geringen pH-Werten auf den wuchsschwachen Flächen. Hier war dieser Zusammenhang jedoch weniger eindeutig.
- Dr. Jürgen Müller, Kristin Steinfurth, Universität Rostock, Grünland und
Futterbauwissenschaften, Rostock - Prof. Dr. Christine Struck, Annika Kühnl, Universität Rostock, Phytomedizin,
Rostock - Prof. Dr. Christel Baum, Felix Beske, Universität Rostock, Bodenkunde,
Rostock - Irene Jacob, Timo Seibert, Öko-Beratungs Gesellschaft mbH, Hohenkammer
Universität Rostock, Grünland und Futterbauwissenschaften
Justus-von-Liebig Weg 6,
18059 Rostock
Jürgen Müller
Tel.: +49 (0) 381 498 3143
E-Mail: juergen.mueller3uni-rostockde
Projektlaufzeit: 04/2021 – 12/2024
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Letzte Aktualisierung 12.08.2025

