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Professionelle Kleegras-Kompostierung

Im Forschungsprojekt Opti-KG (Optimierung der internen Kleegrasverwertung in viehlosen Öko-Betrieben) stand die Verwertung von Kleegrasbeständen als wertvolles organisches Düngemittel im Fokus. Basierend auf Dünge- und Kompostierversuchen sowie betriebswirtschaftlichen Modellkalkulationen wurden in enger Zusammenarbeit mit Beratung und Praxisbetrieben die Stickstoffeffizienz, Düngewirkung, Herstellungsverfahren sowie Bereitstellungskosten analysiert und Werkzeuge zur Entscheidungsunterstützung entwickelt.
Empfehlungen für die Praxis
KEINE Kleegraskompostierung ohne Co-Substrate
Ausschließlich Kleegras zu kompostieren, führt zu hohen Verlusten an Stickstoff in Form von Ammoniak-Emissionen (> 50 % des Ausgangs-N-Gehaltes) (Tab1). Ein Zuschlag kohlenstoffreicher Co-Substrate ist die wichtigste Maßnahme zur Minimierung der Stickstoffverluste.
Stellschrauben für eine erfolgreiche Kleegraskompostierung
Auswahl Substrate
- Schnitt des Kleegrases zur Blüte, Wassergehalt 85 %
- ohne Aufbereiter mähen, Schwaden, mit Kurzschnittladewagen einfahren
- günstiger Anteil 25-35 (vol.) % Kleegras (C/N = 15)
Mischungen und Anteile der Co-Substrate (z.B.)
- Grüngut und Stroh je 37,5 %, Kleegras 25 %
- Keine Zugabe von Erde oder Pflanzenkohle
Bedingungen zu Kompostierungsbeginn
- Wassergehalt 50 – 60 %, C/N-Verhältnis ca. 30, Struktur heterogen und aerob, möglichst homogenmischen
Prozessbedingungen bei 12 Wochen Kompostierung
- Umsetzfrequenz an Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnissen orientieren
Faustregeln bei 12 Wochen Kompostierung
- Umsetzen wöchentlich für 6 Wochen/anschließend 14-tägig
- Nach 4 bis 6 Wochen mittlere Temperaturen anstreben (steigert die Nitrifikation)
- Bewässerung mit Zielgröße 50-60 % Wassergehalt
Lagerung
- in den letzten Wochen der Kompostierung Wassergehalt auf 30 bis 40 % reduzieren; Komposte bleiben dann stabil
- Niederschlagseintrag unbedingt vermeiden
Rechtliche Vorgaben beachten
Mit der professionellen Kompostierung der oberirdischen Biomasse von Kleegras habe ich ein effizientes Verfahren für die Schonung betriebseigener N-Ressourcen. Die Komposte sind zeitlich und räumlich hoch flexibel verwendbar.
Markus Rose (Eissen), Landwirt und Projektpartner
Informationen zum Projekt
Vieharme oder viehlose Betriebe nehmen auch im Ökologischen Landbau stetig zu. Dadurch geht die Futternutzung von Kleegras zurück. Allerdings sind Kleegras-Gemengeauch in viehschwachen ökologischen Betrieben sehr wichtig für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Ein effizienter Transfer der Kleegrasbiomasse oder deren Koppelprodukte (Gärrest, Wirtschaftsdünger) verbessertdie Flexibilität der Düngung (Zeitpunkt und Stelle in der Fruchtfolge). Die professionelle Kleegras-Kompostierung kann bei Beachtung der wichtigsten Stellschrauben den innerbetrieblichen Stickstoffkreislauf stärken. Die Nährstoff-Effizienz ist mit anderen Kleegras-Transferdüngern vergleichbar. Entscheidend ist die richtige Menge an geeigneten, kohlenstoffreichen Komponenten, wenn Kleegras kompostiert wird (Tab. 1).
Kompostierungsversuche mit Kleegras und Co-Substraten
Mit fünf Kompostierungsversuchen über jeweils 13 Wochen konnten die Rahmenbedingungen für eine Minimierung der Stickstoffverluste während der Kompostierung erfolgreich definiert werden. Damit ist eine Steigerung der betrieblichen Stickstoff Effizienz bei viehlosen Betrieben möglich, die auf die Nutzung der oberirdischen Biomasse angewiesen sind.
Mischungen aus Stroh, strohreichem Pferdemist oder geschreddertem Baum- und Strauchschnitt aus betriebseigenem Landschaftspflegematerial oder vorgerottetes, hygienisiertes, holzreiches Grüngut aus Kompostanlagen sind als Co-Substrate sehr geeignet. Neben der Funktion als reine Kohlenstoffträger mit unterschiedlicher C-Verfügbarkeit bilden sie die notwendige Struktur des Mietenkörpers um den Gasaustausch für optimale Sauerstoffverhältnisse aufrecht zu erhalten.
In den Versuchen wurde stickstoffreiches Kleegras mit C-reichen externen Co-Substraten wie Grüngut oder betriebsinternem Material wie Strohkompostiert (Tab.1). Damit reduzierten sich die Verluste im Idealfall bis auf weniger als 10 %, im Mittel ergaben sich < 20 % bei Kompostierung mit Co-Substraten.
Die Umsetzfrequenz bei der Kompostierung war bei diesen eingesetzten Mischungen weniger entscheidend für N-Verluste als die Mischungen selbst. Es zeigte sich, dass eine Umsetzfrequenz im Vergleich zwischen 20-fachen und 5-maligem Umsetzen über 13 Wochen nicht zur Erhöhung der N-Verluste führte. Ähnliches gilt auch für den Einfluss von Wassergehaltsänderungen, wenn Unter- oder Überschreitungen des idealen Wassergehaltes auftreten. Eine gute Mischung des Rottegutes "puffert" diese Abweichungen ab.
Düngewirkung Kleegraskomposte und andereTransferdünger
N-äquivalente Düngung von Transferdüngern (Gärreste, Silage, Cut&Carry, Rindermistkompost, Kleepellets) ergaben im Vergleich zu den Kleegraskomposten ähnliche Erträge. C/N-Verhältnis, die Höhe der Gehalte an N-Gesamt und Nminder Dünger sind wesentliche Einflussgrößen. Kurzfristige Effekte zeigten sich bei Gärresten, längerfristige Effekte ergaben sich in den Nachfruchtversuchen, insbesondere beim Einsatz von Komposten, Cut&Carry oder Kleepeletts.
- Dr. Christian Bruns, Dr. Benjamin Blumenstein, Prof. Dr. Detlev Möller, Universität Kassel, Fachgebiete Ökologischer Land- und Pflanzenbau sowie Betriebswirtschaft, Witzenhausen;
- Stephan Gehrendes, Bioland Beratungsdienst GmbH, Bioland Nordrhein-Westfalen;
- Opti-KG-Praxisbetriebe
Universität Kassel
Mönchebergstraße 19
34125 Kassel
Dr. Christian Bruns
E-Mail: ch.brunsuni-kasselde
Telefon: 05 542 / 981 543
Projektlaufzeit: 04/2019 - 12/2023
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Letzte Aktualisierung 25.06.2025

