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Erreger der Fuß- und Brennfleckenkrankheit der Erbse an Rotklee und Luzerne

Ziel des Projektes TriSick war es, den Ursachen der sogenannten Leguminosen- oder auch Kleemüdigkeit auf den Grund zu gehen. Im Fokus standen Rotklee und Luzerne, da das Phänomen nicht nur bei Körnerleguminosen, sondern auch bei Futterleguminosen beobachtet wird. Aus der Praxis und Beratung gab es in der Vergangenheit oft Hinweise auf abnehmende Wüchsigkeit, zunehmende Lückigkeit und sinkende Erträge bei Rotklee und Luzerne.
Empfehlungen für die Praxis
Bedeutende Wurzelfäuleerreger an Futterleguminosen
Wurzelfäulen wie die Fuß- und Brennfleckenkrankheit an Leguminosen werden von verschiedenen pilzlichen, bodenbürtigen Erregern verursacht (Ascochyta medicaginicola und Didymella pinodella sowie Fusarium avenaceum), die zu Wurzelfäulesymptomen führen. Bei Körnerleguminosen, vor allem bei der Erbse, sind diese Erreger bekannt und gelten als ein Hauptfaktor für das Auftreten der Leguminosenmüdigkeit.
Dass auch andere Leguminosenarten Wirte für diese pilzlichen Schaderreger sein können, war bekannt. Jedoch legen die Ergebnisse des Projektes TriSick nahe, dass sie weitaus häufiger in Futterleguminosenbeständen vorkommen als bislang angenommen.
Symptome an Rotklee und Luzerne
An Rotklee und Luzerne zeigen sich die Symptome der Fuß- und Brennfleckenkrankheit als dunkle, teils langgezogene nekrotische Flecken an Blättern und Stängeln, die ineinander fließen können. A. medicaginicola wird auch als Stängelschwärze an Luzerne und Kleearten bezeichnet. Fusarium-Arten verursachen Welkeerscheinungen und Fäulnis an den Wurzeln.
Auch Futterleguminosen im Blick behalten und Anbaupausen beachten
Deshalb ist zu empfehlen, auch Futterleguminosenbestände im Hinblick auf Wüchsigkeit und auftretende Krankheitsbilder im Blick zu behalten. Zudem sollten Anbaupausen beachtet werden und möglichst gute Wachstumsbedingungen für die Kulturen geschaffen werden.
"Das häufige Auftreten der Erreger des Fuß-, Brennflecken- und Wurzelfäule- komplexes an Rotklee und Luzerne zeigt, dass sich durch deren Anbau die Erreger in der Fruchtfolge halten und vermehren können –und so später wieder die Erbse befallen können." Irene Jacob
Informationen zum Projekt
Das Phänomen der Leguminosenmüdigkeit tritt nicht nur in Körnerleguminosen - und hier v.a. bei der Körnererbse - auf, sondern auch beim Anbau von Futterleguminosen. Im Zentrum der Diskussionen um Kleemüdigkeit stehen oftmals verschiedene pilzliche Krankheitserreger sowie Nematoden und Schadinsekten. Es kommen jedoch noch weitere Faktoren als Ursache in Betracht, so dass nicht die Anwesenheit von Schaderregern allein die Ursache von Kleemüdigkeit ist. Eine mangelhafte und unausgewogene Versorgung mit Nährstoffen kann ebenso die Wüchsigkeit der Klee- und Luzernebestände beeinträchtigen wie toxisch wirkende Substanzen. Im Projekt wurden als kleemüde bekannte Flächen gezielt auf die Ursachen für Leguminosenmüdigkeit untersucht.
Pilzliche Schaderreger kommen überall vor
Auf allen 71 untersuchten Standorten traten Pilzkrankheiten auf, mit tendenziell stärkerem Befall in wuchsschwachen, kleemüden Bereichen. Aber auch in wüchsigen Bereichen wurden Pilzkrankheiten gefunden –hier oftmals in deutlich schwächerer Ausprägung.
Erreger der Fuß- und Brennfleckenkrankheit am häufigsten
Die Erreger der Fuß- und Brennfleckenkrankheit (Ascochyta medicaginicola und Didymella pinodella) sind am häufigsten nachgewiesen worden. Diese Erreger verursachen Brennflecken (nekrotische Flecken) an den Blättern sowie Fuß- und Wurzelfäule. Während A. medicaginicola besonders an Standorten mit Luzerne auftrat, trat D. pinodella vermehrt an Standorten mit Rotklee auf. Beide Erreger konnten sowohl im Herbst als auch im Frühjahr nachgewiesen werden. Bedeutend ist das gehäufte Auftreten der Erreger im Frühjahr. Dadurch kann sich ein Krankheitsdruck rasch aufbauen und entsprechende Ausfälle verursachen.
Insgesamt lagen die Befallstärken jedoch überwiegend im mittleren Bereich.
Weitere Krankheitserreger
Zudem traten viele Erreger von Blattkrankheiten auf, die sich durch Flecken (meist nekrotisches Gewebe) an den Blättern zeigen und die Futterqualität stark beeinträchtigen können. Sehr oft wurde der Erreger des Blattbrandes nachgewiesen, vor allem an Luzerne.
Pflanzen, die mit diesem Erreger oder anderen Blattfleckenkrankheiten befallen sind, können hohe Mengen an östrogenwirksamen Substanzen enthalten und damit bei Verfütterung starke Auswirkungen auf die Gesundheit und Fruchtbarkeit der Tiere haben. An allen Standorten kamen außerdem pflanzenschädigende Nematoden vor, wenn auch meist unterhalb der Schadschwellen. Sie können prinzipiell mit verantwortlich für das Auftreten der Kleemüdigkeit sein.
- Prof. Dr. Christine Struck, Annika Kühnl, Universität Rostock, Phytomedizin,
Rostock - Dr. Jürgen Müller, Kristin Steinfurth, Universität Rostock, Grünland und
Futterbauwissenschaften, Rostock - Prof. Dr. Christel Baum, Felix Beske, Universität Rostock, Bodenkunde,
Rostock - Irene Jacob, Timo Seibert, Öko-Beratungs Gesellschaft mbH, Hohenkammer
Universität Rostock, Phytomedizin
Satower Str. 48
18059 Rostock
Prof. Dr. Christine Struck
E-Mail: christine.struckuni-rostockde
Telefon: +49 (0) 381 498-3167
Projektlaufzeit: 04/2021 – 12/2024
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Letzte Aktualisierung 13.08.2025
