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Schonende und effiziente Heuwerbung

Das Ziel des Vorhabens wurde mit der "Verbesserung der Heubergetechnik" weit gefasst. Es umfasst sowohl technische, als auch wirtschaftliche Fragestellungen. Die Ziele lagen in der praxisnahen Bestimmung der Verluste innerhalb des Verfahrens, der Verbesserung der Voraus-setzungen für eine gleichmäßig niedrige Pressdichte und in der Untersuchung des Trocknungsverlaufs von Heurundballen. Die Feldversuche wurden unter praxisnahen Bedingungen durchgeführt.
Empfehlungen für die landwirtschaftliche Praxis unter Berücksichtigung aller Verfahrensschritte
Empfehlungen für die Praxis
Verfahrensschritt Mähen
- Möglichst mit Aufbereiter mähen, um schnelle Trocknung zu ermöglichen
- Mähhöhe nicht unter sieben Zentimeter, damit Grüngut nicht direkt auf dem Boden liegt
- Bei Sonne, Grüngut breit ablegen, um der Strahlung eine große Oberfläche zu bieten
Verfahrensschritt Wenden
- Fahrgeschwindigkeit und Kreiseldrehzahl dem Trocknungsgrad anpassen – je trockener, desto langsamer
- Beim ersten Wendegang: Sechs km/h beziehungsweise 400 Umdrehungen pro Minute Kreiseldrehzahl
- Ab Trockensubstanzgehalt von 50 Prozent: elf km/h beziehungsweise 350 Umdrehungen pro Minute
Verfahrensschritt Schwaden
- Grober Richtwert: Elf km/h und 400 Umdrehungen pro Minute an der Zapfwelle
- Geeignet sind Einkreisel- und Zweikreiselschwader mit Mittenschwadablage sowie Schubrechen-schwader
- Wichtig: Schwadbreite an nachfolgende Maschine anpassen, um die Leistungsfähigkeit dieser Maschinen voll zu nutzen
- Gleichmäßiger Schwad ist anzustreben, Anhaltswert: 1,50 Meter Schwadbreite
Eine qualitätserhaltende Heuernte setzt voraus, dass alle Verfahrensschritte im Auge behalten werden. Sonst können die Verluste enorm steigen.
Informationen zum Projekt
Heuwerbung findet in engen Zeitperioden - an "Schönwettertagen" - statt. Klimatisch bedingt ist die Anzahl und Dauer dieser Perioden begrenzt. Das Ziel ist deshalb ein schneller Wasserentzug, um das gemähte Grüngut lagerfähig zu machen. Bei der Erzeugung von Qualitätsheu ist jedoch nicht nur der Trocknungsfortschritt auf eine Restfeuchte von 13 Prozent von Bedeutung, sondern auch eine schonende Behandlung um die qualitäts-bestimmenden Bestandteile zu bewahren. Allen voran der Blattanteile. Insbesondere bei Grünlandaufwüchsen mit einem hohen Anteil an Leguminosen (Klee, Luzerne) und dadurch hohen Blattanteil, ist die Gefahr von Massen- und Qualitätsverlusten enorm.
Bröckelverluste
Den größten Hebel zur Vermeidung von Bröckelverlusten im Feld hat die Einsparung von Wendevorgängen. Wenn es der Trocknungsfortschritt erlaubt, sollte diese Möglichkeit genutzt werden. Insbesondere bei blattreichen Grünfutterleguminosen steigen die Bröckelverluste ab einem Trockensubstanzgehalt von 70 Prozent stark an. Um diese Verluste zu verhindern, sollte über eine Belüftungstrocknung nachgedacht werden.
Schwadbeschaffenheit
Mit beiden eingesetzten Schwadern war es möglich, das zu Beginn geforderte trapezförmige Schwadprofil herzustellen. Die gemessenen Schwadbreiten, Schwadhöhen und Schwadmassen waren ähnlich. Die Ablage der Grünguthalme im Schwad unterscheidet sich jedoch deutlich. Der Schubrechenschwader greift nicht in die Schichtung der Grüngutmatte auf der Fläche ein, sondern legt sie eingerollt im Schwad ab. Bei der eingesetzten Maschine nimmt dieser Rollprozess in etwa eine Länge von 1,5 Meter in Fahrtrichtung in Anspruch. Der Zweikreiselschwader löst die Grüngutschichtung auf und mischt das Grüngut zusätzlich.
Dichteverteilung und Trocknungsverlauf der Rundballen
Unterschiede im Dichteverlauf bestehen zwischen den verschiedenen Pressensystemen. Diese sind einerseits konstruktionsbedingt, aber auch von Grüngut und Presseneinstellung abhängig. Strömungsgeschwindigkeiten liegen an der Oberfläche der Ballen aus der variablen Presse geringfügig höher, was vermutlich an der leicht geringeren Pressdichte liegt.
Zu den ausführlichen Ergebnissen der Projekte 12NA117 und 12NA033
- Prof. Dr. Oliver Hensel, Björn Bohne (Projektleitung)
Universität Kassel- Witzenhausen, Fachgebiet Agrartechnik - Dr. Ulrike Klöble
Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL)
Universität Kassel-Witzenhausen, Fachgebiet Agrartechnik
Nordbahnhofstraße 1A
37213 Witzenhausen
Prof. Dr. Oliver Hensel
E-Mail: klinkuni-kasselde
Telefon: +49 (0)5542 / 98-1225
04/2013 – 08/2016

