Wir verwenden Cookies, um Ihnen die optimale Nutzung unserer Webseite zu ermöglichen. Es werden für den Betrieb der Seite nur notwendige Cookies gesetzt. Details in unserer Datenschutzerklärung.
Anbaupotential von ausdauerndem Weizen in Deutschland

Im Projekt wurde das Anbaupotential von ausdauerndem Weizen (Triciticum aestivum x Thinopyrum intermedium) unter weniger günstigen Standortbedingungen in Deutschland untersucht. Hierfür wurden auf drei marginalen Standorten in Bayern fünf Stämme von ausdauerndem Weizen angebaut. Der Anbau fand drei Jahre statt und wurde mit zwei einjährigen Weizensorten verglichen. Zudem wurde zusätzlich Weißklee und Erdklee als Untersaat eingesät. Der Anbau von ausdauerndem Weizen stellt sich als eine ökologisch interessante Option für marginale Standorte heraus.
Empfehlungen für die Praxis
Aussaat
- Aussaat-Termin: Oktober
- Andere Aussaat-Termine, zum Beispiel im Frühjahr oder Juni, sind denkbar, müssen aber noch geprüft werden.
- Aussaat-Stärke: 200 bis 350 keimfähige Körner pro Quadratmeter. Die verschiedenen Aussaatstärken bringen keine Ertragsunterschiede.
Untersaat
- Im Frühjahr ist eine Untersaat mit einem niedrig wachsenden Weißklee unerlässlich, um eine Spätverunkrautung nach der ersten Ernte zu vermeiden.
- Durch die Stickstoffbindung des Klees lässt sich zusätzlich der Ertrag steigern.
Mahd des Wiederaufwuchses Ende Oktober
Nach der Ernte treibt der ausdauernde Weizen wieder aus und muss Ende Oktober gemäht oder gemulcht werden, damit der Weizen nicht vor Weihnachten neue Ähren schiebt.
Kreuzungspartner
Anstatt Weichweizen sollten zukünftig als Kreuzungspartner Durumweizen oder Durumverwandte verwendet werden, da sie mehr Trockenheitstoleranz mitbringen.
Zweijähriger Anbau
Unter trockenen Witterungsbedingungen ist mit den verfügbaren Linien nur ein zweijähriger Anbau zu empfehlen. Im ersten Standjahr liegen die Erträge nur knapp unter den einjährigen Sorten. Die Erträge lassen im zweiten Anbaujahr deutlich nach.
Untersuchungen und Forschung
Zusätzliche bodenkundliche Untersuchungen sowie weitere Forschungsarbeiten sind empfehlenswert.
"Der Anbau von ausdauerndem Weizen ist eine ökologisch interessante Option für marginale Standorte. Eine Untersaat mit niedrig wachsendem Klee verhindert eine zu starke Verkrautung." (Werner Vogt-Kaute)
Informationen zum Projekt
Die Landwirtschaft arbeitet weltweit fast ausschließlich mit einjährigen Kulturen. Der Anbau von ausdauerndem Weizen, der ohne Neuaussaat über mehrere Jahre geerntet werden kann, könnte insbesondere auf marginalen Standorten eine ökonomisch wie ökologisch interessante Option für einen extensiven Anbau darstellen. In der dreijährigen Studie fanden die Versuche auf drei verschiedenen Grenzstandorten in Bayern statt, die aufgrund schlechter Bodenqualität nur bedingt für den Anbau von Weizen geeignet sind. Durch den Verzicht auf Bodenbearbeitung und die hohe Wurzelmasse besteht die Hoffnung, dass Humus auch in tieferen Bodenschichten aufgebaut wird. Im Herbst kann der Wiederaufwuchs wie eine Zwischenfrucht genutzt werden.
Erträge des ausdauernden Weizens
Auf den drei unterschiedlichen Grenzstandorten lagen die Erträge des ausdauernden Weizens im ersten Jahr unter ökologischen Anbaubedingungen bei umgerechnet bis zu 17,5 Dezitonnen pro Hektar. Im Vergleich dazu lag der Ertrag der einjährigen Sorten bei sehr trockenen Bedingungen nur unwesentlich höher. Allerdings ging durch die extreme Trockenheit der Ertrag der mehrjährigen Linien im zweiten Anbaujahr um mehr als die Hälfte zurück. Im dritten Anbaujahr fiel die Ernte nahezu komplett aus.
Im Projektverlauf konnte Saatgut abgegeben werden. Der Anbau der gleichen Linien auf einem gut mit Wasser versorgten Standort in Luxemburg erzielte im ersten Anbaujahr Erträge von bis zu 53 Dezitonnen pro Hektar.
Mehrjähriger Weizen bietet zumindest auf schwächeren Standorten ein gewisses Anbaupotenzial, auch im konventionellen Bereich.
Weitere Einsatzmöglichkeiten sind schlecht zu bewirtschaftende Flächen, zum Beispiel kleine ungünstig geschnittene Flächen, Erosionsschutzstreifen oder Permakultursysteme.
Qualität des Weizens
Die Backqualität der Linien des ausdauernden Weizens lag im guten Bereich, bis auf eine leichte Schwäche im Sedimentationswert. Die Linien des ausdauernden Weizens können als Backweizen verkauft werden.
Ökologische Vorzüge
Durch den Verzicht auf die Bodenbearbeitung und die hohe Wurzelmasse kann die Humusbildung auch in tieferen Bodenschichten aufgebaut werden. Im Herbst kann der Wiederaufwuchs wie eine Zwischenfrucht genutzt werden. Somit kann das Bodenleben gefördert und der Erosion vorgebeugt werden, was gerade vor dem Hintergrund zunehmender Trockenperioden wichtig ist.
Werner Vogt-Kaute, Öko-BeratungsGesellschaft mbH - Fachberatung für Naturland, Hohenkammer
Öko-BeratungsGesellschaft mbH
Eichethof 1
85411 Hohenkammer
Werner Vogt-Kaute
E-Mail: w.vogt-kautenaturland-beratungde
Telefon: 09 35 7 / 99 95 2
10/2017 – 09/2020
Die Inhalte dieser Seite finden Sie hier auch in einem Praxismerkblatt als PDF-Datei.
