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Blattrandkäferschäden in der Fruchtfolge

Können einfache Anbaumaßnahmen wie Saattiefe und Saatzeitpunkt bei Ackerbohne und Erbse das Schadpotenzial des Blattrandkäfers verringern und Weizenerträge erhöhen? Das wurde in einem Forschungsprojekt untersucht. Neben Exaktversuchen, in denen der Schädling durch Netze ausgeschlossen wurde, wurden dafür auch ökologische und integrierte Praxisbetriebe eingebunden, um die Wirkung der Maßnahmen unter realen Anbaubedingungen zu prüfen.
Empfehlungen für die Praxis
Verbesserte Vorfruchtwirkung durch frühe Saat bei Ackerbohnen
Es wird eine frühe Aussaat bei normaler Saattiefe empfohlen, da sie Ertragsschäden minimiert und die Vorfruchtwirkung von Ackerbohnen bei Käferbefall verbessert (siehe Bild unten, Mittel über drei Versuchsjahre). So lässt sich zudem die Winterfeuchte optimal nutzen. Ebenso wird dadurch eine längere Vegetationszeit und verbesserte Ertragsbildung ermöglicht.
Besonders tief säen (10 cm) lohnte sich nicht
Die positiven Effekte eines höheren Knöllchenbesatzes bei besonders tief abgelegten Ackerbohnen kamen durch einen verzögerten Auflauf, eine dadurch verkürzte Wachstumszeit und die schwächere Kompensationsfähigkeit bei Käferbefall nicht zum Tragen.
Erbsen in warme Böden aussäen
Die Aussaat von Erbsen in kalten Boden, gepaart mit einer kalten Frühjahrswitterung, verstärkte die durch den Blattrandkäferschaden bedingte Ertragsinstabilität, da sie das Kompensationsvermögen gegenüber Käferbefall negativ beeinflusste.
"Ertragseinbußen durch den Blattrandkäfer konnten durch Mehrerträge im nachfolgenden Weizen teilweise wieder ausgeglichen werden" Natalia Riemer, Universität Kassel
Informationen zum Projekt
Im Projekt wurde untersucht, wie sich Saatzeitpunkt (früh/ spät) und Saattiefe (4 cm/ 10 cm) auf das Schadpotenzial des Gestreiften Blattrandkäfers bei Ackerbohnen und Erbsen sowie deren Folgekulturen Winterweizen und Wickroggen auswirken. Alle Varianten wurden sowohl unter natürlichem Befallsdruck als auch in Netzkäfigen ohne Käferexposition (siehe Bild) geprüft. Ergänzend wurden Praxistests mit variierender Saattiefe bei Ackerbohnen auf ökologisch und integriert wirtschaftenden Betrieben durchgeführt. Auch hier wurde der Vorfruchtwert der Leguminose für die Folgekultur Winterweizen untersucht.
Kein Zusammenhang zwischen Fraßschaden und Ertrag
Durch den Gestreiften Blattrandkäfer verursachter Buchtenfraß und der tatsächliche Ertragsverlust korrelierten bei beiden Körnerleguminosen insgesamt schwach. Der Ertragsschaden ließ sich daher nicht aus der Intensität dieses Schadbildes ableiten.
Die Vorteile von Saatzeitpunkt und Saattiefe variierten je nach Kultur und Witterung
Früh und flach gesäte Ackerbohnen erzielten die stabilsten Erträge und geringsten Stickstoffverluste über die gesamte Fruchtfolge. Späte Saat in Kombination mit flacher Ablage führte dagegen zu höheren Verlusten, vor allem in Jahren mit kaltem, nassem Frühjahr. Bei Erbsen wiesen späte Saatvarianten das größte Kompensationspotenzial durch höhere Weizenerträge auf. Der Vorteil einer besonders tiefen Ablage bei Ackerbohnen zeigte sich uneinheitlich: Zwar wurden tendenziell mehr gesunde Knöllchen gebildet, doch waren Ertrags- und Fruchtfolgeeffekte je nach Jahr unterschiedlich.
Höhere Ertragsschäden der Körnerleguminosen führten zu Mehrerträgen der Folgekultur Weizen
Je nach Jahr und Variante kam es zu unterschiedlich starken Ertragseinbußen durch Käferbefall bei Ackerbohne und Erbse, die jedoch teils durch höhere Erträge der nachfolgenden Kulturen Weizen und Wickroggen kompensiert wurden.
Kaltes Frühjahr – stärkere Ertragseinbußen entlang der Fruchtfolge
Im Versuchsjahr mit warmem Frühjahr blieben Ertragseinbußen gering, während ein kaltes, nasses Frühjahr erhebliche Einbußen über die gesamte Fruchtfolge verursachte, insbesondere bei spät gesäten Ackerbohnen.
Weniger Knöllchen in N-reichen Böden
Ackerbohnen bildeten auf gut mit Stickstoff versorgten Böden des integrierten Praxisbetriebes trotz weniger Knöllchen und einer geringeren relativen N-Fixierleistung höhere Erträge. Dies legt nahe, dass der Bekämpfungsrichtwert bei mineralischer Aufdüngung überprüft werden sollte.
Msc. Natalia Riemer und Dr. Helmut Saucke, Universität Kassel, Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften, Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz
Universität Kassel
Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz
Nordbahnhofstraße 1a
37213 Witzenhausen
Helmut Saucke
E-Mail: hsauckeuni-kasselde
Telefon: +49 (0) 5542 98-1559
Projektlaufzeit: 01/2020 - 01/2025
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Letzte Aktualisierung 18.12.2025


