Blattrandkäferschäden in der Fruchtfolge

Blattrandkäferschäden in der Fruchtfolge

Können einfache Anbaumaßnahmen wie Saattiefe und Saatzeitpunkt bei Ackerbohne und Erbse das Schadpotenzial des Blattrandkäfers verringern und Weizenerträge erhöhen? Das wurde in einem Forschungsprojekt untersucht. Neben Exaktversuchen, in denen der Schädling durch Netze ausgeschlossen wurde, wurden dafür auch ökologische und integrierte Praxisbetriebe eingebunden, um die Wirkung der Maßnahmen unter realen Anbaubedingungen zu prüfen.

Empfehlungen für die Praxis

Verbesserte Vorfruchtwirkung durch frühe Saat bei Ackerbohnen

Es wird eine frühe Aussaat bei normaler Saattiefe empfohlen, da sie Ertragsschäden minimiert und die Vorfruchtwirkung von Ackerbohnen bei Käferbefall verbessert (siehe Bild unten, Mittel über drei Versuchsjahre). So lässt sich zudem die Winterfeuchte optimal nutzen. Ebenso wird dadurch eine längere Vegetationszeit und verbesserte Ertragsbildung ermöglicht.

Besonders tief säen (10 cm) lohnte sich nicht

Die positiven Effekte eines höheren Knöllchenbesatzes bei besonders tief abgelegten Ackerbohnen kamen durch einen verzögerten Auflauf, eine dadurch verkürzte Wachstumszeit und die schwächere Kompensationsfähigkeit bei Käferbefall nicht zum Tragen.

Erbsen in warme Böden aussäen

Die Aussaat von Erbsen in kalten Boden, gepaart mit einer kalten Frühjahrswitterung, verstärkte die durch den Blattrandkäferschaden bedingte Ertragsinstabilität, da sie das Kompensationsvermögen gegenüber Käferbefall negativ beeinflusste.


"Ertragseinbußen durch den Blattrandkäfer konnten durch Mehrerträge im nachfolgenden Weizen teilweise wieder ausgeglichen werdenNatalia Riemer, Universität Kassel 


Informationen zum Projekt

Letzte Aktualisierung 18.12.2025

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