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Entwicklung eines stickstoffreichen Düngemittels für den Öko-Gemüsebau

Ziel des Forschungsvorhabens war es, ein stickstoffreiches, organisches Düngemittel aus Futterleguminosen-Schnittgut für den ökologischen Gemüsebau zu entwickeln. Für das neuartige Düngemittel wurden geeignete Futterleguminosen-Arten ausgewählt und in Düngeversuchen der Einfluss auf Ertrag, Stickstoffaufnahme und -verwertung durch Spinat und Rote Bete geprüft.
Ökologische und regionale Erzeugung eines stickstoffreichen Düngemittels auf Basis von Futterleguminosen-Schnittgut
Empfehlungen für die Praxis
Futterleguminosen-Schnittgut der Arten Rotklee und Weißklee kann erfolgreich mit einem C/N-Verhältnis ≤ 10 geerntet und als Düngemittel eingesetzt werden.
- Die Ernte des Futterleguminosen-Schnittguts sollte von Mitte April bis Mitte September in einem Intervall von 2 Wochen erfolgen.
- Das Schnittgut wird getrocknet, vermahlen und pelletiert als Düngemittel ausgebracht und eingearbeitet.
- Es kann mit praxisüblicher Technik ausgebracht (zum Beispiel Kastenstreuer) und in das Saat- und Pflanzbett eingearbeitet werden (zum Beispiel Beetfräse).
- Zwischen Ausbringung und Aussaat der Gemüsekultur wird mindestens eine Woche Karenzzeit empfohlen, sofern Pellets aus Rotklee gedüngt werden.
- Das Düngemittel sollte nicht direkt zur Saat aus-gebracht und eingearbeitet werden, um reduzierte Feldaufgänge zu vermeiden.
Jung geerntetes Futterleguminosen-Schnittgut ist sehr gut als Düngemittel im Öko-Gemüsebau geeignet.
- Um den Düngebedarf zu ermitteln, kann eine N-Verwertung aus Futterleguminosen-Schnittgut von ca. 40 Prozent innerhalb von 60 Tagen und ca. 50 Prozent innerhalb von 125 Tagen durch die Gemüsekultur angerechnet werden.
- Eine sehr späte Düngung im Jahr gegen Ende August wird nicht empfohlen.
Der Entzug an weiteren Nährstoffen (P, Mg, Mikronährstoffe) durch mit Futterleguminosen-Schnittgut gedüngte Gemüsekultur wird ausgeglichen, zu einem Großteil auch bei Kalium.
Informationen zum Projekt
Im ökologischen Gemüsebau werden hohe Nährstoff-mengen benötigt, um qualitativ hochwertiges Gemüse zu produzieren. Bisher kann der Nährstoffbedarf nicht ausreichend durch ökologisch erzeugte Düngemittel gedeckt werden. Zum Einsatz kommen derzeit überwiegend organische Reststoffe aus der konventionellen Land-wirtschaft. An dieser Stelle setzte das Forschungsvorhaben an. Hierzu wurden aus zehn verschiedenen Futterleguminosen geeignete Arten für die Düngung ausgewählt und in Feldversuchen geprüft. Dabei sollte junges Schnittgut mit einem engen Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff von ≤ 10 geerntet werden. Dies garantiert eine schnelle Umsetzung des Düngers nach der Ausbringung.
Evaluation der Futterleguminosen-Arten
Mit Rotklee und Weißklee wurden die signifikant höchsten Trockenmasse-Erträge mit 77 bzw. 96 dt TM ha und a-1 und die niedrigsten gewichteten C/N-Verhältnisse im Schnittgut von 10,4 bzw. 9,8 erzielt (siehe Abbildung 1).
N-Mineralisation
Mit steigendem C/N-Verhältnis ging die N-Freisetzung aus dem im Schnittgut enthaltenen Stickstoffs zurück. Bei einem C/N-Verhältnis von ca. 10 im Schnittgut wurden innerhalb von 4 bis 8 Wochen ca. 35 bis 50 % des organisch gebundenen Stickstoffs mineralisiert (Tabelle 1).
| Art | kumuliert. TM-Ertrag [dt ha-1] | gewicht. N-Gehalt [%] | gewicht. C/N-Verhältnis | kumuliert. N-Ertrag [kg N ha-1] |
| Luzerne | 61 c | 3,6 b | 12,1 a | 225 d |
| Rotklee | 96 a | 4,2 a | 10,4 b | 425 a |
| Schwedenklee | 60 c | 4,4 a | 10,2 b | 302 c |
| Weißklee | 77 b | 4,4 a | 9,8 b | 373 b |
Prof. Dr. agr. Knut Schmidtke, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, Fachgebiet Ökologischer Landbau
Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
Pillnitzer-Platz 2
01326 Dresden
Prof. Dr. Knut Schmidtke
E-Mail: Knut.schmidtkehtw-dresdende
Telefon: +49 (0)351 462-2114
03/2013 – 12/2016





