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Standortbestimmung mit HUNTER: Nachhaltigkeit im Pflanzenbau

Im Rahmen des Netzwerks Pilotbetriebe entstand das Excel-Tool HUNTER. Dieses steht für Humus-Nährstoff-Treibhausgas-Energie-Rechner und ermöglicht Betrieben eine Abschätzung ihrer stofflichen Nachhaltigkeit im Pflanzenbau. Auf den Pilotbetrieben getestet, bietet HUNTER einen schnellen Einstieg und einen guten Vergleich mit anderen Betrieben. Welcher Betriebsverantwortliche möchte nicht gerne wissen, wie Energieeinsatz und Humusbilanz des eigenen Betriebes im Vergleich zu Referenzbetrieben aussehen?
Empfehlungen für die Praxis
Mit HUNTER steht ein umfassendes Tool für die erste Einschätzung der stofflichen Nachhaltigkeit eines Betriebs zur Verfügung:
- Landwirtinnen und Landwirte und Beratende entscheiden selbst, wie detailliert sie Bewirtschaftungsdaten eingeben.
- Modularer Aufbau: Grundlage sind die Kulturarten, die Düngung und die Erträge. Die daraus abgeleiteten Humus- und Nährstoffbilanzen sind die Basis für die Sektoren Energie und Treibhausgas.
- Das abschließende Netzdiagramm zeigt auf Basis einer Note zwischen 0 und 1, wo ein Betrieb noch Potenziale hat.
- Betrachten Sie mehrere Ebenen: einzelne Fruchtarten, Fruchtfolgen, Acker, Gesamtbetrieb, mehrere Jahre
Das Tool ist kostenlos und frei verfügbar. Zum Download
HUNTER zeigt für wesentliche Parameter anschaulich, wie nachhaltig der Betrieb im Pflanzenbau agiert und wo Optimierungen möglich sind.
(Harald Becker)
Informationen zum Projekt
Die Ressourceneffizienz landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland ist unzureichend untersucht. Das Netzwerk von Pilotbetrieben prüft anhand verfügbarer Daten die Ressourceneffizienz und das Tierwohl. Es berücksichtigt dabei verschiedene Schwerpunkte. Im Bereich Pflanzenbau sollte ein Tool erstellt werden, das eine vereinfachte, aber dennoch fachlich tiefgründige Aussage zu wichtigen Stoff- Flüssen ermöglicht. Methodisch baut HUNTER, neben verschiedenen Humusbilanzmethoden auf dem Umweltund Betriebsmanagementsystem REPRO auf. Für die Treibhausgas-Emissionen verwendet das Tool die Vorgaben nach dem deutschen Berechnungsstandard für einzelbetriebliche Klimabilanzen (BEK) von 2016.
HUNTER kam auf zahlreichen ökologisch und konventionell bewirtschafteten Betrieben zum Einsatz. Dabei entstand ein Referenzdatensatz aus mehrjährigen Betriebserhebungen, der jedem Bilanzierenden eine direkte Einordnung für ausgewählte Parameter ermöglicht, wie zum Beispiel für den Energieinput (siehe Abbildung 1).
Wichtig ist, die zahlreichen Bezugsebenen und zu berücksichtigen:
- Betrachte ich stoffliche Inputs pro Fläche oder pro Produkt?
- In welchem Bereich verbrauche ich die meiste Energie und ist das gerechtfertigt? Bilanziere ich einen Öko-Betrieb oder einen konventionell bewirtschafteten Betrieb?
- Welche Humusbilanzmethode passt also am besten?
Bei der Ergebnisbetrachtung wird klar, dass es zahlreiche Querverbindungen der einzelnen Segmente gibt.
- Die Humusbilanz beeinflusst die Treibhausgas-Emissionen; die Steigerung von Erträgen erhöht zwar den Output, verschlechtert aber oft die Klimabilanz.
- Eine unangemessene N-Düngung erhöht die N-Überschüsse und senkt die Energieeffizienz.
- Das Abfahren von Stroh erhöht den Energieertrag aber verringert den Humussaldo.
- Die Anpassung der Fruchtfolge greift in alle Parameter direkt ein.
Die Nutzerinnen und Nutzern können unmittelbar am HUNTER selbst Auswirkungen von Bewirtschaftungsänderungen sichtbar machen.
Für die konkrete Ergebnisbesprechung und -bewertung empfehlen wir, eine geschulte Beraterin oder einen geschulten Berater hinzuzuziehen!
- Harald Becker, Richard Beisecker, IfÖL GmbH, Kassel
- Harald Schmid, Technische Universität München
Im Rahmen des Netzwerks Pilotbetriebe, zusammen mit der Technischen Universität München, Freising und dem Thünen-Institut für Ökologischen Landbau, Trenthorst.
Ingenieurbüro für Ökologie und Landwirtschaft (IfÖL GmbH)
Windhäuser Weg 8
34123 Kassel
Harald Becker
E-Mail: hbifoelde
Telefon: +49 (0) 561 70 15 15-0
11/2008 – 04/2021
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