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Überwachung der Eiablageaktivität der Kleinen Kohlfliege (Delia radicum)

Das Projekt SwatOpti wurde durchgeführt, um Betrieben eine valide Entscheidungshilfe für die Bekämpfung der Kleinen Kohlfliege zur Verfügung zu stellen. Grundlage hierfür ist eine funktionierende Überwachungsmethode der Eiablageaktivität. Eine gängige Methode ist die Nutzung von sogenannten Eimanschetten aus Filz, die im Handel aber nicht leicht erhältlich sind. Im Rahmen des Projektes wurden alternative Methoden überprüft und hinsichtlich ihrer Attraktivität auf Kleine Kohlfliegen sowie ihre Praxistauglichkeit bewertet.
Empfehlungen für die Praxis
Aktivität der Kleinen Kohlfliege im Blick behalten hilft bei
- der Terminierung von Bekämpfungsmaßnahmen
- der Bewertung von Schäden und Ernteausfällen
- beim Einsatz von Netzabdeckungen
- der Identifikation von Risikophasen in der Saison
Wichtig: Kontinuierlich erhobene Daten können für die regionale Anpassung von Modellen genutzt werden!
Eimanschetten für langfristige Überwachung gut, da
- nahezu selektiv für die Kleine Kohlfliege
- einfach in der Handhabung
- langlebig und wiederverwendbar
- man das Ergebnis unmittelbar hat
Zu beachten: Nur an Jungpflanzen einsetzen! Nachteil: Schwierig zu beziehen und teuer bei Anschaffung.
Ackerbodenaufschwemmen für den schnellen Überblick, da
- sehr einfach durchzuführen
- nur einfaches Equipment notwendig
Zu beachten: Die Eier schwimmen beim Aufschwemmen oben und sind auch am Becherrand zu finden. Nachteil: Das Absetzen des Bodens muss abgewartet werden. Mit fortschreitendem Kulturalter wird auch die steigende Anzahl an Wurzelfliegeneiern erfasst.
“Schaderregermonitoring muss einfach sein und sich gut in den Betriebs- und Beratungsalltag integrieren lassen. Wichtig ist, dass man sich auf die Daten verlassen kann, sonst lohnt der Aufwand nicht.” (Hendrik Hillebrand, Berater für ökologischen Gemüsebau)
Informationen zum Projekt
Die Kleine Kohlfliege ist ein bedeutender Schädling im Kohlanbau. Die Larven fressen unterirdisch an Wurzeln und oberirdisch in den Knollen und Köpfen. Neben Wuchsde- pressionen kommt es auch zu Ernteausfällen. Bekämpf- ungsmaßnahmen müssen richtig terminiert werden, des- halb sollte man die Aktivität des Schädlings überwachen. Dies gelingt am besten über das Monitoring der Eiablage, da die erwachsenen Fliegen nicht gut zu bestimmen sind. Die Eier werden um die jungen Pflanzen herum am Wurzelhals und in oberflächennahe Erdspalten gelegt. Übliche Eimanschetten simulieren dies. Allerdings sind sie nur schwer im Handel erhältlich. Deshalb wurden mit der Quarzsand- und der Ackerbodenmethode zwei einfache Alternativen auf ihre Attraktivität und Selektivität für die Kleine Kohlfliege und auf ihre Praxistauglichkeit getestet.

Eimanschetten sind selektiv
Eimanschetten sind flache, mehrlagige Filzrollen, die mit einem Klettverschluss um den Wurzelhals gelegt werden. Die Kontrolle erfolgt visuell durch das Absuchen der abge- nommenen Eimanschette. Die circa einen Millimeter großen Eier werden gezählt und von der Eimanschette entfernt. Eine Lupe und gegebenenfalls Zusatzbeleuchtung können hilfreich sein. Zwar werden mit den Eimanschetten im Vergleich zu den beiden anderen Methoden weniger Eier detektiert, aber fast alle Eier stammen von der Kleinen Kohlfliege. Der Aktivitätszeitraum wird auf niedrigem Niveau komplett erfasst. Da die Fliegen die Eier zu späteren Zeitpunkten nicht mehr in den Boden, sondern in die Köpfe und Blattachseln der Pflanzen legen, sind die Fallen nicht geeignet für ein Monitoring über eine Kulturdauer im selben Satz. Daher müssen die Manschetten kontinuierlich in die neuen Sätze versetzt werden. Pro überwachter Kultur sollten circa zehn Manschetten eingesetzt werden. Die Überwachung erfolgt 1- bis 2-mal in der Woche.
Quarzsand ist fängig, aber mit Vorsicht zu bewerten
Bei der Quarzsandmethode wird heller Quarzsand circa 5 cm breit um den Wurzelhals gestreut. Dazu sollte der Boden zu Beginn der Überwachung an circa 10 Pflanzen circa 2 cm tief abgetragen und mit Sand aufgefüllt werden. Der Sand wird 1- bis 2-mal pro Woche beprobt. Hierbei reicht es, 3 - 4 Teelöffel Sand zu entnehmen und danach neuen Sand aufzufüllen. Der Sand wird in ein Gefäß gegeben und mit Wasser aufgefüllt. Hat sich der Sand abgesetzt, schwimmen die Eier an der Oberfläche und können direkt gezählt oder - etwas aufwändiger - mit einer Gaze (Zum Beispiel Nylonstrumpf) abgefiltert werden. Eine Lupe ist hilfreich. Der Sand ist sehr attraktiv für die Eiablage der Kleinen Kohlfliege, allerdings auch für die der Wurzelfliege, die im Saisonverlauf als Sekundärschädling auftritt. Bei dieser Methode wird der Befall mit fortschreitendem Kulturalter deutlich überschätzt.
Ackerboden aufschwemmen – einfach und aussagekräftig
Die Methode wird im Grunde wie die Quarzsandmethode durchgeführt, anstelle des Quarzsandes wird Ackerboden verwendet. Beim Wiederauffüllen muss darauf geachtet werden, dass nicht befallener Boden verwendet wird. Auch hier werden auftretenden Wurzelfliegeneier mit erfasst. Die Methode eignet sich deshalb vor allem für den Kulturstart.
- Dr. Quentin Schorpp, Dr. Antonio Josè Pèrez Sànchez, Catharina Riggers, Alice Knabe, JKI, Braunschweig
- Dr. Alexandra Wichura, Arne Römer, Katharina Schowe, LWK Niedersachsen, Hannover;
- Dr. Paolo Racca, Dr. Benno Kleinhenz, Juliane Schmitt, Manuela Schieler, ZEPP, Bad Kreuznach
- Dr. Manfred Röhrig, ISIP, Bad Kreuznach
Julius-Kühn-Institut
Messeweg 11/12
38104 Braunschweig
Dr. Quentin Schorpp
E-Mail: quentin.schorppjulius-kuehnde
Telefon: 03 946 / 47 77 32
Projektlaufzeit: 03/2022 - 10/2025
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Letzte Aktualisierung 17.06.2026

