Tomatenrostmilben im Bestand vermeiden und bekämpfen

Im Kretschab-Projekt wurde untersucht, mit welchen Methoden die Tomatenrostmilbe (TRM) im ökologischen Anbau erfolgreich kontrolliert werden kann. Dazu wurden Versuche zur Klärung grundsätzlicher Fragestellungen in Versuchsstationen angelegt. Außerdem fanden Versuche und Erhebungen auf Praxisbetrieben statt. Der Schwerpunkt lag auf dem Nützlingseinsatz. Es wurden außerdem Fragen zu Früherkennung, Sortenwahl etc. bearbeitet.

Empfehlungen für die Praxis

Wirtspflanzen vermeiden

Pflanzen aus der Familie der Solanaceae, insbesondere Tomaten, aber auch Aubergine, Kartoffeln, Physalis (Andenbeere) und Datura sind mögliche Wirtspflanzen für die TRM. Sie sollten daher nicht in Häusern und Tunneln mit Tomatenanbau überwintert werden. Auch Unkräuter aus dieser Gruppe sowie unter anderem Franzosenkraut sollten vermieden werden.

Verschleppung vermeiden

Mögliche Befallswege mit der TRM sind:

  • Einschleppung mit Jungpflanzen
  • Windverdriftung
  • Ein-/Verschleppung bei Ernte- und Pflegearbeiten
  • Überwinterung auf Pflanzen(-resten) und Infrastruktur

Eine gute Gewächshaushygiene ist hilfreich. Befallene Pflanzen sollten aus dem Bestand entfernt werden oder Kulturarbeiten dort zuletzt durchgeführt werden.

Befall frühzeitig erkennen

  • Genau und regelmäßig auf Symptome achten
  • Gegebenenfalls Blattproben mit Lupe (30-fach) anschauen
  • Gegebenenfalls Klebestreifen-Methode anwenden

Vorsicht beim chemischen Pflanzenschutz

In einem Spritzversuch mit verschiedenen, im biologischen Anbau zugelassenen Produkten wurden folgende Wirkungsgrade gegen die TRM erzielt:

  • Kumulus WG 0,2%ig: 75 Prozent Wirkungsgrad
  • NeemAzal T/S 0,3%ig: 48 Prozent Wirkungsgrad
  • Eradicoat Max 2%ig: 38 Prozent Wirkungsgrad

Allerdings hat Kumulus WG eine stark schädigende Wirkung auf die gegen die TRM wirksamen Raubmilben Pronematus ubiquitus und Homeopronematus anconai. NeemAzal T/S und Eradicoat Max schädigten den Nützling mittelstark. Auch Effekte auf andere Nützlinge sowie die verbleibende Kulturzeit und die Befallsschwere sollten bedacht werden.


“Regelmäßig aufgebrachte Barrieren reduzieren Befallssymptome deutlich und dauerhaft. Was noch fehlt, ist eine passende Zulassung und eine geeignete Applikationsmethode" (Elias Böckmann, JKI)


Informationen zum Projekt

Letzte Aktualisierung 19.06.2026

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