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Akzeptanz von Komposten durch landwirtschaftliche Betriebe

Das Einsatzpotenzial von hochwertigem Biogut- und Grüngutkompost wird derzeit nur unzureichend ausgeschöpft, obwohl ein hoher Bedarf an Makro- und Mikronährstoffen besteht. Das Ziel des mehrjährigen Projekts ProBio ist es, das Nährstoffmanagement im Öko-Landbau zu optimieren und die Akzeptanz für den Komposteinsatz in der Landwirtschaft zu erhöhen. Dafür wurden Landwirtinnen und Landwirte zu ihren Erfahrungen mit der Ausbringung von Kompost befragt.
Empfehlungen für die Praxis
Vorteile beim Einsatz von Biogut- und Grüngutkompost
Die Verwendung von Biogut- und Grüngutkompost liefert einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Nährstoffversorgung von Böden und Pflanzen. Die befragten Personen, die Kompost anwenden, bestätigen viele positive Effekte und sehen folgende Vorteile beim Einsatz von Kompost:
- Steigerung des Humusgehaltes
Ein hoher Gehalt an organischer Substanz liefert die Grundlage für eine langfristig gute Bodenfruchtbarkeit. - Verbesserte Bearbeitbarkeit der Böden
Kompostgaben verbessern das Bodengefüge, die Drainageeigenschaften und dadurch die Bearbeitbarkeit. - Erhöhte Wasserspeicherfähigkeit
Durch regelmäßige Kompostgaben kann der Boden von Pflanzen besser durchwurzelt werden. Zudem können die Böden mehr Wasser speichern. Dadurch überstehen Pflanzen Trockenphasen oder Starkregen deutlich besser. - Förderung des Bodenlebens
Kompostgaben aktivieren das Bodenleben, wodurch sich die Bodenstruktur verbessert und die Erosionsgefahr sinkt. - Verbesserung der Bodenqualität
Die Ausbringung von Kompost fördert die Entwicklung von Bodenlebewesen und kann so den Befall mit bodenbürtigen Pathogenen nachhaltig unterdrücken. Durch den hohen Humusanteil im Kompost steigt das Nährstoffspeichervermögen. - Geschlossene Nährstoffkreisläufe
Die Ausbringung von Kompost liefert einen essentiellen Beitrag zur Schließung regionaler Nährstoffkreisläufe. Die Nährstoffversorgung der Böden wird optimiert, was zusätzlich die Erträge und Produktqualitäten steigert
79% der Landwirtinnen und Landwirte, die Kompost bisher nicht anwenden, denken darüber nach, in Zukunft Kompost auf ihrem Betrieb einzusetzen.
Befragungsergebnis der GreenSurvey GmbH
Informationen zum Projekt
Um die Wettbewerbsfähigkeit des Öko-Landbaus nachhaltig zu stärken und auszuweiten, muss das Nährstoffmanagement weiter optimiert werden. Eine bessere Nährstoffversorgung und eine höhere Nährstoffeffizienz sind wesentliche Voraussetzungen, um den Flächenanteil des Öko-Landbaus gemäß der Strategie der Bundesregierung bis 2030 auf 30 % zu erhöhen und den Ressourcenschutz zu verbessern.
Der derzeit geringe Komposteinsatz im Öko-Landbau steht im Widerspruch zum hohen Nährstoffbedarf ökologischer Marktfrucht- und Gemüsebaubetriebe. Die Ursachen für die geringe Nutzung werden im Projekt ProBio identifiziert. Handlungsempfehlungen werden ausgesprochen, um die Verwendung von Kompost im Öko-Landbau voranzutreiben.
Die Ergebnisse basieren auf der Befragung von 96 Landwirtinnen und Landwirten, die aktuell Kompost anwenden.
Ausbringung
Im Mittel werden jährlich 16 t Kompost (Frischmasse) pro Hektar ausgebracht.
- 35 % nutzen betriebseigenen Kompost
- 65 % beziehen Kompost vom Kompostwerk
Die Lieferung erfolgt durch:
- Lohnunternehmen (40 %)
- das Kompostwerk (37 %)
- eine Speditionsfirma (23 %)
Die Gerätschaften zur Kompostausbringung:
- müssen geliehen werden (39 %)
- sind im Betrieb vorhanden (37 %)
- stammen vom Lohnunternehmen (24 %)
32% der Betriebe bringen den Kompost auf allen Flächen aus und 68% setzen den Kompost entweder in Abhängigkeit von der Kultur (82%) oder dem Boden (18%) ein.
Kompostqualität
Eine gute Kompostqualität ist die größte Stellschraube bei der Verwendung von Bio- und Grüngutkompost. Besonders werden Stör- und Schadstoffe (zum Beispiel Metall- und Müllreste) sowie Plastikteile befürchtet, die den Boden verunreinigen könnten. Auch die Sorge, Unkrautsamen und Pflanzenkrankheitserreger ungewollt aufs Feld zu bringen, kann die Anwendung verhindern.
Die Befragung hat gezeigt, dass 32 % der Personen, die Kompost anwenden, die Herstellerangaben zum Fremdstoffgehalt als unzuverlässig einschätzen. Eine langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einem Werk, das gütezeichengeprüften Kompost vertreibt, kann hier Abhilfe schaffen. Eine Zertifizierung wird von 80 % der Anwendenden als (sehr) wichtig beurteilt.
Überwindung potenzieller Hemmnisse
Bessere individuelle Verfügbarkeit sowie vereinfachte Logistik und Ausbringung sind neben einer objektiven Bewertbarkeit der Qualität und verbesserter Kenntnisse zu Kompost die Beweggründe, warum Landwirtinnen und Landwirte in Zukunft vermehrt Komposte ausbringen würden.
- TUM – Technische Universität München, Lehrstuhl für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme, Freising
- ISA – Ingenieurbüro für Sekundärrohstoffe und Abfallwirtschaft, Neu-Eichenberg
- GreenSurvey – Institut für Marktforschung GmbH, Straubing
- RGK – Gütegemeinschaft Kompost Region Bayern e.V., München
- Bioloand – Erzeugerring Bayern e.V., Augsburg
- Naturland – Öko-BeratungsGesellschaft mbH, Hohenkammer
GreenSurvey – Institut für Marktforschung GmbH
Europaring 4, 94315 Straubing
Dr. Paul Lampert
E-Mail: lampertgreen-surveyde
Telefon: +49 (0)9421 8699963
08/2019 – 12/2022
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Letzte Aktualisierung 24.06.2022


