Kupferreduzierung im ökologischen Weinbau: CuCaps-Anwendungen in der Praxis

Jahre mit häufigen, anhaltenden Niederschlägen bringen den Öko-Weinbau bei der Bekämpfung des Falschen Mehltaus an seine Grenzen. Kupferfungizide sind die einzige wirksame Möglichkeit zur Behandlung, die Ausbringmenge ist jedoch auf maximal drei Kilogramm Reinkupfer / Hektar / Jahr begrenzt. Zudem werden die verfügbaren Produkte relativ schnell abgewaschen, was zu einer einer verkürzten Wirkdauer führt. Eine Mikrokapsel- Formulierung für kupferhaltige Pflanzenschutzmittel, sogenannte CuCaps, können hier Abhilfe schaffen.

Empfehlungen für die Praxis

Anwendung der Kupfer-Mikrokapseln (CuCaps)

Die Praxistauglichkeit von CuCaps wurde durch Optimierung der Formulierung in Zusammenarbeit mit Praxis- und Strategiepartnern über die Projektlaufzeit stetig verbessert:

  • Die Kombinierbarkeit mit gängigen Pflanzenschutzmitteln wie Schwefelpräparaten ist gegeben.
  • Die Verbesserung der Formulierung von vier Prozent auf zehn Prozent Reinkupferanteil reduziert die benötigte Mittelmenge.
  • Die Vorquellzeit der CuCaps und damit die Vorbereitungszeit der Spritzbrühe wurde auf ein Minimum reduziert.
  • Die Verwendung praxisüblicher Applikationstechnik ist möglich (Einfüllsieb 18 mesh, Druckfilter 50 mesh, Düsenfilter 25 mesh, Injektor-Flachstrahldüsen, zum Beispiel AVI ISO 80- 015).

Kupferreduzierung durch CuCaps

Wirksamkeitsstudien innerhalb des Projektes zeigten vor allem an Trauben eine vielversprechende Wirksamkeit gegen den Falschen Mehltau der Weinrebe. Im Vergleich zu herkömmlichen, unverkapselten Kupferpräparaten konnte ein Drittel an Reinkupfer eingespart werden. Dies erklärt sich durch die langsame, kontinuierliche Kupferionenfreisetzung aus den CuCaps und der verbesserten Haftung der Fett-Mikrokapseln, vor allem auf der Oberfläche der Beerenhaut.


"Während der Laufzeit von VITIFIT wurde die Formulierung der CuCaps als wasserdispergierbares Pulver so verbessert, dass eine Anwendung mit praxisüblicher Applikationstechnik problemlos möglich ist.“ (Dr. Stefan Schwab)


Informationen zum Projekt

Letzte Aktualisierung 03.09.2026

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