Wirkung von Komposttee auf das Mikrobiom von Reben

Im Verbundprojekt VITIFIT wurden Strategien zur Stärkung der Rebgesundheit bei reduziertem Kupfereinsatz im ökologischen Weinbau entwickelt. In dem daraus entstandenen Praxisforschungsnetzwerk werden alternative Methoden und Maßnahmen gemeinsam mit Winzerinnen und Winzern, Beraterinnen und Beratern und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erprobt und bewertet, um ihr Potenzial zur Förderung der Rebgesundheit zu erschließen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung von Wirkmechanismen bei direkt auf die Laubwand appliziertem Komposttee.

Empfehlungen für die Praxis

Anwendung von Komposttee

Zubereitung:

  • 10 - 15 kg (betriebseigener) Kompost auf 1.000 l Regenwasser
  • Mögliche Zusätze: Huminsäure, Gesteinsmehl, Kräutermehl, Sojamehl, Melasse/Zucker und weitere.

Fermentation (aerob):

Stetige Durchmischung und Sauerstoffzufuhr für 18 -  48 Stunden (bis deutliche Schaumbildung eintritt)

Applikation:

  • Filtration gegebenenfalls mehrfach über feines Netzgewebe
  • Grobtropfiges Spritzen mit zum Beispiel Flachstrahldüsen bei geringem Druck bis zwei bar, um Mikroorganismen nicht zu schädigen
  • Anwendung in der Regel bis BBCH 75 (Erbsengröße)
  • Applikation abends oder bei bedeckter, idealerweise leicht feuchter Witterung

“Fazit: Durch die Applikation von Komposttee können relevante Anteile potenziell antagonistischer Bakterien temporär an Reboberflächen etabliert werden.” (Dr. Falk Behrens, Julius-Kühn-Institut.)


Informationen zum Projekt

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