Kupferreduzierung im ökologischen Weinbau - Pflanzenschutzstrategien aus der Forschung

Im Rahmen des Verbundprojekts VITIFIT wurden von 2020 bis 2025 Strategieversuche an fünf Versuchsanstalten in Deutschland durchgeführt. Hierbei wurden verschiedene Pflanzenschutzstrategien zur Reduzierung des Kupfereinsatzes bei der Bekämpfung des Falschen Mehltaus getestet und anschließend auf ihre Wirksamkeit bewertet. Dabei kamen unterschiedliche Aufwandmengen von Kupfer in Kombination mit weiteren Maßnahmen zum Einsatz. Ziel war es eine verbesserte Wirkung innerhalb der verschiedenen Strategien zu erreichen.

Empfehlungen für die Praxis

Empfehlungen im Überblick

Der Einsatz von Kupfer als Pflanzenschutzmittel ist im ökologischen Weinbau notwendig, um die Reben gegen den Falschen Mehltau (Plasmopara viticola) schützen zu können. Aus den Ergebnissen des Strategieversuchs an der Hochschule Geisenheim University lassen sich praxisnahe Maßnahmen ableiten, die bei reduzierter Kupferaufwandmenge gleichbleibenden Schutz bieten können.

Empfehlungen zur Kupferreduzierung im ökologischen Weinbau:

  • Infektionsgeschehen und Gesundheitszustand der Reben regelmäßig kontrollieren.
  • Applikationstermine mithilfe von Prognosemodellen gezielt ermitteln.
  • Aufwandmengen an die phänologische Entwicklung der Rebsorten, die Blattflächenentwicklung und die Standortbedingungen anpassen.
  • Laubwandmanagement und Bodenbearbeitung optimal terminieren.
  • Durchführung einer frühen Entblätterung vor der Blüte, um Traubenfäulnis vorzubeugen.

Trockene Jahrgänge (2020, 2022, 2023 und 2025)

Ungünstige Infektionsbedingungen für Plasmopara viticola; dadurch geringer Befallsdruck; insgesamt reduzierte Anzahl an Applikationen und Aufwandmengen.

Feuchte Jahrgänge (2021 und 2024)

Optimale Infektionsbedingungen für Plasmopara viticola; hoher Befallsdruck; erhöhte Anzahl an Applikationen mit kürzeren Intervallen aufgrund der Abwaschungsproblematik; anhaltende Blattnässe um den Zeitpunkt der Blüte rückt den Schutz der Gescheine in den Fokus; Schwächen von Kupferfungiziden an Trauben werden deutlich.


“Die optimale Terminierung der Pflanzenschutzapplikation mit Hilfe von Prognosemodellen ermöglicht im Schnitt der Jahre eine Reduzierung der Kupferaufwandmenge und führt gleichzeitig zu gesünderen Anlagen.” (Dr. Yvette Wohlfahrt, Hochschule Geisenheim University)


Informationen zum Projekt

Letzte Aktualisierung 07.09.2026

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