Phosphonatrückstände im Ökoweinbau

Obwohl der Einsatz von Phosphonat im ökologischen Weinbau verboten ist, werden in Bio-Weinen regelmäßig Rückstände gefunden. Dies gefährdet nicht nur die Zertifizierung, sondern auch die wirtschaftliche Existenz der Betriebe. Als Ergebnis des Projekts VITIFIT empfehlen wir folgende Vorgehensweise zur Aufklärung der Herkunft: 1. Herkunft aus Verarbeitungshilfsstoffen prüfen 2. Herkunft aus dem Weinberg prüfen (Zum Beispiel Boden, Grundwasser, Rebholz)

Empfehlungen für die Praxis

Phosphonat im Bio-Wein: Was tun?

Rückstandsfunde in Bio-Wein oder -Trauben nicht vorschnell als illegale Anwendung (Spritzung) im Weinberg bewerten. VITIFIT-Herkunftsanalytik kann helfen, alternative Quellen der Kontamination nachzuweisen.

1. Herkunft aus Verarbeitungshilfsstoffen prüfen

a) Liste mit verwendeten Verarbeitungshilfsstoffen erstellen. Vor allem Diammoniumphosphat (DAP) und Hefepräparate sind häufig mit Phosphonat belastet.
b) Alle verwendeten Verarbeitungshilfsstoffe durch ein spezialisiertes Labor untersuchen lassen, um Kontaminationsquelle zu erkennen und dann auszuschließen.

2. Herkunft aus dem Weinberg prüfen

a) Während der Vegetationsperiode etwa 20 - 25 voll entwickelte Blätter an mindestens vier unterschiedlichen Positionen im Weinberg entnehmen. Die Blätter von den Blattstielen trennen und separat und kühl lagern bei -18 °C.
b) Blattstiele und Blätter abtrennen und von einem spezialisierten Labor separat untersuchen lassen und mit dem Ergebnis den Index berechnen.
c) Ein Index > 7,5 weist Spritzung nach. Bei Index < 5 liegt höchstwahrscheinlich keine Spritzung vor (Entlastung).


“Wer sich ungerechtfertigterweise Vorwürfen ausgesetzt sieht, phosphonathaltige Mittel im Weinberg gespritzt zu haben, kann sich mit Hilfe unserer Analytik möglicherweise entlasten.” (Sören Otto und Prof. Dr. Ralf Schweiggert, HS Geisenheim)


Informationen zum Projekt

Letzte Aktualisierung 07.09.2026

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