Biologie der Marmorierten Baumwanze

Die Marmorierte Baumwanze befällt viele verschiedene Kulturpflanzen. Dabei sind manche Pflanzen zu bestimmten Zeitpunkten attraktiver als andere. Um neue Strategien für nachhaltigen, biologischen Pflanzenschutz zu entwickeln, wurde das Auftreten der Wanzen über den Jahresverlauf beobachtet. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf mögliche anlockende Duftstoffe ziehen, die für die Entwicklung neuer Techniken im Pflanzenschutz eingesetzt werden können.

Empfehlungen für die Praxis

Anwesenheit von (reifen) Früchten entscheidend

Die Marmorierte Baumwanze tritt in Kulturen mit reifen Früchten verstärkt auf. Vor allem in Steinobst beginnt der Befall meist ab Mitte Mai. Im Spätsommer befällt der Schädling dagegen überwiegend Kernobst. Zurückgebliebene Fruchtmumien locken Wanzen ebenfalls in Obstanlagen, was die Vermehrung der Tiere begünstigt. Fruchtmumien sollten deshalb unbedingt entfernt werden.

Hohes Aufkommen von Wanzen im Spätsommer

Für eine effektive Bekämpfung ist es wichtig zu wissen, wann sich potenzielle Wirtspflanzen in einer für den Schädling attraktiven Phase befinden und zu welchem Zeitpunkt vermehrt Wanzen auftreten. Im Verlauf der Untersuchungsjahre konnten zwei Generation von Wanzen beobachtet werden. Während die erste Generation vorwiegend bis August auftritt, kann es danach zur Überlappung mit einer zweiten Generation kommen und damit zu einem starken Befall der Kulturpflanzen durch Wanzen und Wanzennymphen. Um das Überwintern des Schädlings zu verhindern, kann eine Bekämpfung im Spätsommer sinnvoll sein.


“Kenntnisse zur Biologie des Schadinsekts sind essenziell zur Entwicklung neuartiger, ökologisch verträglicher Pflanzenschutzstrategien.” (Prof. Dr. Jürgen Gross, Projektleiter am JKI)


Informationen zum Projekt

Letzte Aktualisierung 17.09.2026

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